Unter dem Motto „Das wahre Kapital sind die ehrenamtlich Aktiven“ feierte die Bürgerstiftung Wiesloch am vergangenen Montag im Palatin ihr 20-jähriges Bestehen.
Was vor über 20 Jahren als mutiges Experiment eines Initiativkreises begann, hat sich heute zu einem festen Bestandteil der Wieslocher Zivilgesellschaft entwickelt. Mit der Gründungsversammlung am 4. Mai 2006 im Ratssaal wurde der Grundstein gelegt. Heute engagieren sich über 200 Ehrenamtliche in den vielfältigen Projekten der Bürgerstiftung Wiesloch.
28 Projekte auf der Bühne – das „wahre Kapital“ der Bürgerstiftung
Nach einer musikalischen Einstimmung durch Gründungsstifterin Ute Roth am Flügel stellten sich in kurzer Abfolge ehrenamtlich Aktive aus insgesamt 28 Projekten und Initiativen der Bürgerstiftung und ihr Tätigkeitsfeld in beeindruckender, lebendiger Art und Weise vor.
Am Ende zeigte sich ein beeindruckendes Bild der großen Vielfalt des Wirkens der Bürgerstiftung und ihrem „wahren Kapital“ – den ehrenamtlich Aktiven.
Intensive Vorbereitung
Der Vorstand hatte das Format in mehreren „Kreativtreffen“ Schritt für Schritt erarbeitet. Schnell war man sich über das Ziel einig: Es sollte keine „klassische“ Jubiläumsveranstaltung werden; vielmehr wollte man das Wichtigste, nämlich das unbezahlbare ehrenamtliche Engagement der Ehrenamtlichen, gleich zu Anfang positionieren.
Verantwortung statt Hierarchie
Erst danach trat der Vorsitzende Johann Gradl ans Mikrofon, um die Veranstaltung zu eröffnen und die 180 anwesenden Gäste zu begrüßen.
Er würdigte zunächst den Mut der „Pioniere“, die die Bürgerstiftung auf den Weg gebracht und aufgebaut haben:
- die Mitglieder des Gründungsvorstands Brigitta Martens-Aly, Rosemarie Stindl und Michael Sieber
- die langjährige Vorsitzende Annegret Sonnenberg, unter deren Führung die Bürgerstiftung Sichtbarkeit weit über Wiesloch hinaus erlangte
- den Gründungsstifter Reinhold Miller, dem es zu verdanken ist, dass die „Direkte Unterstützung von Menschen in Notlagen“ in der Satzung festgeschrieben wurde
- den langjährigen Vorsitzenden des Stiftungsrat, Lars Castellucci, heute Mitglied des Deutschen Bundestags und Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe
Johann Gradl würdigte auch ganz besonders das „Engagement im Hintergrund“, ohne das eine erfolgreiche Arbeit nicht denkbar ist. Namentlich erwähnte er Manfred Stindl, der sich seit vielen Jahren mit einem Höchstmaß an Gründlichkeit und Zuverlässigkeit um die inzwischen recht komplexe Buchhaltung kümmert.
Auf die Frage, warum die Bürgerstiftung auf zwanzig Jahre erfolgreicher Arbeit zurückblicken kann, nannte er fünf Merkmale, die für die Werte und Prinzipien der Institution stehen:
- Kontinuität und Verlässlichkeit
- Finanzielle Stabilität
- Arbeiten im Team
- Verantwortung statt Hierarchie
- Organisatorische Flexibilität.
Grußwort von Oberbürgermeister Dirk Elkemann
Oberbürgermeister Dirk Elkemann würdigte in seinem Beitrag die Stiftung als Bereicherung für die Gemeinschaft: „Die Bürgerstiftung hat immer gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam anpacken“. Die Gemeinschaft werde dadurch in besonderem Maße bereichert. Der Oberbürgermeister hob hervor, dass die Bürgerstiftung mit ihren Angeboten in jeder Lebenslage und vielen Bereichen zur Seite stehe.
Festvortrag von Theresia Bauer: „Orte des tätigen Glücks“
Als Gastrednerin konnte Theresia Bauer, Geschäftsführerin der Baden-Württemberg-Stiftung, gewonnen werden. Sie hob hervor, dass zivilgesellschaftliches Engagement ein unverzichtbares Qualitätsmerkmal für unsere Demokratie sei. Selbstwirksamkeit zu erfahren sei ein wichtiges Element, dann ständen Bürgerinnen und Bürger auch für die Demokratie ein.
Besonders das lokale Engagement in der eigenen Nachbarschaft sei „unmittelbarer“ und mache Stiftungen zu „Orten des tätigen Glücks“ – ein Ausdruck, den der frühere Bundespräsident Joachim Gauck prägte.
Berufung ins Stiftungsforum
Seit einer im Jahr 2020 vorgenommenen Satzungsänderung darf die Bürgerstiftung Wiesloch ehrenamtlich Aktive aufgrund ihres besonderes ehrenamtlichen Engagement in das Stiftungsforum berufen. Die Entscheidung trifft der Stiftungsrat.
Aufgrund ihres herausragenden Engagements wurden Sigrid Sauter-Gaa (Werkstatt-Café, Gala-Ball, Bücherregal) und Joachim Schnitter (Netzwerk Asyl, Werkstatt-Café, Digitaler Unabhängigkeitstag) in das Stiftungsforum berufen. Edeltraut Schuckert und Monika Gessat, Mitglieder des Vorstands, trugen jeweils die Laudatio vor.
Neuwahl der Mitglieder des Stiftungsrats
Turnusgemäß wurden im Vorfeld des Stiftungsforums die Mitglieder des Stiftungsrats per Briefwahl neu gewählt.
Vier Mitglieder hatten vor der Wahl erklärt, nicht wieder zu kandidieren. Katrin Floegel, bisherige Stiftungsratsvorsitzende, verabschiedete mit jeweils einem kleinen Geschenk Anton Dillinger, Annette Feuchter, Anke Merk und Patrik Streib.
Annette Feuchter, Vorsitzende des Wahlausschusses, und Lars Castellucci, langjähriger Vorsitzender des Stiftungsrats, übernahmen es schließlich, die neu gewählten Mitglieder des Stiftungsrat vorzustellen und auf die Bühne zu bitten. Dem neuen Stiftungsrat gehören folgende Personen an: Maximilian Böhler, Matthias Eckstein, Katrin Floegel, Matthias Haberbosch, Benedikt Krauter, Francesca Peroni, Adrian Seidler, Rosemarie Stindl, Michael Weimer, Jutta Werbelow und Markus Winterstein
Franz Schaidhammer, Mitglied des Vorstands, dankte abschließend allen Anwesenden für ihre Teilnahme und lud zu einem Umtrunk mit kleinem Imbiss in das Foyer des Palatins ein. Hier wurde bis in den späten Abend hinein ausgiebig miteinander gefeiert und Projekte sowie Visionen angeregt diskutiert.
Auf viele weitere erfolgreiche Jahre unserer Bürgerstiftung!

























































