Auch nach 13 Jahren ist die Bürgerstiftung Wiesloch ein Ideen-, Kraft- und Energiezentrum. Die Jahresversammlung zeigte wieder eindrücklich das breite Spektrum und die lebendige Vielfalt der Stiftungstätigkeiten.

Vorstandsvorsitzender Dr. Johann Gradl begrüßte die anwesenden Stifter „am bisher kältesten 4. Mai der Stiftungsgeschichte“, und alle nickten: am Jahrestag der Stiftungsgründung findet traditionell die Jahreshauptversammlung statt, so dass man mit Fug und Recht zustimmen konnte.

Die Umgebung für das Forum war ein Novum, fand sie doch in der Gaststube der „Winzer von Baden eG“ statt, wo Pfarrer i.R. Hans Rensch, selbst Bürgerstifter, es sich nicht nehmen ließ, mit zwei leichten Weinen und den zugehörigen Informationen für ein angenehmes Ambiente zu sorgen.

Lars Castellucci, Vorsitzender des Stiftungsrats, beim Bericht des Stiftungsrats

Bericht aus dem Stiftungsrat

Die Zahl 13 sei in Italien eine Glückszahl, sagte Stiftungsratsvorsitzender Prof. Dr. Lars Castellucci in seinem Redebeitrag. Das vergangene 13. Stiftungsjahr sei sehr gut verlaufen trotz der massiven Veränderungen in Vorstandschaft und Stiftungsrat vor einem Jahr.

Und so dankte er „allen ehemaligen und neuen Mitgliedern der beiden Gremien für den gelungenen reibungslosen Übergang. Und wieder kann ich im Namen des Rates nur Lob weitergeben für die gute Führung unserer Bürgerstiftung.“ Er ging dann noch kurz auf die Aufgaben des Stiftungsrates ein, der vor allem als Kontrollgremium fungiert, „aber absolut nichts zu beanstanden“ habe.

Angelika Senft-Rubarth stellt die Mal-Oase vor

Fünf Schwerpunktbereiche

Im Verlauf der Veranstaltung kamen Projektleitungen aus den fünf Schwerpunktbereichen der Bürgerstiftung zu Wort und zeigten eindrücklich anhand einzelner Aktivitäten, wie vielfältig das Engagement in der Bürgerstiftung ist. Im Bereich Kinder und Jugendliche wurden die Lese- und Rechenpatenschaften, der neue Leseclub Frauenweiler, die neue Politik-AG für Schüler sowie die Mal-Oase vorgestellt. Für den Bereich Nachhaltigkeit berichtete Vera Nitsche über den interkulturellen Garten „Wurzelwerk“. Patricia Schaidhammer und Jürgen Braun erzählten für den Bereich Pluspunkt Alter von ihrer Arbeit für die Angebote Zeitgeschenk und Patientenbegleitung.

Wolfgang Widder berichtet über Shared Reading

Der Bereich ZusammenLeben! steht seit geraumer Zeit im Vordergrund der Stiftungsarbeit. Hier ist zum einen das Netzwerk Asyl zu nennen, das Ende 2014 als Kooperation zwischen Bürgerstiftung, Ehrenamtsbüro und Stadt gegründet und 2018 aus organisatorischen und rechtlichen Gründen zu einem Projekt der Bürgerstiftung wurde. Die Aufgaben der Ehrenamtlichen im Netzwerk Asyl haben sich in den letzten zwei Jahren gewandelt: mittlerweile liegt das Hauptaugenmerk auf Integrationsbegleitung, Bewerbungs- und Berufsberatung, Unterstützung bei Behördengängen, Hilfe zur Selbsthilfe sowie – auf organisatorischer Ebene – Abstimmung mit den Hauptamtlichen von Kreis und Stadt.
Zum anderen bemüht sich die Bürgerstiftung mit neuen Angeboten darum, Menschen zusammen zu bringen und Gespräche zu initiieren. Ein Format ist das Projekt „Wiesloch spricht“, das demnächst an den Start geht. Dabei geht es darum, Leute aus eher homogenen Gruppen miteinander in Kontakt zu bringen. So sollen Anreize geschaffen werden, die eigene sog. Filterblase zu verlassen und zu hören, was Menschen aus einem anderen Umfeld denken. Ein weiteres Format ist das Shared Reading, bei dem in moderierten Gruppen Kurzgeschichten vorgelesen werden, zu denen sich die Teilnehmenden ihre Eindrücke erzählen. Die unterschiedlichen Blickwinkel der Einzelnen erweitern den Horizont und geben viele Anlässe zu Diskussionen. Und mit einem kurzen Gedicht von Hugo von Hofmannsthal gab uns Wolfgang Widder, der das Shared Reading leitet, Gedankenfutter mit auf den Weg:
„Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht, … ein Buch, das Du im Leben nicht ergründest.“

Ideen- und Energiezentrum Bürgerstiftung

Die Präsentationen zeigten die lebendige Vielfalt, die in und durch die Bürgerstiftung gelebt wird. Deren Kapital ist nicht nur das monetäre, das sich auf 479.000 Euro beläuft, sondern vor allem die vielen Ehrenamtlichen, die sich in der Bürgerstiftung auf die eine oder andere Weise engagieren. Die Bürgerstiftung Wiesloch ist nach wie vor ein Kraft-, Energie- und Ideenzentrum. Da es trotzdem ohne Geld nicht geht, bewirbt sie sich immer wieder um Fördergelder. Seit 2009 hat sie so rund 220.000 Euro nach Wiesloch geholt.

Viele der Angebote entstanden einst als Projekte und erwiesen sich dann als so erfolgreich, dass sie zu festen Einrichtungen wurden, die aus der Stadt nicht mehr wegzudenken sind. Dabei ist die Kooperation mit den unterschiedlichsten anderen Stellen, z.B. Schulen, Senioreneinrichtungen, Sozialstellen aber auch Unternehmen, sehr wichtig und intensiv. Die Bürgerstiftung wird als ein verlässlicher, professionell agierender Partner besonders geschätzt.

Bitte unterstützen Sie uns!

Dr. Gradl betonte in seinem Schlusswort, dass die Bürgerstiftung sehr gut aufgestellt sei und die vielfältigen Angebote auf soliden finanziellen und personellen Füßen stehe. Trotzdem wünschen sich alle Aktiven, dass ihre Teams noch weiter wachsen und dass weiterhin Geldspenden für die Angebote eingehen. Deshalb bat er, Werbung für das zeitliche oder finanzielle Engagement in der Bürgerstiftung zu machen.
Falls auch Sie uns helfen möchten, erzählen Sie in Ihrem Umfeld von uns. Details zu den einzelnen Bereichen findet man hier auf der Homepage der Bürgerstiftung. Oder nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.

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