Tätigkeitsbericht 2024

Stand 26.3.2025

Einleitung

Auch in diesem Jahr gilt: Wenn wir diese Zeilen schreiben, herrscht immer noch Krieg in Europa. Und ein Ende des Schreckens ist nicht abzusehen.

Aber auch die Fortsetzung gilt weiterhin: „Dennoch – und auch gerade deshalb – muss das bürgerschaftliche Engagement in unserem Land und in unserer Stadt, wo wir glücklicherweise in Frieden leben können, weitergehen.“

Wir wollen und müssen Solidarität zeigen: mit den Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, und mit Menschen, die etwa von steigenden Preisen für Energie und Lebensmittel überfordert sind.

Wir wollen aber auch „Katalysator“ sein für Menschen mit zukunftsweisenden Ideen, die einen Rahmen brauchen, um diese umzusetzen.

Wir glauben, dass uns das im vergangenen Jahr erneut recht gut gelungen ist. Entscheiden Sie selbst – nach Lektüre unseres Tätigkeitsberichts. Und geben Sie uns gerne Rückmeldung – etwa über unser Kontaktformular. Vielen Dank im Voraus dafür.

Höhepunkte 2024

Die Liste der Projekte, Initiativen und Aktivitäten des Jahres 2024 ist lang. Höhepunkte gab es viele. Lesen Sie unten in den Berichten über die unzähligen engagierten und mit viel Herzblut umgesetzten Aktivitäten unserer Ehrenamtlichen.

Danke

Auch im Jahr 2024 haben wir zahlreiche Gründe, “Danke” zu sagen.

Der Dank gilt zunächst und in allererster Linie den vielen ehrenamtlich Aktiven, welche die Bürgerstiftung Wiesloch mit lebendiger Vielfalt erfüllen und das eigentliche Kapital der Bürgerstiftung darstellen.

Wir danken sehr herzlich allen Spenderinnen und Spendern, die dafür sorgen, dass die Projekte und festen Einrichtungen der Bürgerstiftung Wiesloch solide finanziert werden können.

Ein besonderes Dankeschön geht an folgende Unternehmen, Institutionen und Vereinigungen aus der Region, die uns im Jahr 2024 mit einer Spende von 500 Euro oder mehr unterstützt haben:

  • Comet GmbH
  • Jochen Filsinger
  • Daniel Gefäller
  • Markus & Sandra Lotsch
  • MLP SE
  • Moore Treuhand Kurpfalz
  • Karin Nachtigal
  • Architektur & Design Klaus Pfaff
  • Psychatrisches Zentrum Nordbaden
  • Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) Deutschland
  • Annegret Sonnenberg
  • trigeo GmbH
  • Volksbank Kraichgau eG
  • Dr. Gunthard Weber
  • Markus Winterstein

Finanzen

Stiftungsvermögen

Im Jahre 2024 ist das Stiftungsvermögen erneut kräftig gewachsen, und zwar um 28.966 Euro. Das ist vor allem auf die großzügigen Spenden aber auch darauf zurückzuführen, dass wieder spürbare Kapitalerträge verzeichnet werden konnten. Zum 31.12.2024 betrug das Stiftungsvermögen 827.504 Euro (Vorjahr 795.742 Euro)

Entwicklung des Stiftungsvemögens (in 1.000 Euro) seit Gründung der Bürgerstiftung

Das Stiftungsvermögen setzt sich zusammen aus:

  • dem Stiftungskapital, also der Summe des sog. Einrichtungskapitals bei Gründung der Stiftung sowie aller Zustiftungen (514.115 Euro)
  • der Freien Rücklage, die nicht der zeitnahen Mittelverwendung unterliegt und der jährlich 1/3 der Kapitalerträge und 10% der übrigen Einnahmen zugeführt werden dürfen (130.306 Euro)
  • den Sonstigen Rücklagen, hierzu gehört die Nutzungsgebundene Rücklage in Höhe des Sachanlagevermögens in Höhe von 4.214 Euro und die Umschichtungsrücklage in Höhe der in früheren Jahren und im laufenden Jahr realisierten Kursgewinne (9.881 Euro), also insgesamt 14.095 Euro
  • der nicht verbrauchten Zuwendungen (117.934 Euro)
  • und dem Mittelvortrag (51.054 Euro).

Zweckgebundene Zuwendungen, die im Berichtsjahr nicht abfließen, werden in der Bilanz gesondert nachgewiesen. Sie haben sich leicht von 119.312 Euro auf 117.934 Euro vermindert. In der Kostenrechnung werden sie projektbezogen erfasst und den Einzelbudgets im Folgejahr gutgeschrieben.

Das Stiftungskapital, das nicht verbraucht werden darf, erhöhte sich von 510.115 Euro auf 514.115 Euro. Die Zustiftungen betrugen also 4.000 Euro.

Zusammensetzung des Stiftungsvermögens

Mittelherkunft

Während Zustiftungen unmittelbar dem nicht verbrauchbaren Grundkapital zufließen, können und müssen die Erträge hieraus sowie die übrigen Einnahmen der Stiftung zeitnah für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Den Hauptanteil machen nach wie vor die Spenden aus, die zwar von 63.708 Euro auf 46.055 Euro zurückgingen, aber im langfristigen Vergleich noch immer erfreulich hoch waren. Als Kapitalerträge konnten 16.004 Euro vereinnahmt werden, der höchste Betrag seit vielen Jahren.  In den Sonstigen Erträgen in Höhe von 17.745 Euro sind Zuwendungen aus staatlichen Kassen und von anderen Stiftungen, aber auch Geldauflagen der Gerichte zugunsten der Bürgerstiftung enthalten.. Wir sind allen, die mit ihren Zuwendungen die Arbeit der Bürgerstiftung unterstützt haben, von Herzen dankbar.

