
Karin Kircher engagiert sich als Fachfrau und Ehrenamtliche, um das Thema Demenz bekannt zu machen. Sie ist seit 2016 in der Initiative Demenzfreundliches Wiesloch, einer Plattform für die örtlichen Vertreter der professionellen Dienste und Organisationen sowie für Privatpersonen, die sich für das Thema Demenz engagieren möchten oder als pflegende Angehörige ihre Erfahrungen einbringen.
Karin Kircher kam über ihren Beruf als „Koordinatorin Geriatrischer Schwerpunkt“ der GRN-Kliniken zur Initiative Demenzfreundliches Wiesloch (IDW). Die IDW wurde von Sozialarbeitern des PZN im Jahr 2012 ins Leben gerufen und agiert unter dem Dach der Bürgerstiftung Wiesloch.
Ihre Beweggründe für ihr Engagement beschreibt sie so: „Ich habe mir so viel Wissen aufgebaut, das soll nicht brachliegen, das will ich weitergeben. Die Bürgerstiftung mit ihrem großen Netzwerk ist dafür ideal. Und sie gibt mir den Rahmen, in dem ich mein Herzensprojekt umsetzen kann.“
Ihr Herzensprojekt heißt „Farben der Erinnerung“. Es ist ein kreatives Angebot für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, bei dem durch Malen und Zeichnen ein Zugang zu Gefühlen und Erinnerungen ermöglicht wird. „Der Anfang war schwierig,“ erinnert sich Kircher, „aber nun ist der Erfolg da, was die tollen Gemälde nach jedem Treffen aufs Neue zeigen.“
Innerhalb der regelmäßigen IDW-Sitzungen, in denen sich Profis aus der IDW und Ehrenamtliche aus verschiedenen Bereichen beraten, bringt Kircher ihre fachliche Expertise ein. Die Atmosphäre dort sei sehr angenehm, die Diskussionen zu neuen Ideen offen und zielführend. Kircher ist begeistert: „Die Unterschiedlichkeit der Menschen im Team macht unsere Qualität aus. Wir ergänzen uns hervorragend.“
Als besonders konstruktiv empfindet sie die Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der Bürgerstiftung, z.B. „Zeitgeschenk“. Für diesen Besuchsdienst konnten gemeinsam Demenzbegleiter ausgebildet werden, die Menschen zu Hause begleiten und dadurch Angehörige entlasten.
Warum sie gerade zur Bürgerstiftung Wiesloch gekommen ist? „Ich bin Urwieslocherin und ich wollte vor Ort etwas zu tun, mich hier in unserer Stadt engagieren, wenn ich in Rente gehe. Es war nicht geplant, dass ich als Expertin in einem Projekt tätig werde. Aber ich habe es nicht bereut. Es hat sich so viel Gutes entwickelt. Die Bürgerstiftung hat es geschafft, auf Vorhandenem aufzubauen und dabei bisher Beteiligte und neue Engagierte im Team zusammenzubringen. Ihre große Stärke ist das Netzwerken. Wir wollen die mittlerweile vorhandenen kommunalen und regionalen Ressourcen bündeln, eventuell mit Nußloch und Walldorf zusammenarbeiten.“
Die Bürgerstiftung sei sehr nah an denen, die mitmachen, und fördere den Austausch untereinander, sagt Karin Kircher. Das erweitere den eigenen Horizont ungemein. Und weiter: „Man lernt so viele Menschen kennen, wenn man sich in der Bürgerstiftung engagiert. Sie ist leicht erreichbar, man bekommt viel Unterstützung. In der Bürgerstiftung fühlt man sich als Ehrenamtliche sehr wohl.“
