Stadtgrün für Wiesloch: Glanzvolle Preisverleihung und Ausstellungseröffnung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs mit der Jury – Bilder: Jürgen Pohl

Am 17. April 2026 hat die Jury des Projektes „Stadtgrün für Wiesloch 2025“ im Foyer des Rathauses sieben Preisträgerinnen und Preisträger für ihre Beiträge im Wettbewerb Stadtgrün für Wiesloch 2025 mit der Übergabe der Urkunden und der Preisgelder geehrt. Zugleich wurde die Präsentation aller eingereichten Vorschläge eröffnet.

Der Wettbewerb „Stadtgrün für Wiesloch 2025“ startete im Frühjahr 2025 als neues Projekt der Bürgerstiftung Wiesloch. Die Idee dabei: Stadtgrün wird als eine der wirkungsvollen Maßnahmen im Siedlungsbereich angesehen, um die Aufheizung der Städte abmildern. Zudem sind begrünte Städte attraktiv, Bäume reinigen die Luft und spenden Schatten im Sommer, sehen schön aus und bieten ganz nebenbei auch Lebensraum für Vögel, Eichhörnchen und viele Insektenarten.

Mit dem „Förderprogramm“ wurden Begrünungsmaßnahmen mit einem Zuschuss zu den entstehenden Kosten unterstützt. Zusätzlich zur Kostenbeteiligung, die alle Teilnehmerinnen am Förderprogramm bekommen haben, wurde für die drei überzeugendsten Maßnahmen Preisgelder zwischen 500 und 200 € ausgelobt. Beim „Ideenwettbewerb“ konnten Mitbürgerinnen ohne Möglichkeit zu eigenen Pflanzungen klimaverbessernde Vorschläge machen und die drei überzeugendsten Ideen werden ebenfalls prämiert.

Viele Bürgerinnen und Bürger aus Wiesloch waren ins Rathaus gekommen, um die Projekte und Ideen kennenzulernen und die Prämierungen zu erleben. Die im Foyer eröffnete Ausstellung zeigt in sehr anschaulicher Weise die Vielfalt und die Kreativität der eingereichten Beiträge.

Die Prämierungen im Förderprogramm

Für die Teilnahme am Förderprogramm war Klimarelevanz Voraussetzung, förderwürdig waren demnach entweder Entsiegelung, Fassadenbegrünung oder Baumpflanzungen. Insgesamt acht Maßnahmen wurden ins Förderprogramm aufgenommen und mit einer Kostenbeteiligung gefördert.

Den ersten Preis des Förderprogramms gewann Frau Melanie Glock für ihr Projekt „Von der Schotterwüste zum insektenfreundlichen Blühparadies“. Sie hat mit ihrer Familie den Schotter im Vorgarten entfernt und bienenfreundliche Stauden gepflanzt, das Dach des Fahrradhauses wurde mit Wildblumen bepflanzt. Frau Glock: „Als wir das Haus gekauft haben, war mir schon klar, dass wir den Schotterweg ersetzen würden. Da kam „Stadtgrün für Wiesloch“ für uns zum richtigen Zeitpunkt“.

Bleibt zu hoffen, dass sich viele Eigentümer*innen durch dieses Vorbild zur Nachahmung anregen lassen, denn der blühende Vorgarten bei Glocks entwickelt sich schon im ersten Jahr der Pflanzung zu einer Augenweide.

Die Prämierung von Frau Glock durch die Jurymitglieder Dr. Lenz und Dr. Weber

Der zweite Preis ging an die Schillerschule Wiesloch. Hier wurde die Umgestaltung der ehemaligen Weitsprunggrube der Schillerschule zu einem naturnahen Schulgarten prämiert.

Unter der Anleitung der beiden Lehrerinnen Frau Kratzmeier und Frau Benda entstand aus einem langweiligen Grünstreifen am Rande des Schillerparks ein Schulgarten mit einer Gartenhütte, einem Außen-Klassenzimmer, vier Obstbäumen und Kräuter- und Gemüsebeeten. An diesem Projekt hat die Jury besonders begeistert, dass die ganze Schulgemeinde bei der Planung und Realisierung beteiligt war. So wurden z.B. durch einen Sponsorenlauf der Schülerinnen im Schillerpark 14.000 € Eigenmittel erzielt und der Förderverein der Schule sowie Wieslocher Betriebe haben mitgeholfen. Frau Kratzmeier berichtete, dass die Schülerinnen der Arbeitsgemeinschaft gerade Saatkartoffeln im Gemüsebeet einpflanzen. So lernen sie bei der Gartenbestellung, wo ihre Lebensmittel herkommen und welche Arbeit mit deren Gewinnung verbunden ist.