2024 fand letztmals das Bürgerstiftungskonzert der „Nachtigallen“ mit ihren Freunden statt. Außerdem wurde wie alle zwei Jahre zu einem Galaball ins Palatin geladen. So konnte nach Abzug aller Aufwendungen ein ansehnlicher Gewinn aus den Benefizveranstaltungen in Höhe von 5.874 Euro vereinnahmt werden.

Mittelherkunft

Mittelverwendung

Mit 43.767 Euro entfiel der weitaus überwiegende Teil der Aufwendungen auf sog. „Gemeinnützige Zwecke“. Das sind Projekte und Daueraufgaben der Stiftung. Daneben unterstützt die Bürgerstiftung Wiesloch auch Personen und Familien, die sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden. Es handelt sich dabei um sog. „Mildtätige Zwecke“ im Sinne der Abgabenordnung. Für diese „Direkte Unterstützung“ und für die Unterstützung von Kindern zur Teilnahme an schulischen und außerschulischen Veranstaltungen wurden 7.037 Euro (Vorjahr 6.325 Euro) aufgewendet. Direkte Zuwendungen, die im Rahmen des Netzwerks Asyl geleistet werden, sind hierin nicht enthalten. Da sie von dem Team des Netzwerks Asyl bewirtschaftet werden, sind sie Teil der Projektförderung.  

Hinzu kommen Kredite, die wir zur Überbrückung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zinslos zur Verfügung stellen. Sie werden nicht als Aufwand gebucht, da sie bilanziell die Forderungen erhöhen. Sie sind damit in den Förderaufwendungen nicht enthalten. 2024 wurden neue Darlehen in Höhe von 6.680 Euro gewährt, gleichzeitig wurden 7.689 Euro getilgt. Fünf Kredite in Höhe von insgesamt 1.474,58 Euro, die bereits seit Jahren nicht mehr bedient werden, mussten als „voraussichtlich unbeibringlich“ ausgebucht werden. Beschlüsse des Lenkungskreises vom Netzwerk Asyl und von der DU-Gruppe liegen vor Außerdem wurde in einem Fall die Restzahlung von 410 Euro erlassen, weil seit Jahren regelmäßig getilgt wurde.  Im Übrigen gehen die vereinbarten Tilgungen regelmäßig ein.  Die Überbrückungsdarlehen hatten zum 31.12.2024 einen Stand von 6.781 Euro.

Für betrieblichen Aufwendungen mussten 7.295 Euro ausgegeben werden. Hierin enthalten sind Versicherungen, Beiträge an den Verband deutscher Stiftungen, die Raumkosten für die Geschäftsstelle im Gebäude Rathausgasse 1, soweit sie nicht auf Förderprojekte entfielen.  Ebenfalls enthalten sind die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit. Dem stehen Einnahmen von 3.150 Euro gegenüber, so dass die betrieblichen Aufwendungen netto lediglich bei 4.145 Euro lagen.

Mittelverwendung

Fördertätigkeit nach Kategorien

Die Fördertätigkeit der Bürgerstiftung mit den vielfältigen Projekten und Aufgaben wird in folgende Schwerpunktbereiche zusammengefasst:

  • Kinder und Jugendliche, 12.083 Euro
    • (Lesepaten, Rechenpaten, Märchenzelt, Schülerförderpreis, Mal-Oase, Leseclub Frauenweiler, Kinder und Jugendliche allgemein)
  • Pluspunkt Alter: 5.581 Euro
    • (Demenzfreundliche Kommune, Zeitgeschenk, Patientenbegleitung, Wiesloch für alle, Singen im Park, Shared Reading, Pluspunkt Alter allgemein)
  • Nachhaltigkeit: 5.230 Euro
    • (Wurzelwerk, Gemeinsam für die Artenvielfalt, Fair-Trade-Town, Wieslocher Werkstattcafé, Nachhaltigkeit allgemein)
  • Netzwerk Asyl 18.956 Euro
  • Zusammenleben 1.917 Euro
    • (Öffentliche Bücherregale, Sommerfest für Ehrenamtliche)
  • Direkte Unterstützung (mildtätige Zwecke): 7.037 Euro.
Fördertätigkeit nach Kategorien

Freistellungsbescheid

Die Bürgerstiftung Wiesloch ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Die Anerkennung gilt jeweils für 3 Jahre. Nach Vorlage der Steuererklärung für die Jahre 2019 – 2021 erteilte das Finanzamt Heidelberg am 6. Juli 2022 erneut einen Freistellungsbescheid, der die Stiftung bis einschl. 2026 von der Körperschafts- und Kapitalertragssteuer befreit und zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen berechtigt. Die nächste Steuererklärung steht 2025 für die Jahre 2022 bis 2024 an.

Kapitalanlagen

Der Stiftungsrat beschloss in seiner Sitzung vom 6.4.2021 auf Vorschlag des Vorstands eine Änderung der Anlagerichtlinien. Durch diese Änderung kann ein höherer Kapitalanteil als bisher ertragsbringend angelegt werden. Dabei wird die Sicherheit der Geldanlage nicht vernachlässigt, und schließlich fühlt sich die Stiftung auch bei den Geldanlagen den allgemeinen Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet.

Durch Verschmelzung eines börsennotierten Indexfonds (ETF) konnte ein realisierter Kursgewinn in Höhe von 801 Euro der Umschichtungsrücklage zugeführt werden.

