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Gestern gepflasterte Ödnis, heute wachsendes Grün

veröffentlicht: 30. Juni 2014, 3437 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Teilnehmer mit ihren UrkundenSimone Horlacher war sichtlich begeistert, dass sich das Areal vor ihrem Lady-Fitness-Studio im Eichelweg von einem auf den anderen Tag so verwandelt hatte, wie es ihr vor einigen Wochen in den Planungs­gesprächen erklärt worden war. So konnte das erste öffentliche Pflanzfest von „Natur in graue Zonen“ am 28.06.2014 dort statt­finden.

Fünf Firmen machen bereits bei der Kampagne „Natur in graue Zonen“ in Wiesloch mit, die in den drei Pilotstädten Wiesloch, Erfurt und Duisburg läuft und deren Ziel es ist, betonierte und asphaltierte Flächen von Unternehmen zu entsiegeln und naturnah zu begrünen. Die Entsiegelung erfolgt auf eigene Kosten, aber für das neue Pflanzkonzept und die Bepflanzung kann jedes Unternehmen bis zu 5.000 € Fördermittel aus der Kampagne bekommen. In Wiesloch sind noch genügend Mittel für fünf weitere Unternehmen verfügbar. Es wäre schön, wenn sich noch welche zur Teilnahme entschließen könnten.

Die letzten Pflanzen werden eingesetztDas Pflanzfest fand zwar bei leichtem Nieselregen statt, aber die kleine Abordnung der Stadtkapelle Wiesloch stimmte die Festgäste mit schmissiger Blasmusik gut ein, und das kleine kulinarische Angebot der Jugendfeuerwehr Frauenweiler tat ein Übriges. Bei der moderierten Fragerunde kamen sowohl Projektleiterin Anke Merk als auch die Unternehmer selbst zu Wort, so dass ein umfassendes Bild der bisherigen Aktivitäten entstand.

Netze BW Region Nordbaden hat eine Fläche um eine Umspannstation herum im Wohngebiet Schafäcker-/Eschenweg entsiegelt und umgestaltet. Für die Herren Gutjahr und Rudy ist wichtig, dass „der Natur Raum gegeben wird“. Sie sind sehr zufrieden mit der Vielfalt an Lebensräumen, die nun dort den Kleinlebewesen zur Verfügung steht. Und die Fläche sei absolut pflegeleicht.
Es gehe, so Frieder Weigand als Gartenbauexperte der Kampagne, um die Schaffung möglichst magerer Flächen, damit sich wieder vermehrt heimische Pflanzen und Insekten einfinden. Dabei sei jedoch durchaus auch eine Kombination mit besonderen Zierpflanzen denkbar.
Pflanzfest - HorlacherSo wurde auch die Fläche von Lady-Fitness gestaltet, denn Simone Horlacher möchte ihre Kundinnen schon draußen auf das Wellness-Angebot in ihrem Studio einstimmen. Für sie kam übrigens die Kampagne genau zum richtigen Zeitpunkt: eine Umgestaltung war dringend notwendig, und durch die Fördermittel sparte sie erheblich dabei.
Auch in der Folge gibt es Sparpotential, denn aufgrund der nun deutlich kleineren versiegelten Fläche verringern sich auch die Abwasserkosten. Ähnlich argumentiert Werner Fuchs, Geschäftsführer der Welker Backanlagen, der leider am Pflanzfest verhindert war.

Der Umweltaspekt ist für Dr. Daniel Klug von den Oralchirurgen Wiesloch bei der geplanten Umgestaltung des Praxisparkplatzes genauso wichtig wie die Ästhetik. „Wenn wir nach Draußen schauen, sehen wir nur diese schreckliche graue Mauer. Und unsere Patienten auch.“ So war Frau Merks Anfrage der Anstoß, der endlich zu Taten führte. Demnächst wird der Parkplatz mit „Grünimplantaten“ aufgelockert, die Mauer wird begrünt, „und vielleicht finden wir noch ein Plätzchen für einen Baum“ hofft Dr. Klug.
Pflanzfest - FritzRainer Fritz von Fritz Solar GmbH in Schatthausen berichtete schließlich voller Begeisterung, dass seine Erwartungen mehr als erfüllt wurden. So beteiligten sich bei der Umgestaltung seines Außenbereiches die Mitarbeiter und die Nachbarn. „Man trifft sich jetzt öfter zum Gießen und für einen kurzen Plausch. Kundengespräche finden mittlerweile wann immer möglich draußen statt. Wir haben tatsächlich neue Lebensräume geschaffen, nicht nur für Wildbienen und Hummeln sondern auch für uns Menschen.“

Pflanzfest - Dr.KlugOberbürgermeister Franz Schaidhammer ging in seinem Grußwort kurz auf die Bedeutung der Kampagne für das Gesamtkonzept der Stadtentwicklung ein und lobte den Vorbildcharakter des Engagements aller Beteiligten.
Dr. Anke Valentin vom Wissenschaftsladen Bonn, der insgesamt für „Natur in graue Zonen“ verantwortlich ist, übergab zum Abschluss Urkunden an die teilnehmenden Unternehmen und bekräftigte, dass Wiesloch als die kleinste der Pilotstädte erstaunlich aktiv sei und die Kampagne sehr gut voranbringe.

Weitere Fotos vom ersten Pflanzfest

Video von Pflanzungen und vom Pflanzfest

 

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