Halbzeit auf der Streuobstwiese: die Beteiligten zogen eine durchweg positive Zwischenbilanz des Mehrgenerationen­projekts. Der Junitermin stand im Zeichen von Sense, Heu und Würzwisch.

Die beiden Pädagogen Ronni Funk und Natasha Lepp fanden kaum ein Ende, als sie die positiven Aspekte unseres Streuobstwiesenprojekts aufzählten. Im Gegensatz zu ihren üblichen Einsätzen in Schulen sei es hier viel intensiver, da die Gruppe an jedem Termin fünf Stunden zusammen sei.

„Wir sind eine schöne Gemeinschaft geworden. Wir haben sogar ein Gruppenlied. Und das gemeinsame Picknick ist ein Muss, es darf bei keinem Termin fehlen“, berichteten sie. Die Teilnehmer seien sehr interessiert und sehr fleißig.

„Die Kinder erfahren, wo die Lebensmittel herkommen, und sehen, wie der Opa gearbeitet hat“, erzählte Ronni. „Mir macht es richtig Spaß“, strahlte Natasha Lepp, „weil es ein so großes vielfältiges Thema ist. Wir können unglaublich viele Aspekte der Natur bearbeiten.“ Dem pflichtete eine der Omas bei: „Das Projekt ist klasse. Meine Enkelin und ich wollen den Termin nicht missen. Auch wir Erwachsene lernen viel.“

Sensenmahd, Dengeln, Würzwisch

Gerade auch an diesem Tag erfuhr man viel Neues.
Zunächst ging es um das Mähen mit der Sense, was für die Kleinlebewesen einer Wiese deutlich schonender ist als mit Maschinen – aber eben auch eine zeitaufwändige und bzgl. Arbeitsstunden teure Methode. Ronni machte geduldig vor, wie man eine Sense führen muss, bevor die Erwachsenen es ausprobieren durften.

Da sie das Gras nur richtig schneidet, wenn sie scharf ist, zeigte er zuvor, wie man „dengelt“, d.h. die Schneide der Sense durch Hämmern glättet und schärft.

Und was macht man mit der Mahd, also mit dem gemähten Gras? Es wird zum Trocknen zuerst mehrfach gewendet und dann auf einen Heubock, „das komisch verschränkte Holzteil dort“ (so Ronni), drapiert. So wird es ganz trocken, weil Luft von unten drankommt und der Regen von oben abperlt, und die Tiere bekommen es später als Futter.

Schließlich wurden noch sogenannte „Würzwisch“ gebunden. Das sind bunte Wedel aus unterschiedlichen Kräutern und Feldblumen, die einem kirchlichen Brauch an Maria Himmelfahrt zufolge Schutz gegen jedwedes Unheil bieten, wenn sie geweiht und dann im Haus aufgehängt werden.

Lob vom Wiesennachbarn

Ein Wiesennachbar, der zeitgleich in seinem Garten arbeitete, bat mit Nachdruck darum, in diesem Bericht zu Wort zu kommen. Er erlebe die Gruppe jeden Monat und wolle bestätigen, dass es sehr wichtig sei, solche Streuobstwiesen und ähnliche natürliche Gelände zu haben, insbes. in den Klimaextremen, die wir mittlerweile erlebten. Solch eine Wiese könne Wasser besser halten, die Pflanzen seien robuster und ertrügen Hitze und Trockenheit besser. Sie seien Lebensraum für alle Wesen, den wir erhalten und pflegen sollten. „Mit Ihrem Projekt machen Sie vor, wie es geht. Es ist wunderbar. Mögen sich viele Menschen ein Beispiel an Ihnen nehmen!“

Kinderyoga auf der Wiese

Zum Abschluss hatte „Oma Edel“ (Projektleiterin Edeltraut Schuckert vom Bürgerstiftungsvorstand) noch eine tolle Überraschung für die Kinder: sie hatte Oliver Fritz engagiert, der ausschließlich mit den Kindern Yoga auf der Wiese machte.

Während eines imaginären Fluges entführte er die Kinder nach Indien, wo Yoga herkommt. Dort trafen sie Elefanten, Bäume, Frösche und andere Tiere, die sie in Yogafiguren nachahmten. Es war ein gelungener Abschluss eines weiteren, interessanten Streuobstwiesentages. Zufrieden und mit den bunten Kräutersträußen in den Händen gingen die Teilnehmer nach Hause.

Dieses Mehrgenerationenprojekt wurde möglich gemacht durch großzügige finanzielle Unterstützung der Heidehof Stiftung, des Ehepaars Ziegler und des Golfclub Wiesloch Hohenhardter Hof e.V.

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