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Bürgerstiftung WieslochLeben auf zu großem Fuß

Leben auf zu großem Fuß

veröffentlicht: 17. November 2010, 2952 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Multivision „Fair Future – Der Ökologische Fußabdruck“ zu Gast in Wiesloch

Die bundesweite Bildungskampagne Multivision „Fair Future – Der Ökologische Fußabdruck“ war am 12.11.2011 zu Gast in Wiesloch. Unterstützt vom Agenda-Büro der Stadt Wiesloch, der Bürger­stiftung Wiesloch und Fritz Solar GmbH nahmen knapp 300 Schüler und Schülerinnen der Gerbersruhschule, der Pestalozzischule, des Ottheinrich-Gymnasiums und der Luise-Otto-Peters-Schule an dem Projekttag teil.

Was würde passieren, wenn alle 6,8 Milliarden Menschen auf der Erde so leben würden wie wir in Deutschland? Dies war eine der zentralen Leitfragen, denen die Veranstaltung auf den Grund ging. Die nachdenklich stimmende Antwort: Wir bräuchten drei Planeten wie die Erde. Dabei ist ganz klar: „Die Menge an Natur, die uns zur Verfügung steht, ist leicht messbar: Ein verfügbarer, lebenserhaltender Planet, exakt einer“, so Mathis Wackernagel, Begründer des Konzepts des Ökologischen Fußabdrucks.

Die genannten Sponsoren setzen sich bereits umfangreich für nachhaltiges Agieren in Wiesloch ein und kennen viele konkrete Möglichkeiten, wie jede einzelne Person ihren ökologischen Fußabdruck verringern kann. Doch insbesondere bei Jugendlichen scheint die Brisanz des Themas noch nicht deutlich geworden zu sein. Die Veranstaltung war ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Waren die Jugendlichen zu Anfang der Veranstaltung noch weitgehend in „Freizeitstimmung“, so schafften es Moderator und Film in kurzer Zeit, einen Großteil der Anwesenden sehr betroffen zu machen. Niemand hatte z.B. gewusst, dass fast 40 % der Frischwaren-Angebote eines Supermarktes täglich weggeworfen werden – nur weil wir eine große Auswahl bis spät in die Nacht haben wollen.

Die eindrucksvolle Multimediapräsentation wurde in Kooperation mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam Deutschland und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) entwickelt. Sie vermittelte eingängig und anschaulich das Prinzip der Nachhaltigkeit. Der Moderator informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmenprogramm eindrücklich über Handlungsmöglichkeiten für eine gerechte Zukunft.

Was haben Dürren in Afrika oder Überschwemmungen in Indonesien mit mir zu tun? – das fragen sich viele. Paul Bendix, Oxfam, macht daher auf die globalen Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam: „Für uns ist die Klimafrage die Herausforderung dieses Jahrtausends. Das Leben und Überleben von Millionen armer Menschen wird davon abhängen, wie die reichen Länder dem Klimawandel begegnen.“ Denn dieser wird nach wie vor zum größten Teil durch die Industriestaaten verursacht.
„Um der Klima- und Ressourcenkrise zu begegnen, bedarf es Menschen, die Veränderungen positiv gegenüberstehen und diese aktiv mit gestalten,“ – davon ist Christa Liedtke, Forschungsgruppenleiterin am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie, überzeugt. Deshalb wendet sich die Multivision gerade an die junge Generation, um deren Zukunft es geht. „Wir motivieren Jugendliche, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, und unterstützen sie dabei, globale Zusammenhänge verstehen zu lernen“, betont Gisela Enders vom Vorstand der Multivision. Olaf Bandt, Direktor des BUND ergänzt, dass jede und jeder mit Produkten, die ökologisch und fair produziert wurden, zu mehr Umweltschutz und Gerechtigkeit beitragen kann. „Aber das allein genügt nicht. Wir müssen auch politisch Druck machen, um die Zukunft unseres Planeten zu sichern!“

 

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