Mit freundlicher Genehmigung von Claudia Heneka, Wieslocher Woche
Letzte Woche war die Wieslocher Bürgerstiftung Gastgeber für das Treffen des Stiftungsnetzwerks Metropolregion Rhein-Neckar. Vertreter der dem Netzwerk angeschlossenen
Stiftungen kamen im Bürgersaal des Alten Rathauses zusammen. Rund einmal im Monat trifft sich das Netzwerk, wobei jeweils eine andere Stiftung die Rolle
des Gastgebers übernimmt.
Dem Netzwerk gehören mittlerweile rund 150 Stiftungen aus der Metropolregion an – Tendenz steigend. Grundsätzlich kann jede Stiftung in der Region beitreten. Ein fester Bestandteil der Treffen ist die Vorstellung der gastgebenden Stiftung so wie neu hinzugekommener Mitglieder. Ein nächstes Treffen wird im Völkerkundemuseum
Heidelberg stattfinden, das ebenfalls auf eine Stiftung zurückgeht.
Imagefilm statt Stadtrundgang
Edeltraut Schuckert hätte sich einen Rundgang durch Wiesloch gewünscht. Aufgrund der Jahreszeit habe man diese Idee jedoch verworfen. Für einen gelungenen Ersatz sorgte Bürgermeister Ludwig Sauer in seiner Begrüßungsrede mit der Vorstellung des neuen Wieslocher Imagefilms. Der Film zeigt Wiesloch bei strahlend blauem Himmel und stellt unter anderem den neuen Erkundungspfad vor. Dieser umfasst 33 Stationen, führt auch in die Stadtteile und kann komplett oder in einzelnen Abschnitten – etwa mit dem Fahrrad – erkundet werden. Jede Station ist mit einem QR-Code versehen, über den Interessierte weiterführende Informationen abrufen können, beispielsweise am Bertha-Benz-Brunnen vor dem Rathaus.
Mit einem Augenzwinkern bemerkte Sauer: „Wahrscheinlich sagen die meisten Bürgermeister, sie hätten kein Geld – aber bei uns stimmt es.“ Als ihn das Glockenspiel auf dem Rathausplatz unterbrach, schob er schmunzelnd hinterher: „Das stammt noch aus finanziell besseren Zeiten.“ Umso dankbarer sei man für das Engagement der Bürgerstiftung, ohne deren Einsatz es in vielen Bereichen nur sehr schwer gehe. Auch der Aufbau des Erlebnispfades und die Entstehung des Imagefilms gehen auf ehrenamtliches Engagement
zurück. Wieslochs rühriger Ehrenbürger Rainer Kircher hat mit Ideenreichtum Geld gesammelt und organisiert.
Breite Arbeit der Stiftung
Im Anschluss gab Vorstand Dr. Johann Gradl einen Einblick in Aufbau und Arbeitsweise der Bürgerstiftung Wiesloch. Zusammen mit seinen Vorstandskollegen Edeltraut Schuckert, Monika Gessat, Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr und Franz Schaidhammer stellten jeder die Projekte seiner Vorstandspatenschaft vor. Deutlich wurde dabei die Besonderheit der Bürgerstiftung in ihrer Vielfalt ehrenamtlich getragener Angebote, die direkt im Alltag der Menschen vor Ort wirken. Dazu gehören etwa Lesepatenschaften und Rechenhilfe für Kinder, Patientenbegleitung, das interkulturelle Gartenprojekt „Wurzelwerk“, das Werkstatt-Café zum gemeinsamen Reparieren, sowie Aktionen zur Förderung von Stadtgrün und fairer Handel in Wiesloch.
Darüber hinaus organisiert sie niedrigschwellige Begegnungs- und Hilfsangebote wie das „Zeitgeschenk“ gegen Einsamkeit, bringt Menschen unterschiedlicher Kulturen und Generationen zusammen und unterstützt Initiativen wie das Netzwerk Asyl.
Die Stiftung lebt von der Mitarbeit zahlreicher Ehrenamtlicher und der finanziellen Unterstützung durch Spenden und Zustiftungen. Viele Ideen entstehen direkt aus der Bürgerschaft und werden mit großem ehrenamtlichem Einsatz umgesetzt. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der thematischen Breite und der Professionalität und organisatorischem Geschick, mit dem die Stiftung ihre Vorhaben realisiert.
Freiwilligentag Metropolregion
Kirsten Korte vom Stiftungsnetzwerk Metropolregion Rhein-Neckar erläuterte im Gespräch mit der WieWo die Hintergründe des Zusammenschlusses. Das Netzwerk besteht seit 2022. Die Idee ist jedoch älter, und eine Umfrage in der Metropolregion hatte großes Interesse an einem Austausch ergeben. Nach dem Abflauen der Corona-Pandemie wurde das Netzwerk gegründet. Als wesentliche Vorteile sieht Korte den regelmäßigen Austausch und die gegenseitige Inspiration. Zudem biete das Netzwerk Informationen zu rechtlichen Fragen – ein Bereich, der insbesondere kleinere Stiftungen vor Herausforderungen stelle.
Besonders warb Korte für die Teilnahme am Freiwilligentag der Metropolregion Rhein-Neckar unter dem Motto #WirSchaffenWas. Neu ist in diesem Jahr, dass die Aktion nicht nur an einem festen Wochenende stattfindet, sondern vom 12. bis 20. September gleich zehn Freiwilligentage angeboten werden. Projekte können eingebracht werden; Gruppen oder Einzelpersonen können sich an Freiwilligentagen einbringen. Weitere Informationen gibt es unter www.wirschaffen-was.de. (ch)
















