Tätigkeitsbericht 2025: Stadtgrün für Wiesloch

Die Anfänge dieses neuen Projektes der Bürgerstiftung gehen auf den Herbst 2024 zurück, als Dr. Gunthard Weber mit dem Vorhaben auf den Vorstand zukam, dass er eine größere Summe für Maßnahmen zur Begrünung der Stadt spenden wolle, um der Erwärmung der Städte als Folge der Klimaerwärmung etwas entgegenzusetzen und er anfragte, ob die Bürgerstiftung dabei mithelfen wolle.

Gut begrünte Städte sind attraktiv: man hält sich gern dort auf. Immer mehr Studien bestätigen die wohltuende, beruhigende Wirkung des Grüns auf die menschliche Seele. Kein Wunder, denn die Pflanzen reinigen die Luft, spenden Schatten im Sommer, sehen schön aus und bieten ganz nebenbei auch Lebensraum für Vögel, Eichhörnchen und Insekten. Stadtgrün kann aufgeheizte Städte im Klimawandel abkühlen und ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Klimaanpassung für den Siedlungsbereich.

Fast aus dem Stand entstand die Projektgruppe Stadtgrün für Wiesloch, zu der der Initiator Gunthard Weber, die Umweltbeauftragte der Stadt Heike Lenz, Brigitta Martens-Aly und Christoph Aly, beide Mitglieder des Stiftungsforums der Bürgerstiftung und langjährig ehrenamtlich im Bereich Natur- und Umweltschutz tätig, und aus dem Vorstand der Bürgerstiftung Johann Gradl, Franz Schaidhammer und Monika Gessat gehören.

Das Ziel war bald formuliert: „Stadtgrün für Wiesloch 2025“ sollte Begeisterung für dieses Thema wecken und vor allem konkrete Projekte für mehr Grün in Wiesloch und den Ortsteilen ins Leben rufen. Der Weg dahin: Das „Förderprogramm“, mit dem Begrünungsmaßnahmen, die geeignet sind das Stadtklima zu verbessern, durch einen Zuschuss in Höhe von 30% der Kosten unterstützt werden. Zusätzlich zur Kostenbeteiligung, die alle Teilnehmer*innen am Förderprogramm bekommen, wurde für die drei besten Maßnahmen einen Preis ausgelobt. Und der „Ideenwettbewerb“ für Mitbürger*innen, die nicht die Möglichkeit zu eigenen Pflanzungen haben: Sie können Vorschläge einreichen und dafür ebenfalls prämiert werden.

Mit diesem Flyer konnte sich die Bürgerschaft über das Projekt informieren.

Am 13. März fand die Auftaktveranstaltung im Kulturhaus Wiesloch statt, zu der wir zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Oberbürgermeister Elkemann begrüßen konnten. Der Initiator Dr. Gunthard Weber führte das Publikum in einer Zeitreise in seinen Wohnort, den Schlosshof in Altwiesloch und zeigte, wie aus dem Anwesen, dessen Hof bis in die 80er Jahre als Parkplatz genutzt wurde, eine Oase wurde mit begrünten Höfen, üppigem Bewuchs von Fassaden, hohen schattenspendenden Bäume, blühenden Wiesen und lauschigen Sitzecken für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Martin Klatt, Referent für Arten- und Biotopschutz beim NABU Baden-Württemberg, erläuterte in seinem interessanten, kurzweiligen und sehr anschaulichen Vortrag die wichtige Rolle der innerstädtischen Grünflächen – egal ob öffentliche Parks oder private Gärten. „Urbane Freiflächen können einen wichtigen Beitrag zur Abkühlung aufgeheizter Städte im Klimawandel und zum Erhalt unserer biologischen Vielfalt beitragen“. Dr. Gitta Martens-Aly stellte den Zuhörerinnen und Zuhörern das Wieslocher Projekt im Einzelnen vor: Welche Maßnahmen werden gefördert? Wie kann man sich bewerben, welche Fristen gibt es und welche Kriterien gelten für die Prämierungen? Oberbürgermeister Elkemann sicherte seitens der Stadtverwaltung zu, dass die Umweltbeauftragte Frau Dr. Heike Lenz das Projekt Stadtgrün begleitet und auch die Stadt das Projekt insgesamt unterstützen werden. An Stehtischen konnten sich die Interessierten dann in Einzelgesprächen mit der Jury bei einem Getränk und Gebäck weiter informieren.

Auftaktveranstaltung vom 13.3.2025 – v.l.n.r.: Johann Gradl, Oberbürgermeister Dirk Elkemann, Brigitta Martens-Aly, Martin Klatt, Monika Gessat, Christoph Aly, Heike Lenz, Franz Schaidhammer, Gunthard Weber

Schon bald nach der Auftaktveranstaltungen kamen die ersten Bewerbungen bei der Bürgerstiftung an. Insgesamt sechs Bewerbungen gab es für konkrete Maßnahmen, achtmal wurden Ideenvorschläge eingereicht. Beeindruckend war für uns, dass die Teilnehmer*innen mit offenen Augen durch die Stadt gegangen sind und Potenziale für Begrünung erkannt haben. Unerwartet war, dass sich mit einer Ausnahme die Vorschläge und Projekte sich nicht auf den eigenen Garten bezogen, sondern fast ausschließlich auf den öffentlichen oder halböffentlichen Raum.

So kam es, dass bei allen Pflanzungen, die nicht auf privatem Grund stattfinden sollten, zunächst in der Stadt nachgefragt und geprüft werden musste, ob der Vorschlag überhaupt realisiert werden kann. Das hatten wir im Vorhinein nicht erwartet und auch nicht welche Fragen abgeklärt werden müssen, bevor an einer Straße, einem Platz oder einem Gehweg eine nachhaltige Begrünung durchgeführt werden kann. Hierbei hat uns die Stadt in vorbildlicher Weise unterstützt. Da ist an erster Stelle Heike Lenz zu als Mittlerin zu nennen, da sie die Gespräche mit den Fachabteilungen mit viel Engagement in der Sache im Rathaus geführt hat. Für die Auswahl hitzeresistenter Pflanzenarten konnten wir uns auf die Expertise der Biologen im Team stützen, das Ehepaar Aly und Heike Lenz. Die konkreten Pflanzungen wurden vom Grünbauamt und … in der Regie der Stadt und auf deren Kosten übernommen.

Neben den von außen einlaufenden Vorschlägen machte sich die Jury daran, selbst in der Stadt Orte zu identifizieren, an denen es vor allem durch Baumpflanzungen möglich sein würde, das Stadtklima zu beeinflussen und Orte mit besserer Aufenthaltsqualität zu schaffen. Im Rahmen der Kooperation von Stadtgrün und Grünbauamt wurden außerhalb des Wettbewerbs inzwischen zwölf Bäume neu gepflanzt, zwei weitere Bäume ersetzen abgestorbene Bäume im Stadtgebiet. Und ein Großprojekt, das von zwei Seiten an uns herangetragen wurde, wird im Laufe des Jahres 2026 von der Stadt in Angriff genommen.   Für die siebenköpfige Jury bedeutete 2025 eine intensive Arbeitsphase: Die Umsetzung der Projekte zu begleiten, sich mit den Bewerberinnen und Bewerbern über die Realisierungsoptionen auszutauschen und Hürden beiseitezuräumen, war spannend, aber war immer auch begleitet von der Gewissheit in dem Anliegen von Stadtgrün für Wiesloch gut voranzukommen. Das Projekt kommt im April 2026 mit der öffentlichen Ausstellung der Projekte im Foyer des Rathauses und der Preisverleihung zum Abschluss.

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