Erfolgreicher Start des Sommerferienprojekts. Präsentation der Ergebnisse zeigt, wie Kinder durch ein abwechslungsreiches Angebot eine sinnvolle Ferienbeschäftigung und neue Freunde finden.

Wenn Dritt- und Viertklässler trotz Sommerferien und hohen Temperaturen über zwei Wochen hinweg freiwillig früh aufstehen und pünktlich um 9 Uhr in den Kunstraum einer Schule hüpfen, dann muss da etwas Besonderes passieren. Insgesamt 16 kleine Kunstschaffende fanden sich regelmäßig in der kidart-Sommerwerkstatt ein, die von der Bürgerstiftung Wiesloch erstmals angeboten wurde.

Nach dem Motto „Macht, worauf ihr Lust habt“ leitete die Kunstpädagogin Constance Berger das Angebot mit ihrer jungen Assistentin Dana Kußmann. Die Kinder schätzten an ihren Betreuerinnen vor allem deren freundschaftlichen Ton und die Offenheit, mit denen sie auf die Ideen der kleinen Künstler reagierten. So konnten mit behutsamen Anleitungen ganz besondere Kunstobjekte geschaffen werden. Laut Frau Berger „war fast alles erlaubt, was zu einem Kunstwerk werden konnte.“

Zeitreise mit selbstgebauten Zeitmaschinen

[Foto der Gäste]Die Ergebnisse präsentierten die Kinder am letzten Workshop-Tag ihren Familien, dem Bürgerstiftungsvorstand, Bürgermeister Ludwig Sauer sowie der Presse. Die Kinder hatten gemeinsam eine Geschichte erfunden, die sie mit vielen verschiedenen Werkstoffen und Techniken umsetzten und schließlich in 16 selbst hergestellten und individuell gestalteten Büchern auf Papier bannten.

Bei der Präsentation fassten sie die Geschichte zusammen: Es ist eine Zeitreise mit selbstgebauten Zeitmaschinen, bei der etliches schief geht. Die Kinder werden in verschiedene Epochen katapultiert, doch am Ende können sie alle wieder in den Workshop zurückgeholt werden.

Ob steinzeitliche Monster, mittelalterliche Prinzessinnen oder seltsame futuristische Wesen im Jahr 5019 – alle wurden gemalt, gegipst, gesägt, modelliert oder sonstwie verewigt und fanden Einzug in die Bücher, entweder original oder als Foto. „Es war echt toll, dass wir so viele unterschiedliche Sachen ausprobieren und machen konnten“, erzählte ein Junge begeistert.

Der Höhepunkt war zweifelsohne, als eine große Leinwand für die Abschlusspräsentation mit Graffitifarben besprüht werden durfte. Präsentiert wurden ausdruckstarke Gemälde, die mit unterschiedlichen Techniken entstanden, eine Vielzahl sehr außergewöhnliche Objekte, etwa der Fotohalter aus Bleistiften, die Minibilder in alten Diarahmen, der Briefständer aus Klopapierrollen oder Fadenbilder auf Holzscheiben.

Gemeinsame Kunst und neue Freunde…

Neben dem künstlerisch-handwerklichen Aspekt sollte der Workshop soziale Kompetenzen und das Miteinander von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund stärken sowie Potenziale aufzeigen und das Selbstwertgefühl der Kinder erhöhen. Das ist in besonderem Maße gelungen. Obwohl sich die meisten Teilnehmer vorher nicht kannten, da sie aus allen Grundschulen der Stadt kamen, gab es keine Berührungsängste, sondern „wir haben 10 Tage lang zusammen gelebt und sind wie eine kleine Familie geworden“, sagte Frau Berger und betonte mit etwas Wehmut in der Stimme: „Die Kinder sind mir in diesen zwei Wochen ans Herz gewachsen, sie haben unglaublich viel geschafft, und ich bin sehr stolz auf sie.“

Von 9 bis ca. 12 Uhr habe immer höchste Konzentration geherrscht, beim gemeinsamen Mittagessen und im anschließenden Gesprächskreis lernte man sich noch intensiver kennen, und die Planungen für das gemeinsame Unterfangen schweißten die Gruppe zusammen. Und es wurden neue Freundschaften geschlossen, wie Leah und Miriam strahlend und Hand in Hand bestätigten: „Wir sind dicke Freundinnen geworden und wir treffen uns jetzt immer nachmittags.“

… auch in den kommenden zwei Jahren

Das zweiwöchige Sommerferienangebot wird von der Bürgerstiftung Wiesloch auch in den kommenden zwei Jahren durchgeführt und von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg im Programm „Worte als Schlüssel zum Verständnis der Welt – Innovative Ferienangebote für Kinder“ gefördert. Die Stiftung Kinderland übernimmt 80 Prozent der Projektkosten, die verbleibenden 20 Prozent und viel ehrenamtlicher Einsatz werden von der Bürgerstiftung Wiesloch gestemmt.

„Wir sind stolz, dass unser Projekt als eines von 13 Modellprojekten aus über 70 Bewerbungen ausgewählt wurde“, freute sich Edeltraut Schuckert vom Vorstand der Bürgerstiftung Wiesloch. Als Vorstandspatin des Projekts begrüßte sie die anwesenden Familien der jungen Künstler und dankte Bürgermeister Ludwig Sauer und Schulrektorin Simone Starke dafür, dass die Räume der Merian-Schule für das Projekt genutzt werden können.

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