Regionalität als Fokusthema
Wiesloch (awol) „Für Viele beginnt der Tag mit einem guten Frühstück“, so begrüßte die Projektverantwortliche Fairtrade Town der Bürgerstiftung Wiesloch Imke Fernandez am vergangenen Samstag morgen die Anwesenden zur Fortsetzung der im Jahr 2024 erstmalig gestarteten Aktion. Patricia Schneider-Winterstein, Diakonin in der Petrusgemeinde, hieß die Gäste im Gemeindehaus in der Friedrichstraße im Namen der evangelischen Pfarrgemeinde als Mitveranstalterin willkommen und freute sich besonders, dass die Wiederholung auf so große Resonanz stieß.
Ein Team aus der Fairtrade Town-Gruppe, erkennbar an ihrem T-Shirt mit der Aufschrift „es geht #FAIRAN Fairtrade-Town Wiesloch“ werkelte zusammen mit Mitgliedern des „Grünen Gockels“, des Umweltteams der Petrusgemeinde, seit den frühen Morgenstunden, um zu zeigen, was alles fair bedeutet. „Der Dreiklang aus globaler Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Regionalität zeigt auf, dass fair durchaus machbar ist“, erläuterte Fernandez zum Einstieg die Motivation für das Frühstück. Für sie war besonders die Regionalität dieses Jahr wichtig, denn neben der Rolle der globalen Gerechtigkeit sei es aus Nachhaltigkeitsaspekten insbesondere lokal wichtig, auf die Region zu setzen. Diakonin Schneider-Winterstein las aus einem fiktiven Brief des Astronauten Alexander Gerst an seine noch nicht lebenden Enkel vor, wie der Raumfahrer aus dem All die Erde sieht, Verantwortung für Schöpfung und Generationen anmahnt.
Lokales Handeln, globales Bewusstsein
Nach der Stärkung mit einem Buffet von fairem Kaffee und Tee, nachhaltigem Müsli, Honig, frischem Rührei und selbst gemachten Marmeladen, davon vieles auch als lokale Spenden von Bürgerinnen und Bürgern Wieslochs, berichtete Ingeborg Pujiula von Fairtrade e.V. Karlsruhe, über die Arbeit der Organisation. „Ich bin beeindruckt, was die Wieslocher auf die Beine gestellt haben, und wie unglaublich gut organisiert das Zusammentun für Nachhaltigkeit und gerechtem Konsum hier exemplarisch gelebt wird“. Viele Antworten auf Fragen aus dem Kreis der Frühstücker erläuterte sie zur Arbeit des Vereins. Dazu durfte auch der Hinweis auf die erste Wieslocher faire Schokolade nicht fehlen. Das diesjährige Jahresmotto „Vom Feld in die Zukunft“ von Fairtrade sei im Zusammenhang mit dem Frühstück Anlassgeber, auf die veränderte Lebensmittelproduktion aufgrund des Klimawandels hinzuweisen, und wie der große Anteil an Kleinbauern in allen Regionen die Lebensmittelversorgung gerecht und neutral bewerkstelligen.
David Seidenglanz, Umweltbeauftragter der Petrusgemeinde, berichtete im Anschluss vom nachhaltigen Engagement der Pfarrgemeinde: „Wir schauen und begleiten die Gemeinde bei allen Fragen des Energiemanagements als Team, sei es bei Gebäuden, in den Kindergärten oder der Stadtkirche. Unser mehrfach zertifiziertes Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“ zeigt uns, dass wir auf dem richtigen, weil nachhaltigen und Ressourcen schonenden Weg sind“. Dafür werden neben weiteren Inhalten schon in den Kindergärten die Kinder mit dem „Grünen Küken“ an ein umweltbewußtes Verhalten herangeführt. „Unsere Diakonin Patricia Schneider-Winterstein ist hierbei Botschafterin und schult Erzieherinnen und begleitet viele Maßnahmen“, ergänzt er in seinem Vortrag.
Die Wieslocher Fairtrade Town Gruppe der Bürgerstiftung sah sich durch die Fortsetzung des Frühstücks als Aufmerksamkeitskampagne in ihrer Arbeit bestärkt, und für die Petrusgemeinde war die Einladung ins Gemeindehaus selbstverständlich: „Wir leben als Kirche die Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.“, resümierte Schneider-Winterstein am Ende des Angebots nach erfolgreichem Vormittagsstart mit fairem Frühstück.


