Tätigkeitsbericht 2025: Interkulturelle Gartengemeinschaft Wurzelwerk

Seit 10 Jahren gibt es nun den Interkulturellen Garten „Wurzelwerk“ in Wiesloch. Das galt es zu feiern, hat sich doch unser Garten mit seiner wachsenden Gemeinschaft zu einem Ort der Begegnung in Wiesloch fest verankert. Der Garten selbst hat sich weiterentwickelt. Über mehrere Jahre sind Pflanzen und Bäume gewachsen, im Totholz- und im Lebendzaun entfalten sich Jahr für Jahr Lebensräume für Kleintiere und in der Gemeinschaft haben alle einen Platz und können sich entsprechend ihrer persönlichen Ressourcen einbringen.

Manche Menschen sind nur vorübergehend bei uns. Häufig sind es Menschen, die erst vor kurzer Zeit nach Deutschland eingereist sind. Über die gemeinschaftliche Arbeit im Garten fällt es ihnen leichter, sich zu integrieren, die deutsche Sprache zu lernen und sich auszutauschen. Als Gemeinschaft, die Ankunft und Integration Geflüchteter unterstützen zu können, macht uns viel Freude und auch ein bisschen stolz.

Am Anfang des Jahres besprechen wir die neue Saison, verteilen Aufgaben und stimmen demokratisch ab, was wir verändern wollen und welche Investitionen getätigt werden sollen. Im Februar trafen wir uns hierfür im Wieslocher Rathaus. Danke an die Stadt Wiesloch, dass sie uns hierfür in dieser Jahreszeit einen warmen, gut ausgestatteten Raum zur Verfügung stellt.

Im März haben wir an den „Internationalen Wochen gegen Rassismus Wiesloch und Umgebung“ teilgenommen. Gemeinsam mit Fridays for Future Wiesloch luden wir die Bevölkerung zu einer veganen Cookingparty zu uns in den Garten ein. Bei diesem lockeren Zusammentreffen wurde gemeinsam gegessen und bei netten Gesprächen am Lagerfeuer gesessen. Mitglieder beider Gruppen brachten vegane Gerichte aus aller Welt mit – das war sowohl für die Köchinnen und Köche als auch für alle Gäste eine tolle und interessante kulinarische Erfahrung.

Am selben Tag waren wir auch im Rahmen der Wieslocher Gemarkungsreinigung unterwegs, um weggeworfenen Müll einzusammeln. Ausgestattet mit Greifzangen und Müllsäcken durch den Bauhof Wiesloch säuberten wir das umliegende Gebiet Hauptstraße, Lempenseite, Güterstraße und Sofienstraße. Sehr erfreulich ist, dass sich immer wieder Kinder an der Gemarkungsreinigung beteiligen. Auch sie stattet der Bauhof mit kleinen Warnwesten aus, damit alle gut gesehen werden, wenn sie mit dem Müll wieder aus den Gebüschen herausspringen. Vor allem der alte Bahndamm im Bereich Güterstraße und Sofienstraße ist in jedem Jahr voll mit Plastik und Sperrmüll. Diesen entsorgen wir in einem vom Bauhof gestellten Container.

Auf dem Bild sitzt ein scharlachroter Feuerkäfer im Rosmarin. Er ist der „echte“ Feuerkäfer und abzugrenzen von der Gemeinen Feuerwanze, die sehr viel häufiger vorkommt und vor allem in Vorgärten anzutreffen ist.

Wir freuten uns sehr über einen erneuten Spendenscheck über 1.500 Euro vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden. Das PZN ist Mitglied der KLIMAWIN-Initiative des Landes Baden-Württemberg und engagiert sich aktiv für lokale Klimaschutzprojekte.  Herr Dr. Olivier Elmer, der Vera Nitsche aus dem Leitungsteam den Scheck überreichte, betonte: „Das PZN unterstützt den Interkulturellen Garten sehr gern. Denn in diesem Projekt werden zwei Ziele engagiert miteinander verbunden, die uns auch als Unternehmen wichtig sind: Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Vielfalt.“ (Artikel in der Wieslocher Woche vom 22. Mai 2025). Mit dem Geld konnten wir die neue Hütte finanzieren.

Eine invasive Pflanze drohte, sich im Garten auszubreiten und ökologisch wertvolle und einheimische Pflanzen zu verdrängen. Hierbei handelte es sich um den Wiesen-Bärenklau. Bei Hautkontakt kann dieser zu schweren Verbrennungen führen. Behutsam wurden alle sichtbaren Pflänzchen in einer gemeinschaftlichen Aktion entfernt und dankenswerterweise durch die Städtische Friedhofsgärtnerei ordnungsgemäß über den Restmüll entsorgt.

Unser Garten wird von selbstgebauten Zäunen umrandet, die regelmäßig instand gehalten werden müssen. An einer Seite mussten Pfähle erneuert werden, weil sie morsch geworden sind. Der Totholzzaun wurde im Rahmen von Baumschnittarbeiten mit Ästen und Zweigen erweitert. Er ist ein Beispiel dafür, dass Gartenabfälle im natürlichen Kreislauf bleiben, denn in der Zeit der Verrottung bietet das Holz einen sicheren Lebensraum für Kleintiere.

Im August stand die Erneuerung der Hütte an. Die alte war nach 10 Jahren zu klein und undicht geworden. Und somit wurde die alte Hütte ausgeräumt und abgebaut und an ihrer Stelle eine neue größere Hütte aufgebaut.

Schließlich wurde im September im Rahmen unserer Jubiläumsfeier die Hütte eingeweiht.

Im Jahr 2025 gärtnerten im „Wurzelwerk“ 89 Menschen aus 12 Nationen, darunter 43 Kinder.

Wir sind sehr dankbar für die Gemeinschaft und unser wundervolles Plätzchen am Rande der Stadt und freuen uns auf die nächste Saison 2026!

Für die Wurzelwerker*innen: Marion Schmidt

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