Zum 31.12.2024 waren die nachhaltigen Mischfonds, ein ETF und eine DZ-Bank-Anleihe mit 245.923 Euro aktiviert, der Kurswert lag zur gleichen Zeit bei 265.618 Euro, so dass zum Stichtag von stillen Reserven in Höhe von 20.495,56 Euro ausgegangen werden kann.

Hinzu kommt ein Genossenschaftsanteil der Bürgerenergiegenossenschaft Kraichgau in Höhe von 50.000 Euro. Außerdem hatten zum Jahresende die festverzinsliche Termingelder bzw. Sparkassenbriefe einen Stand von 450.000 Euro.

Fundraising

Benefizkonzert mit den Nachtigallen

Frenetischer Begrüßungsapplaus brauste auf, als Die Nachtigallen am 10. März die Bühne im maximal besetzten Saal des Wieslocher Kulturhauses betraten.

Die Nachtigallen – das sind Rolf Schaude, Martin Haaß und Jutta Werbelow. Das Trio ist weithin bekannt, vor allem für seine ganz besonderen Interpretationen berühmter Werke der Popgeschichte. Es ist der Bürgerstiftung Wiesloch seit 2013 eng verbunden: damals begann die Reihe der Doppelkonzerte zugunsten der Bürgerstiftung, die „in Wiesloch so viel Gutes tut und jede Unterstützung verdient“, wie Jutta Werbelow sagte. Jedes Jahr luden Die Nachtigallen Gäste ein, mit denen sie zusammen musizierten und dem Publikum unvergleichliche Abende boten.

So nun auch im März 2024, aber leider zum allerletzten Mal, denn die Band löst sich zum Ende des Jahres auf. Zum letzten der insgesamt 11 Doppelkonzerte kamen die Karlsruher Sängerin Sandie Wollasch und der Straubenhardter Gitarrist Matthias Hautsch. Dies sei, so Jutta, die Abschiedstraumbesetzung, zumal beide schon mit etlichen Größen der Popgeschichte auftraten. Das „kurze Vorprogramm“ des Trios enthielt passend zum Anlass das Lied „Finish“ von Black Sabbath und „Like a Virgin“ von Madonna, denn „heute ist das erste Mal, dass wir mit Sandie und Matthias spielen“.

Die beiden präsentierten einen Querschnitt ihres großen Repertoires, „ein bunter Blumenstrauß unserer Stücke“, wie Sandie einführte. Sie hatte kaum die Bühne betreten, da plauderte sie äußerst charmant drauflos und gewann sofort die Herzen der Gäste im Saal. „Es ist so schön, dass wir dabei sein dürfen an diesem schon jetzt legendären Abend“. Dann legten die beiden los, u.a. mit Songs von Queen und Tina Turner, Sandie stimmgewaltig und gefühlvoll, Matthias äußerst virtuos auf seiner Akustikgitarre. Das Highlight des Abends war ein Solo von Matthias, das als klassisches Stück für ein Orchester komponiert ist. Verschmitzt und schwäbisch angehaucht meinte er: „Ihr müsst euch jetzt halt mal vorstellen, dass da ganz viele Geigen, Pauken, Waldhörner und so sind.“

Nach der Pause bot Jutta Werbelow eine ihrer Heidelbags gefüllt mit Nachtigallen-CDs für 200 € an („In 10 Jahren sind die richtig viel wert!“). In Windeseile übergab ein glücklicher Käufer das Geld, das direkt in den Spendentopf für die Bürgerstiftung gelangte – denn „Everything counts“, wie die Nachtigallen dann sogleich passend sangen.

Auch der zweite Teil des Konzerts hatte sein Highlight, als Rolf und Martin ein selbst komponiertes Stück für Handpan und Gitarre spielten. Sanft und melodisch kitzelte es die seit Konzertanfang unterschwellig vorhandene Wehmut aller Anwesenden heraus. Das letzte Doppelkonzert der Bürgerstiftung neigte sich seinem Ende zu. Jutta blickte in den Saal und seufzte: „Wenn ich hier so sitze, dann fühlt es sich so an, wie es eigentlich sein soll, wir alle zusammen in unserem Wohnzimmer. Und doch – wir sind auf Abschiedstour.“

Im Namen des gesamten Vorstands der Bürgerstiftung dankte Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr den Künstlern mit leckeren Präsenten. Ein großes Dankeschön ging auch an Sven und Melanie Kummerow, die sich um die Organisation und Bewirtung gekümmert hatten.

Mit dem traditionellen Abschiedslied „Time after Time“, das von allen 220 Gästen mitgesungen wurde, ging schließlich eine Ära zu Ende. Aber Sandie und Matthias sangen ganz richtig: „When the lights go down … I can still hear you.“

  • Projektleitung: Kai Schmidt-Eisenlohr, Mitglied des Vorstands

Gala-Ball

Am 12.10.2024 fand unser siebter Gala-Ball statt – und erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Mit bester Tanzstimmung und dem rundum guten Gefühl, auch noch Gutes zu tun, reisten die Gäste nicht nur aus der Umgebung an, sondern z.B. auch aus dem 200 Kilometer entfernten Mendig im Landkreis Mayen-Koblenz.

Dr. Johann Gradl, Vorsitzender der Bürgerstiftung Wiesloch, sowie Oberbürgermeister Dirk Elkemann, der Schirmherr der Veranstaltung, begrüßten die Gäste und dankten den vielen Spendern, allen ehrenamtlichen Helfern sowie der Tagungs- und Eventorganisation des Palatins.

