Engagement in der Bürgerstiftung ist vielfältig und macht allen Beteiligten viel Freude. Das wurde eindrucksvoll beim diesjährigen Stiftungsforum vom Vorstand und mehreren Projektverantwortlichen geschildert. (Foto: W. Kissel)
Einer schönen Tradition folgend findet die öffentliche Jahres­versammlung immer am Gründungstag der Bürgerstiftung, dem 4. Mai statt.

In den sieben Jahren ihres Bestehens hat die Bürgerstiftung bereits viele Spuren in Wiesloch hinterlassen, angefangen vom Bücherregal auf dem Marktplatz über die Lese- und Rechenpaten an den Grund­schulen und dem Klimaschutzwettbewerb an allen Schulen bis hin zum Zeitgeschenk, bei dem ehrenamtliche Damen und Herren einmal pro Woche jemanden besuchen, der einsam ist. So konnte die Vorstandsvorsitzende Annegret Sonnenberg in ihrem Jahresrückblick ein entsprechend positives Fazit ziehen. Stifterzahl und Kapital erhöhten sich leicht, die Einnahmen lagen über den Ausgaben, insbesondere der Stiftungsauftrag, Teilhabe zu ermöglichen, konnte in großem Maße erfüllt werden. Die Stiftung stehe auf einem soliden Fundament, bestätigte dann auch der Stiftungsratsvorsitzende Prof. Dr. Lars Castellucci in seinem Bericht.

Pluspunkt Alter und vieles mehr: Die Projekte und Aktivitäten der Bürgerstiftung sind vielfältig sowohl in Bezug auf die Inhalte als auch, was den Umfang des persönlichen Engagements betrifft. Mit ihrem Konzept „Engagement gestalten“ sowie dem neuen Schwerpunktthema Pluspunkt Alter hat die Stiftung besondere Erfolge erzielt und hochdotierte Preise erhalten. „Ohne den Einsatz und die Begeisterung unserer vielen Ehrenamtlichen wäre die erfolgreiche Arbeit der Bürgerstiftung nicht möglich“, so Vorstandsmitglied Dr. Johann Gradl. Dies wurde bestätigt in den kurzen Berichten einiger Mitglieder aus Teilprojekten von Pluspunkt Alter: Hannelore Antoni plauderte aus den Nähkästchen der Zeitschenker und knüpfte so an den Film an, der anlässlich einer Preisverleihung über Pluspunkt Alter gedreht und zu Beginn der Veranstaltung gezeigt worden war; Cornelia Decker berichtete aus den Betreuungs­stunden für Menschen mit Demenz, bei denen sie von ehrenamtlichen Laienhelfern unterstützt wird; Manuel Tiefel und Damian Maring beschrieben das Internet-Generationenforum, das sie zusammen mit anderen jungen Programmierern unter Leitung von Dr. Archim Heimann und Volker Merk erstellen, um einen virtuellen Raum zum gegenseitigen Austausch zu schaffen; und Dietmar Leder erläuterte, wie in Schatthausen im Haus Hohenhardter Str. 7 ein Generationentreffpunkt mit finanzieller Unterstützung der Bürgerstiftung und mit viel ehrenamtlichem Engagement entsteht.

Bereits diese Teilbereiche setzen das Ziel von Pluspunkt Alter um, nämlich Brücken zwischen verschiedenen Generationen zu bauen und aktive jüngere und ältere Menschen zu mehr bürgerschaftlichem Engagement zu animieren. Weitere Teil­bereiche werden folgen. So kündigte Vorstandsmitglied Wolfgang Lehner in seinem Ausblick die Erweiterung auf Begleitung im Alltag und Bewegungsangebote sowie die Fortführung der „Bücher auf Rädern“ im Rahmen von Pluspunkt Alter an. Dafür konnte eine Förderung durch den Landesseniorenrat Baden-Württemberg e.V. eingeworben werden.

Singen im Park mit Allen für Alle: Ein neues Angebot ist das Singen im Park an, zu dem die Bürgerstiftung in Kooperation mit der Musikschule die Öffentlichkeit herzlich einlädt. Gesungen wird an allen vier Donnerstagen im Juni jeweils von 19 bis 20 Uhr im Gerbersruhpark. „Wir hoffen auf viele große, kleine, junge, alte Gäste, die Lust am gemeinsamen Singen haben“, so Wolfgang Lehner. Sowohl für die instrumentale Begleitung als auch für ein Liederheft mit den Texten zu ganz unterschiedlichen Liedern ist gesorgt. Es gehe nicht vornehmlich, so Lehner weiter, um schönes Singen sondern um das gemeinsame Erlebnis, um einen entspannten Tagesausklang im Freien in angenehmer Atmosphäre.

Grüne statt graue Gewerbeflächen: Außerdem wird im Sommer die Kampagne „Natur in graue Zonen“ für eine Entsiegelung und naturnahe Begrünung inner­städtischer Gewerbeflächen mit der Bürgerstiftung als Ansprechpartner vor Ort beginnen. Bei diesem bundesweiten Modellprojekt des Wissenschaftsladens Bonn mit Förderung des Bundesamtes für Naturschutz gehört Wiesloch neben Duisburg und Erfurt zu den Pilotstädten. Drei Wieslocher Firmen haben ihre Teilnahme bereits zugesagt, weitere Unternehmen sind willkommen und können sich gern bei der Bürgerstiftung informieren.

Einen „Nachmittag für alle Sinne“ hatte man den Anwesenden versprochen. Mit der musikalischen Einstimmung durch das Cello-Duo Clara Hoffmann und Christoph Gade von der Musikschule Südliche Bergstraße über Rede- und Filmbeiträge bis hin zum gemütlichen Austausch bei Laugenteilchen, gespendet von der Bäckerei Rutz, und Wein, gespendet vom Weingut Holfelder, wurde das Versprechen bestens erfüllt.

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