Frau Kratzmeier und der Schulleiter, Herr Theobald bei der Prämierung

Der dritte Preis ging an die Esther-Bejarano-Gemeinschaftsschule für die Umgestaltung des Schulhofes. Der große, weitgehend kahle und gepflasterte Schulhof heizt sich im Sommer sehr stark auf und ist dann kein angenehmer Aufenthaltsort in den Pausen. Er soll Stück für Stück umgestaltet werden: Es sollen Biodiversitätsinseln für Insekten und Biotope für Eidechsen entstehen und für die Schüler*innen sollen beschattete Rückzugsräume geschaffen werden. In die Planung sind zahlreiche Ideen der Schülerinnen und Schüler eingeflossen.

Die Schulleiterin Frau Kröhn, der stellvertretende Schulleiter Herr Ritz mit Franz Schaidhammer und Dr. Weber von der Jury bei der Übergabe der Urkunde und des Preisgeldes.

Für vier weitere Umsetzungen haben die Initiatoren einen Zuschuss zu den entstandenen Kosten von „Stadtgrün für Wiesloch 2025“ erhalten. Die Umgestaltung des Gartens des Kinderschutzbundes zu einem kreativen Erlebnisort für die Kinder wurde mit einem Maulbeerbaum unterstützt. Auf Vorschlag des Ehepaars Ueltzhoeffer steht jetzt eine schattenspendende Hopfenbuche an der Breslauer Straße und der Ortschaftsrat von Schatthausen freut sich über einen Baum auf dem Sportplatz und die Begrünung der Wand an der Schule in Schatthausen mit rankenden Hopfenpflanzen.

Die Prämierungen im Ideenwettbewerb

Am Ideenwettbewerb haben sich acht Wieslocher Bürgerinnen beteiligt. Bei diesem Wettbewerbsteil waren Menschen aufgefordert Vorschläge für den öffentlichen oder halböffentlichen Raum zu machen. Für die Jury war es beeindruckend, dass die Ideengeberinnen und Ideengeber mit offenen Augen durch die Stadt gegangen sind und Potenziale entdeckt haben. Vorschläge für den öffentlichen Raum erforderten zunächst einmal, die Eigentümerinnen zu informieren und anzufragen, wie sie zu der Idee stehen und zu klären, ob der Vorschlag realisiert werden kann.

Soweit die Vorschläge den städtischen Raum betrafen, haben die Verantwortlichen der Stadt Wiesloch dann in unglaublicher Weise produktiv und konstruktiv geholfen, dass Ideen nicht nur im Raum stehen bleiben, sondern realisiert werden können. Daher geht ein großes Dankeschön an die Umweltbeauftragte der Stadt Dr. Heike Lenz für die Koordination der beteiligten Abteilungen, an ihre Mitarbeiterin Frau Krug, an Herrn Degen und Herrn Stumpf vom Grünbauamt, an Herrn Niebergall vom Bauhof und an Herrn Hilswicht von der Stadtgärtnerei.

Ein leuchtendes Beispiel für diese Kooperation ist die Umsetzung der Projektidee, für die der erste Preis im Ideenwettbewerb vergeben wurde. Zwei Personen, die gleiche Idee: Die Entsiegelung und Begrünung der Südlichen Zufahrt.

Die Preisträger Frau Ebbing-Koyro und Herr Jungmann bei der Prämierung durch die Jury

Die beiden Mittelinseln an der Südlichen Zufahrt sind derzeit flächendeckend versiegelt, ein trostloser Anblick und im Sommer erhitzt sich dort die Straße deutlich. Durch die Entsiegelung wird das Regenwasser in den Boden statt in die Kanalisation fließen, die Bepflanzung mit verschiedenen Staudenarten sorgt für Biodiversität und Insektennahrung, das Abtragen der dunklen Fläche wird die Erwärmung abmildern. Da der Vorschlag zweimal an die Jury herangetragen wurde, wurde das Preisgeld auf die beiden Ideengeber aufgeteilt.
Während der Veranstaltung hat der anwesende Bürgermeister Sauer die wundervolle Nachricht überbracht, dass schon in den Pfingstferien die Bagger anrollen. Es war ein längerer Weg von der Idee zur Umsetzung. Zunächst waren der Untergrund (Leitungen, Kabel, Abwasserkanäle usw.) und die Bodenbelastung zu prüfen, ein Förderantrag zu stellen und der Gemeinderat musste überzeugt werden. Das Umweltschutzamt und das Stadtgrünamt haben bereits geeignete Pflanzenarten ausgewählt. Ende gut, alles gut! – schon im Frühsommer werden sich die Bürgerinnen und Bürger über den schönen Anblick freuen können.