Es gab eine bewegende Show mit zeitgenössischem Tanz von „Dance Euphoria“ unter der Leitung von Marion Baumann vom Tanzsportclub Couronne sowie einen mitreißenden Auftritt „Ehre wem Ehre gebührt“ der Baiertaler Bachstelzen unter der Leitung von Rebecca Heinzelmann. Höhepunkt der Shows war der 13-fache Deutsche Meister des DAT („Deutsches Amateur Turnieramt“) die Lateinformation A-Team der Tanzschule Kronenberger aus Walldorf mit ihrer Choreografie „Rhythm lives in you“. Stille Auktion und Verlosung führten gegen 22:30 Uhr zu glücklichen Gewinnern von hochwertigen und sehr vielfältigen Preisen.

Wohlfühlambiente, hervorragende Tanzmusik der 25 Musikerinnen und Musiker des Uni-Tanzorchesters Karlsruhe e.V., die gewohnt große Tanzfläche, hochkarätige Showeinlagen, und Kurzweil bei Verlosung und Stiller Auktion machten den Abend unvergesslich. Die Tanzfläche war bis weit nach Mitternacht gut gefüllt.

Der Erlös von über 6.500 Euro kommt in voller Höhe unseren Projekten zugute. Der hohe Erlös wurde ermöglicht durch zahlreiche Spenden (Geldspenden, Sachspenden für Dekoration, Drucksachen, Showgeschenke sowie Verlosung und Stille Auktion). Auch traten alle Showakteure ohne Honorar auf, und das Uni-Tanzorchester Karlsruhe erhielt nur eine Aufwandsentschädigung für den Verein.

Qualitätssicherung

Für eine gemeinnützige Einrichtung wie die Bürgerstiftung Wiesloch kommt es nicht nur darauf an, Gutes im Sinne des Stiftungszwecks zu tun. Es müssen zusätzlich eine Reihe von “Hausaufgaben” gemacht werden, damit die Qualität dauerhaft stimmt. Zu diesen “Hausaufgaben” gehören:

Jahresabschluss

Die Grundlage von soliden Finanzen stellt eine saubere Buchhaltung dar. Manfred Stindl kümmert sich seit mehreren Jahren verantwortlich darum. Wir danken Manfred Stindl sehr herzlich für diesen enorm wichtigen Beitrag.

Seit 2022 wird der Jahresabschluss vom Matthias Rohr geprüft. Matthias Rohr ist Wirtschaftsprüfer und Partner der Moore Treuhand Kurpfalz GmbH mit Sitz in Mannheim und wohnt in Wiesloch.

Nach eingehender Prüfung konnte Matthias Rohr die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses bescheinigen. Die Prüfung des Jahresabschlusses 2024 erfolgte im März 2025. Ende April wird der Jahresabschluss dem Stiftungsrat zur Genehmigung vorgelegt.

Dank dieser professionellen Bewertung dürfen wir ohne Einschränkung behaupten, dass die Bürgerstiftung Wiesloch in finanziellen Angelegenheiten über jeden Zweifel erhaben ist.

Datenschutz

Mit Wolfgang Lehner, dem Datenschutzbeauftragten der Bürgerstiftung Wiesloch, steht Jürgen Braun, Mitglied des Vorstands, in engem Austausch. Jährlich wird zudem ein Datenschutzbericht in Form eines Protokolls erstellt. So auch für 2024.

Wir nutzen seit Anfang 2022 eine sog. Nextcloud, eine digitale Plattform, die u.a. zum (kontrollierten) Austausch von Dateien und Dokumenten dient. Betreiber dieser Plattform ist das Unternehmen unaone imc services mit Sitz in Lübeck. Dieses Unternehmen betreibt seit Bestehen der Bürgerstiftung unsere Homepage und liefert einen konstant hervorragenden Service. Datenschutz und Datensicherheit genießen bei diesem Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert.

Die Bürgerstiftung besitzt darüber hinaus ein digitales Archiv in Form einer externen Festplatte. Für diese existiert eine Datenschutzdokumentation.

Der Vorstand der Bürgerstiftung räumt dem Thema Datenschutz hohe Bedeutung ein und praktiziert in der täglichen Arbeit einen sorgsamen und sparsamen Umgang mit personenbezogenen Daten.

Satzungsänderung

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hatte im vergangenen Jahr eine Webinar-Reihe zum Thema „Grundlagen des Gemeinnützigkeitsrechts“ angeboten. Für Bürgerstiftungen mit Gütesiegel wurde eine kostenlose Teilnahme in Aussicht gestellt.

Diese Gelegenheit ließen sich Mitglieder des Vorstands der Bürgerstiftung Wiesloch nicht entgehen. Die Vorträge und Diskussionen im Rahmen dieser Reihe erwiesen sich als äußerst gehaltvoll und nützlich. Zudem wurden wir auf einige Punkte aufmerksam, wo wir möglicherweise etwas gründlicher agieren sollten. Eine klare Empfehlung lautete: „Das, was eine Bürgerstiftung tatsächlich tut, sollte möglichst konkret in der Satzung beschrieben sein“.

Der Vorstand kam daraufhin zu dem Schluss, dass die Unterstützung für Geflüchtete ausdrücklich in der Satzung festgeschrieben werden sollte – was bis zu dem Zeitpunkt nicht der Fall war.

Eine Satzungsänderung muss von Vorstand und Stiftungsrat jeweils mit mindestens zwei Drittel der Stimmen beschlossen und von der Stiftungsaufsicht beim Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Finanzamt Heidelberg genehmigt werden.

Es stellte sich heraus, dass aufgrund von Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sowie der Abgabenordnung (AO) weitere Änderungen vorgenommen werden musste.

