Rhein-Neckar-Zeitung, 16.04.2011

Wiesloch. (kaz) Sie haben ihr „Diplom“ in der Tasche: Die 25 Streitschlichterinnen, die an der Bertha-Benz-Realschule und am Ottheinrich-Gymnasium in Wiesloch von Mitte bis Ende November letzten Jahres am Präventionskurs „PINGewinn“ teilnahmen. Diese Abkürzung steht für „Peer Involvment“ ohne Gewalt an Wieslocher Schulen.

Christine Schubert vom dortigen Jugendzentrum, für das 2008 der Internationale Bund die Trägerschaft übernahm, gab den Anstoß dazu, für die finanzielle Unterstützung sorgten die Bürgerstiftung der Stadt und die Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar.

Inzwischen haben die Mädchen der Klassen acht bis 13 tatsächlich schon den ein oder anderen Streit an den Wieslocher Schulen geschlichtet, an denen es ansonsten eher friedlich zugeht. Zur Ausbildung gehörte es, die eigene Wahrnehmung zu sensibilisieren und in die Rolle jener zu schlüpfen, die in der Schule von Klassenkameraden „gemobbt“ oder als Außenseiter abgestempelt werden.

Die Theaterpädagogin Stefanie Ferdinand aus Heidelberg sorgte in der Gruppe in dieser Hinsicht für den letzten Schliff. Durch die praktischen Übungen (man nennt dies „Erlebnispädagogik“) wurde der Kurs zu etwas Besonderem und hat allen Beteiligten Spaß gemacht. „Geh mal schüchtern auf die Clique zu und denk dran: Du fühlst Dich unsicher“, fordert Stefanie Ferdinand eine Schülern bei der Abschluss-Präsentation auf. Die Szene klappt perfekt. „Man lernt, in eine Rolle zu schlüpfen und zu spüren, wie sich andere Personen fühlen“, heißt es in der Abschlussrunde.

Derweil empfiehlt Christine Schubert den Streitschlichter-Kurs der besonderen Art einfach mal zur Nachahmung für weitere Schulen im Rhein-Neckar-Kreis. Durch die erhöhte Selbst- und Fremdwahrnehmung falle es leichter, einen möglichen Streit zu schlichten. Dies sei auch im Sinne der Polizei, die sich seit Jahren für die „Deeskalation“ an den Schulen einsetzten.

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