Rhein-Neckar-Zeitung, 14.03.2008

Bürgerstiftung Wiesloch, Lions-Club und Unternehmen finanzierten dem Tafelladen ein Kühlfahrzeug – Dank an die „vier guten Feen“

Wiesloch. (aot) „Welch glückliche Stadt, die so viele honorige Menschen hat, die im Ehrenamt uns unter die Arme greifen“, war von Ursula Hänsch, der Ersten Bürgermeisterin der Stadt Wiesloch, bei der Übergabe eines Kühlfahrzeugs an die Wieslocher Tafel zu hören. Niemals könnte die Stadt mit ihren beschränkten finanziellen Mitteln sich so intensiv um Bürger in Not kümmern, die an den Rand unserer Wohlstandsgesellschaft gedrängt seien, wie es dieser Verein neben anderen Institutionen in Wiesloch tue. Besonderes Lob galt auch den Unternehmern, die sich, was keine Selbstverständlichkeit sei, immer wieder vor Ort engagierten und Einrichtungen wie den Tafelladen finanziell unterstützten. Im Tafelladen werden Lebensmittel zu sehr günstigen Preisen an bedürftige Menschen abgegeben.

Sonja Huth, die im Namen der Wieslocher Tafel Mitarbeiter, Freunde und Sponsoren begrüßte, berichtete, es sei von Anfang an klar gewesen, dass man ein Kühlfahrzeug brauche. Bei dem ständig wachsenden Bedarf sei den Helfern der Tafel der Transport der Lebensmittel in den eigenen Privatfahrzeugen auf Dauer nicht zuzumuten. Außerdem dürfe nach gesetzlichen Vorgaben die Kühlkette nicht unterbrochen werden und das sei nur mit einem Kühlfahrzeug zu garantieren. Sie habe aber nie geglaubt, dass dieser Wunsch so schnell zu realisieren sei.

Die Bürgerstiftung, die schon die Anschubfinanzierung für den Verein geleistet hatte, legte mit 5000 Euro erneut den Grundstock, gefolgt vom Lions Club Wiesloch mit 15 000 Euro, den Firmen Opel und Autohaus Dechent Walldorf mit einem Preisnachlass auf den Wagen in Höhe von 5000 Euro und schließlich der Firma REWE, die nicht nur 5000 Euro spendete, sondern auch die Werbelogos auf dem Fahrzeug anbringen ließ.
Sonja Huth war begeistert von dieser Welle der Hilfsbereitschaft und sprach von den „vier guten Feen“, die dem Verein unter die Arme gegriffen hätten. Allerdings gebe es einen kleinen Wermutstropfen. Der Umfang der abzuholenden Waren hat so sehr zugenommen, dass noch an einem zusätzlichen Tag gefahren werden muss. Dafür werden noch dringend Fahrer gesucht. Laut Dr. Brigitta Martens-Aly vom Vorstand der Bürgerstiftung gehen „die Herzen auf, wenn man von der Tafel spricht, hier wird Solidarität gelebt“. Die Tafel mache die Zielsetzung der Bürgerstiftung sichtbar, das Zusammenwachsen unterschiedlicher Bevölkerungsteile zu fördern.

Ulrich Vetter, Vizepräsident des Lions Clubs, wünschte der Tafel „einen immer gefüllten Wagen“ und betonte, dass sein Verein gerne die Hauptlast bei der Finanzierung getragen habe, weil er es als seine Aufgabe sehe, bedürftigen und unverschuldet in Not geratenen Mitbürgern zu helfen. Bernd Kuhmann von REWE betonte, dass seine Firma zwar bundesweit die Tafeln unterstütze, aber in Wiesloch besonders engagiert sei. So habe man sich neben den wöchentlichen Lebensmittelspenden und der Biomüllentsorgung auch noch für eine Geldspende entschieden,weil hier eine große Anzahl von Menschen gute Arbeit leiste.

Den zahlreich anwesenden Mitarbeitern der Wieslocher Tafel war anzusehen, dass der Wagen ein Meilenstein in ihrer Arbeit darstellt. Er versetzt sie in die Lage, die immer umfangreichere Arbeit mit neuem Mut anzugehen. Bei der kleinen Veranstaltung auf dem Marktplatz wurde sicht- und spürbar, dass sich in der Wieslocher Tafel Menschen freundschaftlich zusammengefunden haben, die viel Zufriedenheit daraus ziehen, anderen helfen zu können.

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