Das „Gesamtpaket“ wurde vom Stiftungsrat am 14.11.2025 und vom Vorstand am 19.11.2025 jeweils einstimmig beschlossen und in der Folge von Stiftungsaufsicht und Finanzamt genehmigt, so dass die neue Satzung nunmehr gültig.

Den Wortlaut der Satzung findet man hier.

Wertschätzung

Das wahre Kapital einer Bürgerstiftung bilden die ehrenamtlich Aktiven. Für die Bürgerstiftung Wiesloch gilt: Ca. 200 Ehrenamtlich Aktive leisten Monat für Monat über 2.000 Stunden an unbezahlter – und unbezahlbarer – Arbeit.

2019 würdigten wir dieses großartige Engagement erstmals mit einem Fest auf dem Gelände des Feldbahnmuseums, gefolgt von einem Fest auf dem schönen Gelände der Nordbadischen Fabrikproduktionen (NFp), welches wir Einladung des SPHV nutzen konnten. 2024 durften wir bei den Boule-Freunden Wiesloch zu Gast sein. Einen ausführlichen Bericht mit vielen Bildern gibt es hier.

Die Arbeit der Bürgerstiftung trägt zum sozialen Miteinander der Stadt bei. Dies findet regelmäßig Ausdruck in Würdigungen seitens der Stadt, so auch im Jahr 2024:

Erika Schultze wurde für ihr Engagement in zwei Projekten der Bürgerstiftung, der Patientenbegleitung und Wiesloch für Alle, sowie für weitere ehrenamtlichen Tätigkeiten bei Wieslocher Organisationen die Ehrenplakette der Stadt Wiesloch verliehen.

Die zweite Ehrenplakette durfte Rudolf Leib entgegennehmen. Er ist in zwei Projekten der Bürgerstiftung nicht mehr wegzudenken: Im Netzwerk Asyl ist seit 2024 mit verschiedenen Aktivitäten dabei, aktuell mit den Schwerpunkten Kontaktstunde und Begegnungscafés. Auch im Werkstattcafé ist er von Beginn an dabei und dort vor allem in der Abteilung Fahrradreparatur aktiv.

Rudolf Leib (2.v.l.) und Erika Schultze (3.v.l.)

Kooperation & Vernetzung

Auch wenn es immer einzelne Persönlichkeiten braucht, die mutig vorangehen und andere mitziehen, so ist das Ergebnis der Arbeit der Bürgerstiftung Wiesloch doch stets eine Gemeinschaftsleistung. Gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist ein zentraler Schlüssel zum Erfolg.

Kooperation innerhalb der Bürgerstiftung

Seit der Errichtung der Geschäftsstelle finden regelmäßig ca. alle drei Monate Treffen von Vorstand und dem Kreis der Teamleiterinnen und Teamleiter (Mitglieder des Leitungsteams) statt. Diese Treffen bieten allen Beteiligten die einmalige Gelegenheit, aus erster Hand zu erfahren, was an anderer Stelle in der Bürgerstiftung passiert. 2024 fanden diese Treffen weiterhin per Videokonferenz statt, da die Geschäftsstelle nicht genügend Raum für den inzwischen recht großen Kreis von Personen bietet.

Von wesentlicher Bedeutung ist darüber hinaus die Zusammenarbeit zwischen den Organen der Bürgerstiftung: Stiftungsforum, Stiftungsrat und Vorstand.

Das Stiftungsforum fand auch 2024 wieder am Gründigungstag der Bürgerstiftung, dem 4. Mai statt. Wir durften hierfür das neu gestaltete TSG-Center nutzen. Neben den obligatorischen Teilen (Berichts des Vorstands und Bericht des Stiftungsrats) wurde in diesem Rahmen das Ergebnis der Neuwahl des Vorstands verkündet, welche zuvor in Form einer Briefwahl stattgefunden hatte. Wiedergewählt wurden Edeltraut Schuckert, Franz Schaidhammer, Kai Schmidt-Eisenlohr und Johann Gradl. Jürgen Braun hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Stattdessen hatte Monika Gessat sich um einen Sitz im Vorstand beworben – mit Erfolg, wie Katrin Floegel, Vorsitzende des Stiftungsrats, verkünden konnte.

Lokale Kooperation

Die Bürgerstiftung Wiesloch lebt auch von der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Institutionen vor Ort. Kooperation auf Augenhöhe ist gewissermaßen Teil der DNA einer Bürgerstiftung. Die Bürgerstiftung Wiesloch erfreut sich einer exzellenten Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von bedeutenden Akteuren. Dazu gehören:

  • Banken: Sparkasse Heidelberg und Volksbank Kraichgau
  • Presse: Rhein-Neckar-Zeitung, Wieslocher Woche, Kraichgaulokal
  • Soziale Einrichtungen: Caritas, Diakonie, Kinderschutzbund Wiesloch, Sozialpsychiatrischer Hilfsverein (SPHV), Stadtseniorenrat, Steingötter-Greiff-Stiftung, Wieslocher Tafel
  • Stadt Wiesloch: Stadtverwaltung Wiesloch, insbesondere Generationenbüro, Vereinsbüro, Liegenschaftsverwaltung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stadtbibliothek Wiesloch, Ehrenamtsbüro Wiesloch, Integrationsmanagement
  • Rhein-Neckar-Kreis
  • Palatin Wiesloch
  • Buchhandlungen: Buchhandlung Dörner, Buchhandlung Eulenspiegel
  • Vereine: Bündnis für Demokratie und Toleranz, Boule-Freunde Wiesloch
  • Bildungseinrichtungen: Volkshochschule Südliche Bergstraße, Wieslocher Schulen, Evangelische Erwachsenenbildung
  • Psychatrisches Zentrum Nordbaden

Wir danken allen Akteurinnen und Akteuren für die fruchtbare Zusammenarbeit im Jahr 2024.