Der zweite Preis ging an Herrn Dr. Hans-Günther Boldt. Er hatte insgesamt neun Vorschläge zur Begrünung gemacht: Fassadenbegrünung am Rathaus und am Hospiz Agape, Ranken an den Fallrohren am Parkhaus am Bahnhof und am Hospiz Agape, Komplettbegrünung des Dachs des Palatins und des Rathauses. Wie er zu den Ideen gekommen sei? Er meint, wenn man mit offenen Augen geht, sieht man was, andere schon gemacht haben und dann erkennt man, das geht doch hier in Wiesloch auch.
Die gute Nachricht: Das Hospiz Agape will die Begrünung der Fallrohre in den kommenden Wochen umsetzen.

Prämierung von Dr. Boldt durch Dr. Martens-Aly und Dr. Weber

Herr Andreas Jungmann wurde ein weiteres Mal geehrt, er erhielt den dritten Preis des Ideenwettbewerbs für den Vorschlag die Sandsteinmauern in der Röhrgasse und am Röhrbuckel zu Begrünen: Rankende Pflanzen werden die Aufheizung der Mauern im Sommer abmildern und blühende Pflanzen werden einen erfreulichen Anblick in der Stadt zu schaffen.

Auch hier die gute Nachricht: Die Stadtgärtnerei hat bereits zwei Pflanzen an der Stadtmauer beim Gänseliesel Brunnen gesetzt, die Begrünung der übrigen Mauern wird im Herbst folgen.

Das Ehepaar Jungmann in der Ausstellung

Zwei weitere Vorschläge aus dem Ideenwettbewerb sind mittlerweile realisiert. Zum einen hat der Ortschaftsrat von Baiertal den Vorschlag von Dr. Sonja Ehret für die Umgestaltung des Alten Friedhofs in Baiertal zu einem „Dialogpark“ aufgegriffen, Stadtgrün für Wiesloch hat hier die Kosten für die Pflanzung einer pilzresistenten Esche übernommen. Zum anderen hat die Volksbank Baiertal schon im letzten Jahr auf dem Parkplatz der Bank eine Dorflinde gepflanzt.

Zwei weitere Ideen werden wohl nicht umgesetzt: die Begrünung des Dachs des Familienzentrums und die Begrünung der Fassade des Telekomgebäudes in der Bahnhofstraße.

Der Abschluss des Projektes mit den Prämierungen und die Eröffnung der Ausstellung wurden mit einem kleinen Umtrunk beendet. Lange standen die Besucher in angeregten Gesprächen noch an den Postern der Ausstellung beisammen, um sich zu informieren und Ideen mitzunehmen.

Die Ausstellung ist noch bis Ende des Monats während der Öffnungszeiten des Rathauses im Foyer zu sehen.

Wie geht es weiter?

Die Bürgerstiftung ist stolz, dass sie als Impulsgeberin mit ihrem Projekt „Wiesloch für alle 2025“ in die Stadt hineinwirken konnte. Ein großes Dankeschön an den Initiator und Sponsor Dr. Gunthard Weber, an alle übrigen Spenderinnen und Spender und an die Mitglieder der Projektgruppe für ihre Mitarbeit und die gute Umsetzung.

Aus den Vorschlägen zu „Stadtgrün für Wiesloch 2025“ werden einige Projekte im Laufe des Jahres noch umgesetzt, aber auch neue Vorschläge, gerne im privaten Bereich, können im Rahmen der bisherigen Konditionen finanziell gefördert werden.

Im Aufruf zum Wettbewerb steht: Mehr Grün in der Stadt tut uns allen gut! Lassen Sie uns in Wiesloch nicht die Böden verdichten, sondern die Natur! Das gilt weiterhin.

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