
Zwei Gremien braucht eine Bürgerstiftung zwingend: Vorstand und Stiftungsrat. Der Vorstand ist für das operative Geschäft verantwortlich. Dazu gehören u.a. Planung und Umsetzung von Projekten, Einwerben von finanziellen Mitteln, Entscheidungen über die Anlage des Stiftungsvermögens.
Der Stiftungsrat ist das Aufsichtsgremium. Er wacht über die Einhaltung der Stiftungszwecke und unterstützt den Vorstand in seiner Arbeit. Insbesondere obliegt ihm die Kontrolle über die Tätigkeit des Vorstands und die Prüfung und Genehmigung des Wirtschaftsplanes für das jeweilige Haushaltsjahr sowie des Jahresabschlusses und des Tätigkeitsberichtes des Vorjahres.
Anton Dillinger gehörte von 2010 bis Mai 2026 dem Stiftungsrat an und ist somit das Ratsmitglied mit der bisher längsten Amtszeit. Er wurde drei Mal wiedergewählt, was er als besondere Anerkennung seiner Tätigkeit betrachtet. „Nach 16 Jahren und in meinem Alter ist es Zeit, den Platz zu räumen“ sagte er vor der letzten Wahl im Mai 2026 und kandidierte nicht wieder. „Es war eine gute Zeit, jede Wiederwahl war eine Bestätigung. Vielleicht fehlt mir bald etwas.“
Damals, Anfang 2010, stand er kurz vor dem Beginn seiner Altersteilzeit und hatte sich schon gefragt, was er tun könne, wenn er sozusagen nichts mehr zu tun hätte. „Es war ein Glücksfall“, sagt er rückblickend, „dass eine bereits in der Bürgerstiftung aktive Freundin mir die Kandidatur zum Stiftungsrat nahelegte.“
Der Stiftungsrat war für Dillinger „der Türöffner für weiteres Engagement in der Bürgerstiftung“, weil er letztere nun viel besser kennenlernte. „Ich habe schnell erkannt: in der Bürgerstiftung gibt es Leute, die sich kümmern. Deren Begeisterung und Arbeitsmoral empfand ich als sehr positiv und animierend.“ Bald arbeitete er in zwei neuen AGs für Öffentlichkeitsarbeit und für Finanzen mit, und wenig später begann er, das jährliche Benefizkonzert sowie Feste zu organisieren – „alles Tätigkeiten, die ich gern machte. Organisieren liegt mir. Durch die Bürgerstiftung habe ich viele Leute und Institutionen kennengelernt, eine große Bereicherung, denn vorher habe ich hier zwar gelebt, war aber wegen des Berufs kaum sozial in der Stadt eingebunden.“
Auch wenn der Stiftungsrat das kontrollierende Organ der Bürgerstiftung ist, so war es laut Dillinger bisher nie notwendig einzugreifen, weil der Vorstand immer „sinnvolle Dinge gut umgesetzt hat“. Der Rat begleite eher, als dass er lenke. Die Räte wurden vom Vorstand häufig zum Mitmachen animiert, was insbesondere in der Anfangszeit bzgl. Netzwerkaufbau und Synergien sinnvoll war. Die wechselnden Zusammensetzungen des Rates im Laufe der Jahre waren für Dillinger besonders spannend. Was sich Anton Dillinger für die Bürgerstiftung wünscht? „Dass sie weiterhin so erfolgreich ist, einerseits noch vielen Menschen eine Ehrenamtsheimat gibt und andererseits weiterhin für viele gute und wichtige Angebote in der Stadt sorgt.“