Bundesweite Vernetzung

Es ist ein Markenzeichen von Bürgerstiftungen, voneinander lernen zu wollen. Um dies zu ermöglichen, braucht es Begegnung und Austausch.

Dies wird ermöglicht durch die „Stiftung Aktive Bürgerschaft“ sowie die „Bürgerstiftungen Deutschlands“ innerhalb des Bundesverbands Deutscher Stiftungen in Form von Regionalforen, Regionaltreffen und Webinaren, an denen Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerstiftung Wiesloch regelmäßig teilnehmen.

Dieser Austausch brachte schon mehrmals gute Ideen nach Wiesloch, so etwa das „Singen im Park“, angeregt durch die Bürgerstiftung Halle, oder den „Bürgerbrunch“ im Jubiläumsjahr 2016, einer Idee der Bürgerstiftung Kehl, oder zuletzt die Befassung mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen („Sustainable Development Goals“ SDGs).

Auch dass die Bürgerstiftung seit 2007 ununterbrochen das Gütesiegel führen darf, ist u.a. Ergebnis dieser bundesweiten Vernetzung. Eine Bürgerstiftung muss bestimmte Kriterien erfüllen, um diese Auszeichnung zu erhalten. Die enge Einbindung in den bundesweiten Austausch hat dazu beigetragen, besser zu verstehen, was eine gute Bürgerstiftung ausmacht und wie der Weg dorthin aussehen kann. 2022 wurde das Gütesiegel erneut an die Bürgerstiftung erliehen – für die Jahre 2023 bis 2025.

Bis zum Sommer 2025 muss das Gütesiegel erneut beantragt werden – dann für die Jahre 2026 bis 2028.

Öffentlichkeitsarbeit

„Tue Gutes und lasse andere davon wissen.“ Getreu diesem Motto ist die Bürgerstiftung Wiesloch auf vielen Kanälen präsent.

Die große Neuerung des Jahres 2023 bestand in der Gründung des „KOMM-Teams“, welches auch 2024 seine Arbeit weiterführte. „KOMM“ ist dabei die griffige Abkürzung für „Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation“. Mittlerweile gehören neun ehrenamtlich Aktive dem Team an und decken alle „Kanäle“ ab: Printmedien, Homepage, Facebook, Instagram. Auch will das Team Projekte der Bürgerstiftung dabei unterstützen, über Aktivitäten und Vorhaben zu berichten.

Direkte Unterstützung

Gemäß ihrer Satzung widmet die Bürgerstiftung Wiesloch ein besonderes Augenmerk Menschen, die in Wiesloch in eine akute finanzielle Notlage geraten sind. In Zusammenarbeit mit unseren Sozialpartnern Caritas, Diakonie, Steingötter-Greiff-Stiftung, Schulsozialarbeit und anderen konnten wir auch 2024 in zahlreichen Fällen einspringen und zur Lösung beitragen.

Wir sehen vermehrt den Effekt, dass sich Menschen, denen wir bereits in der Vergangenheit helfen konnten, erneut an uns wenden. In diesen Fällen ist das Einkommen gerade so für den täglichen Bedarf ausreichend. Wenn jedoch eine Ausnahmesituation eintritt, z.B. wenn eine Waschmaschine defekt wird, dann ist da eben keine Rücklage, mit der die Situation aufgefangen werden kann. Und in manchen Fällen kann man schon voraussehen, dass die Unterstützung zwar die momentane Krise löst, aber eigentlich das gesamte Einkommen einfach nicht ausreicht, um das tägliche Leben zuverlässig zu meistern. Es fällt schwer, da zuzusehen, aber wir können natürlich die Armutsfalle nicht grundsätzlich entschärfen.

Eine größere Anzahl Probleme im Bereich Nebenkosten ist wie erwartet eingetreten, und grundsätzlich gibt es eine Häufung im Bereich Wohnen & Umzug. Eine steigende Anzahl Anfragen nach Ministipendien, Zuschüssen zu Klassenfahrten sowie der Finanzierung von Kernzeitbetreuung konnte positiv beschieden werden. 

Von insgesamt 24 im Jahr 2024 bearbeiteten Fällen wurde in acht eine direkte finanzielle Unterstützung gewährt, drei weitere finanzielle Unterstützungen konnten als Darlehen zur Verfügung gestellt werden. Bei dreizehn Anfragen konnte wegen fehlender Voraussetzungen, etwa dem Wohnort Wiesloch dem Antrag nicht entsprochen werden oder das Anliegen hatte sich erledigt.

  • Projektteam: Anne Sonnenberg, Brigitta Martens-Aly, Edeltraut Schuckert, Erika Schultze, Irene Thomas, Johann Gradl, Jule Jungmann, Marianne Wermescher, Melitta Wernecke, Ulrike Escherle


Schwerpunktthema Kinder & Jugendliche

Lesepatenschaften

Mit insgesamt 30 Personen waren 2024 so viele Lesepatinnen und -paten aktiv wie nie zuvor. Sie sind in den beiden Kernstadt-Grundschulen sowie in Baiertal und Schatthausen im Einsatz.

