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Bürgerstiftung WieslochLest mehr Krimis!

Lest mehr Krimis!

veröffentlicht: 31. Juli 2017, 332 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Nicht der Spannung sondern des praktischen Nutzens wegen. Wie der aussieht, erfuhr man bei einer Lesung des Autors Marcus Imbsweiler während der Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen des Wieslocher Bücherregals.

Die Atmosphäre auf dem Wieslocher Marktplatz direkt vor dem öffentlichen Bücherregal war sommerlich, entspannt und gemütlich, als man sich zur kleinen Feier traf. Die Bürgerstiftung Wiesloch, die das Bücherregal vor zehn Jahren, am 21. Juli 2007, in Wiesloch initiierte, hatte dazu eingeladen und präsentierte ihren Gästen zwei kulturelle Leckerbissen. Sie knüpfte an die Tradition der ersten fünf „Lebensjahre“ des Bücherregals an, als es jedes Jahr ein Fest mit Improvisation, Theater und Lesungen gab.

Zunächst verzauberte Madame Bleu ihr Publikum mit Poesie und Farbe, nahm es mit in ihre blaue Welt der Wörter und Geschichten, die sie aus Vorgaben der Anwesenden improvisierend entstehen ließ. Gedichtemalerin Madame Bleu wurde dargestellt von Angelika Senft-Rubarth, der bekannten und vielseitigen Künstlerin aus Wiesloch. Der imposante Aufbau bildete die Bühne, auf der sie in unkonventioneller Weise Farbe im Zusammenspiel mit Texten einsetzte und so den Bogen zum Bücherregal spannte. Ihre komprimierte Aufführung des Zauberlehrlings mit Schwamm und Pinsel war ein ganz besonderes Erlebnis.

Anschließend gab es einen Auftritt von Marcus Imbsweiler, der sich bei der Anfrage sofort bereit erklärt hatte, dem Bücherregal eine Lesung zum Geburtstag zu schenken. Der Autor und Musik­wissenschaftler aus Heidelberg arbeitet im Bereich klassische Musik, veröffentlicht seit 2005 aber auch belletristische Werke. In der Region ist er vor allem durch seinen Heidelberger Ermittler Max Koller bekannt. Und so gab er als erstes eine Geschichte mit Herrn Koller und dessen Erlebnissen anlässlich des Besuchs des britischen Kronprinzenpaars in Heidelberg zum Besten. Mit einem zweiten Kurzkrimi überzeugte er die Anwesenden, dass Krimis nicht primär wegen der Spannung so beliebt sind sondern vielmehr wegen des praktischen Nutzens, den man aus ihnen ziehen kann – nun wissen auch Nichtmediziner, wie Aconitin wirkt und warum es für einen Mord nicht ganz optimal ist.

Stadtrat Werner Philipp überbrachte in Vertretung von Oberbürgermeister Dirk Elkemann die Glückwünsche der Stadtverwaltung. Er bestätigte, dass das Bücherregal allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz eine sehr beliebte Einrichtung und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sei. Den befürchteten Vandalismus oder gar das Abfackeln großer Buchbestände habe es in all den Jahren nicht gegeben, das Regal sei immer in einem tadellosen Zustand.

Dies bestätigte Rosemarie Stindl, zuständiges Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Wiesloch, verbunden mit dem Dank an die Stadtverwaltung für die große Unterstützung bzgl. des Bücherregals. Dass das Bücherregal „trotz heftigster Nutzung noch immer supergut aussieht, verdankt es vor allem einer Frau, die sich rührend und zuverlässig kümmert.“ Es ist Gisela Schulz, die selbsternannte Bücher-Lady und gute Seele des Regals, die täglich veraltete und speckige Bücher aussortiert und „auch schon mal Leute zur Rede stellt, die kistenweise Bücher entsorgen wollen.“ Der Sinn des Bücherregals liegt eben nicht im Entsorgen, sondern im Tauschen. Niemand will Autokarten und Hotelführer aus den 80er Jahren oder Computerhandbücher für Systeme, die niemand mehr nutzt. Wer so etwas ins Bücherregal stellt, „denkt nicht mit und verursacht den Ehrenamtlichen, die sich um das Regal kümmern, viel unnötigen Aufwand“, so Rosemarie Stindl. Mit einem Geschenk nebst großem Blumenstrauß und langanhaltendem Applaus wurde Frau Schulz für ihr unermüdliches Engagement gedankt.

Die Feier klang mit einem gemütlichen Umtrunk aus, zu dem die Gäste leckere Kleinigkeiten mitgebracht hatten. Das köstliche Bärlauch-Zupfbrot wird vielen in Erinnerung bleiben: eine Dame hatte es mitgebracht mit den Worten, „weil mir das Bücherregal so viel Schönes gegeben hat. Und deshalb möchte ich jetzt auch etwas zurückgeben.“

 

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