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Bürgerstiftung WieslochEin Stern auf Reisen

Ein Stern auf Reisen

veröffentlicht: 20. Juni 2016, 2530 mal gelesen, keine Kommentare bisher

201602064_klDrittklässler begeisterten großes Publikum mit ihrer Aufführung „Der Stern. Die Reise. Und dann?“ beim Literatursommer 2016. Musik, szenisches Spiel, Malerei und Lichteffekte ließen die Zuschauer in der OHG-Mensa staunen. (Fotos: Beate Steger)

Die Aufregung im Vorfeld war groß: keines der 20 Kinder aus den beiden Kunst-AGs war zuvor auf so einer großen Bühne gestanden, und die beiden Bühnenproben waren entsprechend chaotisch und sogar mit ein paar Tränen verlaufen. Doch vor der Aufführung am Freitagabend (17.06.16) konnte Constance Berger, Kunstpädagogin aus Baiertal, die Kinder mit mehreren Aufwärmübungen beruhigen. Beim fetzigen Einstiegslied „Wo gehst du hin – wenn du nicht weißt, woher du kommst, wohin du willst?“ verflog dann das letzte Lampenfieber: die Kinder sangen lautstark und schlugen den Rhythmus auf ihren interessanten Instrumenten – PVC-Röhren, Cajóns, Umzugskarton, Plastikflaschen, Rasseln.

Ein wunderbares Geschenk
Knapp 200 Zuschauer verfolgten dann die Geschichte des neugierigen, reiselustigen Sterns, der vom Himmel auf die Erde steigt und dort als Seestern viel erlebt, erst in seiner kleinen Bucht, dann in der großen weiten Welt. Als er alt und müde wird, holt ihn der sanfte Mond wieder nach Hause in den Himmel.

201602119Das Theaterstück wurde von Drittklässlern der Schiller- und der Maria-Sybilla-Merian-Grundschule unter der Leitung von Constance Berger, Leiterin des Kinder-Kunst-Ateliers kidart in Baiertal, inhaltlich und handwerklich-künstlerisch erarbeitet. Es setzte das Buch „Sternenkind“ von Géraldine Elschner um, die zunächst unerkannt im Publikum saß und später in witziger Weise in die Aufführung integriert wurde.
Ihr Urteil am Ende der Aufführung war die schönste Belohnung, die man sich vorstellen konnte: „Ihr habt mein Buch zum Leben erweckt. Das ist ein wunderbares Geschenk für mich.“

Inspiriert von den Bildern der Illustratorin Lieselotte Schwarz stellten die Kinder das hübsche Bühnenbild her. In nur 15 AG-Stunden entstanden bunte Gips­masken, Meeresansichten, eine große „Himmelsleinwand“, Seeblumen und Fische sowie getöpferte Sterne, die den Gästen am Ende der Aufführung zum Andenken geschenkt wurden. Daneben lernten die Kinder ihre unter­schiedlichen Rollen, kämpften mit der Choreographie und übten zwei Lieder der Band YEN ein, deren Gitarrist Christian Fütterer die Kinder auf der Bühne begleitete.
Masken dritte Session (7)_klFür die Kinder waren die AG-Stunden eine einmalige Chance, sich in dieser Form mit vielen Aspekten von Kunst zu beschäftigen. Als für die Meereskulissen dicke blaue Farbe mit den Fingern auf großen Kartons verteilt werden sollte, stellte ein Mädchen fasziniert fest: „Ahh, so fühlt sich Kunst an.“
Einige bis dato verborgene schauspielerische Talente wurden entdeckt, so dass sogar die anwesenden Schulleitungen von Schiller- und Merian-Grund­schule staunten. Und in der Tat meisterten die beiden Hauptdarsteller ihre Parts hervor­ragend. Mut und Vertrauen wurden getestet, als die Gipsmasken angefertigt wurden. Gegenseitige Hilfe, Achtsamkeit, Teamgeist standen fürs Bühnengeschehen im Vordergrund.

Hintergrund
201601957_klDie AGs und die Aufführung fanden im Rahmen des Kinder- und Jugendliteratur­sommers 2016 der Baden-Württemberg Stiftung statt. Ermöglicht wurden sie durch die Bürgerstiftung Wiesloch, die sich dort erfolgreich um eine Kofinanzierung bewarb. Die Bürgerstiftung unterstützte das Projekt nicht nur finanziell; sie übernahm auch die Organisation und integrierte das Buch in den Lesepatenschaften, um auch dort das Thema „Weggehen. Ankommen. Weitergehen. Zurückgehen.“ kindgerecht zu platzieren.

Thema des Literatursommers ist HERKUNFT – ANKUNFT – ZUKUNFT. Heimat und Identität in der Literatur. Es wurde vor zwei Jahren festgelegt und hat vor dem Hintergrund der jetzigen Flüchtlingsbewegungen eine ganz besondere Aktualität erhalten. Wir haben uns ganz bewusst für das „Sternenkind“ entschieden, denn es bietet größtmöglichen Interpretations­spielraum. Der Stern ist ein Wesen ohne konkrete Nation oder Kultur, jeder kann sich mit ihm identifizieren. Die Rückmeldungen der Lesepatinnen und –paten hat dies bestätigt.

logoDer Literatursommer ist eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftung. Über 200 Veranstaltungen finden von Anfang Mai bis Ende Oktober in vielen Städten in ganz Baden-Württemberg statt. Informationen dazu unter www.literatursommer.de

Dankeschön
Die Verantwortlichen der Bürgerstiftung Wiesloch danken ganz herzlich allen, die zum Erfolg des Projekts beigetragen haben, insbes. den Lesepatinnen für ihre Hilfe während der AG-Stunden, den Helfern und Helferinnen vor und hinter der Bühne, Alexandra Fleischer für ihre regelmäßige Unterstützung von Constance Berger während des gesamten Projekts, sowie Géraldine Elschner und Chris Fütterer für ihren Einsatz auf der Bühne.

 

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