Diese große Anzahl führte zu einer kleinen Umstrukturierung, um Teamleiterin Rosemarie Stindl zu entlasten. Nach entsprechender Vorarbeit konnte sie Mitte des Jahres die Leitungsaufgaben auf mehrere Schultern verteilen. In jeder Schule gibt es nun eine Lesepatin, die vor Ort als Ansprechpartnerin sowohl für die Patinnen und Paten als auch für das jeweilige Kollegium fungiert und sich u.a. um Vertretungen bei Krankheit und Urlaub, um die Patenmaterialien, Hospitationen kümmert. Jeweils schulbezogen soll es häufiger kleine Gruppentreffen geben, um den Austausch in den jeweiligen Teams zu fördern und so auf Wünsche, Probleme usw. schneller und gezielter reagieren zu können. Wir danken Frau Becker (Merianschule), Frau Wallmeier (Schillerschule), Frau Knopf (Pestalozzischule) und Frau Bredtmann (Schatthausen) für ihre Bereitschaft, in der Teamleitung mitzuarbeiten. Die Änderungen wurden mit den Teams zu Schuljahresbeginn in schulbezogenen Treffen besprochen.

Wie jedes Jahr gab es sowohl in der Merianschule als auch in der Schillerschule je eine Einladung zu Kaffee und Kuchen, wo den Lese- und Rechenpatinnen und -paten zum einen gedankt wurde, wo sie sich aber auch mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie untereinander austauschen konnten.

Man traf sich jedoch auch schulübergreifend. So gab es Mitte Februar eine Schulung über zwei halbe Tage: Ulrike Ihle-Herzel vom Mundwerk Sprachzentrum Rauenberg erarbeitete mit einer großen Gruppe Patinnen und Paten, wie man den Buchstabenfüchsen das Lesenlernen leichter macht. Eine weitere, etwas kleinere Schulung gab es Anfang Dezember in der Schillerschule durch Stephanie Hummrich, bei der gezielt auf die Leselerninhalte in der ersten Klasse eingegangen wurde. Die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, sich weiterzubilden und selbst immer wieder Neues zu lernen, ist beeindruckend. Die Anwendung der neu erworbenen Kenntnisse in der qualifizierten Arbeit mit den Buchstabenfüchsen ist jedes Jahr aufs Neue von Erfolg gekrönt, wie uns die Lehrkräfte immer wieder dankbar bestätigen.

Alle neuen Patinnen und Paten wurden rechtzeitig in Einführungsstunden auf ihren Einsatz vorbereitet und durften vorab in Patenstunden bei erfahrenen Paten und Patinnen hospitieren.

Seit dem Frühjahr gibt es einen umfassenden Leitfaden zu allen Tätigkeiten, die zur Leitung der Lesepatenschaften gehören. Darin werden alle organisatorischen Aufgaben beschrieben, um gewappnet zu sein, falls es einen kurzfristigen Ausfall oder einen Wechsel in der Teamleitung gibt.


Rechenpatenschaften

Das Team der Rechenpatinnen und -paten hat sich auf 18 Personen vergrößert, fünf sind an der Schillerschule, sechs an der Merianschule und je zwei in Schatthausen, Baiertal und Frauenweiler (eine Patin ist noch nicht zugeordnet).

Die neuen Teammitglieder wurden durch unsere Fachfrau Birgit Reimann-Groll umfassend auf ihre Tätigkeit vorbereitet, indem sie an Einführungsseminaren und Hospitationen teilnahmen. Die bereits länger tätigen Paten und Patinnen erhielten im Verlauf des Jahres begleitende Workshops, Kurzschulungen und Stundenbegleitung von B. Reimann-Groll. So sorgen wir dafür, dass sich alle gut betreut fühlen und bei ihrer Tätigkeit kontinuierlich sicherer werden.

Mittlerweile hören die meisten Patenschaften nicht mehr wie ursprünglich geplant zum Schuljahresende auf, sondern werden bis Weihnachten weitergeführt. Das zeigt einerseits, mit wie viel Eifer die Ehrenamtlichen dabei sind; sie verzichten regelmäßig auf die halbjährige Pause. Andererseits wird deutlich, dass die Kinder die Hilfe und Zuwendung schätzen und einfach so lange wie möglich bei „ihrer“ Patin / „ihrem“ Paten“ bleiben und gemeinsam mit ihr/ihm lernen.

Die Ansprechpersonen der Schulen für die Rechenpatenschaften betonen immer wieder, wie froh sie über die Unterstützung der Patinnen und Paten sind. Der Erfolg der Patenschaften lässt sich jedes Jahr aufs Neue an den „Hochhäusern“ erkennen: Vor Beginn der Patenschaften sollen die Kinder im Hochhaus einzeichnen, wo verschiedene Stockwerke sind. Meist geht die Reihenfolge dabei wild durcheinander, weil das Mengenverständnis fehlt bzw. die Bedeutung der Zahlen. Wenn dieselbe Übung gegen Ende der Patenschaft nochmals gemacht wird, sieht das Hochhaus deutlich besser aus. Die Kinder haben verstanden, dass z.B. fünf Stockwerke mehr sind als zwei.

Im Frühjahr erstellten die beiden Teamleiterinnen Birgit Reimann-Groll (fachlich) und Rosemarie Stindl (organisatorisch) einen umfassenden Leitfaden zu allen Tätigkeiten, die zur Leitung der Rechenpatenschaften gehören. Darin werden alle notwendigen Aufgaben beschrieben, um gewappnet zu sein, falls es einen kurzfristigen Ausfall oder einen Wechsel in der Teamleitung gibt.


