Zwar herrschte am 14. März nicht unbedingt bestes Fahrradwetter, trotzdem sah man am Nachmittag viele Radler vor und in unmittelbarer Nähe zur Gemeinschaftsunterkunft der Flüchtlinge in Wiesloch. Zuvor hatte es eine lebhafte Verlosung von gespendeten Fahrrädern gegeben.

Insgesamt zehn Aktive aus dem Netzwerk Asyl zeigten etliche Stunden großen Einsatz, ohne den diese Aktion so nicht funktioniert hätte. Anne und Arndt Jacobi hatten die gesamte Aktion bis ins Detail vorgeplant und organisiert.
Die Stadt Wiesloch stellte aus ihrem Fundus gut 30 Räder bereit, und noch einmal 20 Räder wurden von Privatpersonen gespendet. Letztere hatten innerhalb kürzester Zeit auf die Aufrufe in der Presse reagiert und Räder entweder im Lauf der Woche bei der BIWU abgegeben oder direkt am Verlosungstag zur Unterkunft gebracht.

Reparatur vor Ort

Direkt vor Ort beseitigten Freiwillige aus dem Netzwerk Mängel wie platte Reifen oder verrostete Ketten – unter tatkräftiger Hilfe einiger Flüchtlinge. Viele von ihnen sind handwerklich sehr versiert und brachten sich gerne ein.

Jedes Rad wurde mit Rahmennummer und Fabrikat registriert, um eventuellen Missverständnissen im späteren Gebrauch vorzubeugen: über das Netzwerk kann jeder der Gewinner nachweisen, dass er das Rad rechtmäßig erworben hat.

Jede Person in der Unterkunft durfte ein Los ausfüllen und nahm an der Verlosung teil. Es war deutlich zu spüren, wie sehr ein Fortbewe­gungsmittel gewünscht und benötigt wurde.

Probefahrten

Alle waren aufs Äußerste gespannt, als die Verlosung endlich begann. Verlost wurden zuerst die zahlreichen Kinder­räder, dann die großen Räder. Ein Netzwerker zog je ein Los aus dem Beutel, und ein zweiter verkündete dann den Namen des Gewinners. Kindergesichter strahlten, die Mienen der Großen entspannten sich zu breitem Lachen. Die Freude war groß, selbst wenn es nicht das vollkommen passende Gefährt war. erhalten konnte. Ein reger Tausch schloss sich an. Viele Neubesitzer begannen umgehend mit ersten Instandsetzungsmaßnahmen, und so mancher suchte noch am selben Tag den Baumarkt auf, um Ersatzteile zu erstehen.

Fazit: eine gelungene Aktion zur Förderung der Mobilität und Selbständigkeit unserer Flüchtlinge. Und auch das: Herkunftskultur und Fluchterfahrung lassen die Menschen anders reagieren und handeln als wir Mitteleuropäer erwarten. Doch wie ein Netzwerker bemerkte: „Damit lässt sich umgehen und auch wir lernen daran.“

1 Kommentar zu „Mehr Mobilität mit Fahrrädern“

  1. Liebe Wieslocher Bürgerstifterinnen und -stifter!
    Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert, was Sie auf die Beine stellen und wie Sie es tun. Gerade Ihr Agieren iZm den Flüchtlingen ist vorbildlich!

    Herzlicher Gruß
    Ihr
    Wolfgang Anders

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