Leseclub Frauenweiler

Der Leseclub war auch 2024 sehr abwechslungsreich. Pro Woche beschäftigten sich 20 bis 25 Kinder in vier Gruppen zwar wie sonst auch mit Lesen, (Lese-)Spielen, Rätseln, Malen und Basteln, aber es gab auch Themenwochen, u.a. zu Inhalten wie Hund, Sinne, Wasser (https://buergerstiftung-wiesloch.de/nordseewasser-im-leseclub/) und Kinderrechte bzw. Demokratie. Da die Gruppe der Viertklässler sehr klein war, konnten wir ganz besondere Aktivitäten mit ihnen in Angriff nehmen; so entstanden im Laufe des Jahres ein Pappbaumhaus mit Seilbahn, ein Mikroskop und ein Roboter.

Die Ausstattung durch die Stiftung Lesen, die den Leseclub im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ fördert, ist mittlerweile auf über 600 Bücher, knapp 50 Spiele sowie etliche Zeitschriften und Kamishibais angewachsen. Dazu kommen weitere Materialien aus unseren eigenen Mitteln, so dass die Kinder aus vielen Möglichkeiten zum Lesen, Basteln und Spielen wählen können.

Für die Kinder gab es in diesem Jahr zwei Highlights in Form von Workshops: einen im Mai und einen im November. Dabei wurde jeweils von einer Referentin der Stiftung Lesen ein Nachmittag zu einem Thema gestaltet. Die Betreuerinnen waren jeweils organisatorisch und unterstützend dabei. Es waren zwei sehr intensive Nachmittage, zumal die Kinder über drei statt der üblichen einen Stunde gefordert waren.

Seit Beginn des Jahres erhalten die Eltern der Leseclubkids regelmäßige Informationen auf einer elektronischen Leseclub-Pinnwand. Dort werden Neuigkeiten und kleine Berichte und Fotos zu durchgeführten Aktionen eingestellt sowie hilfreiche Tipps, wie die Eltern ihre Kinder beim Lesen unterstützen können.

Um die Elternbindung weiter zu vertiefen, organisierten wir im November eine „Stunde der offenen Leseclubtür“. In einer kurzen Präsentation stellten wir den Leseclub mit vielen Fotos vor. Dann zeigten die Clubber den Eltern und Geschwistern anhand etlicher Materialien, wie sie die Stunden mit den Betreuerinnen verbringen.

Im Frühjahr erstellte Teamleiterin Rosemarie Stindl einen umfassenden Leitfaden zu allen Tätigkeiten, die zur Leitung des Leseclubs gehören. Darin werden alle notwendigen Aufgaben beschrieben, um gewappnet zu sein, falls es einen kurzfristigen Ausfall oder einen Wechsel in der Teamleitung gibt.

Seit dem Sommer sind nur noch sechs Betreuerinnen aktiv, zwei mussten leider ihr Engagement beenden. Neben der Durchführung der Leseclubstunden mit entsprechender Vorbereitung müssen wir pro Jahr an einer bestimmten Anzahl Seminare teilnehmen, eine Anforderung der Stiftung Lesen. Auch wenn dadurch noch mehr eigene Freizeit geschmälert wird, sind wir dankbar für diese Unterstützung, denn so können wir die hohe Qualität der Betreuung nachweislich gewährleisten.

Fast hätten wir bei unserem intensiven Einsatz vergessen, dass es den Leseclub schon fünf Jahre gibt. So kamen wir noch schnell Anfang Dezember zu einer kleinen internen Jubiläumsfeier zusammen.

Leider waren die letzten Monate des Jahres von großer Unsicherheit bzgl. der Räumlichkeiten für den Leseclub geprägt. Zum Ende des Jahres verdichteten sich die Aussagen, dass wir Ende Januar 2025 ausziehen müssen. Trotz vieler Gespräche an unterschiedlichen Stellen gab es keine klare Information, wie es weitergehen kann. Deshalb loteten Vorstand und Teamleitung mit viel Zeitaufwand Möglichkeiten aus, wo und wie der Leseclub ab Februar 2025 weitergehen kann. Als einzige sinnvolle Bleibe wurde das Vereinsheim identifiziert. Entsprechende Planungen wurden Ende Dezember mit dem Stadtteilverein Frauenweiler durchgeführt, dessen Mieter wir würden. Falls Anfang 2025 nicht noch ein kleines Wunder geschieht, steht der Umzug Ende Januar an. Einen kleinen Lichtblick gab es trotzdem in Form der Zusage einer finanziellen Unterstützung von MLP für den Umzug, der natürlich mit Kosten verbunden sein wird.


Mal-Oase

In aller Stille, in einem kleinen Raum im Keller der Albert-Schweitzer-Schule, werden große Probleme mit viel Farbe und Einfühlsamkeit bewältigt. Seit November 2016 gibt es die sogenannte „Mal-Oase“.

Unter behutsamer Führung der Wieslocher Maltherapeutin Angelika Senft-Rubarth ist hier ein Zufluchtsort für traumatisierte und seelisch belastete Kinder entstanden. Hier findet ein maltherapeutisches Angebot für Schülerinnen und Schüler statt, die schlimme Erlebnisse hinter sich haben, wie etwa Gewalt, Flucht oder Trennung der Eltern, und sich dadurch ihrem Umfeld verschließen.

Meist ist in kurzer Zeit kein Therapieplatz zu finden, und so bietet die Mal-Oase eine erste Anlaufstelle für diese Schulkinder. Ziel der Mal-Oase ist, dass sich die Kinder durch das Malen öffnen und kommunikativer werden. Dies geschieht zuerst, indem sie einfach Farbe auf eine große Leinwand bringen, vielleicht Zeichen oder ein Bild malen. Anschließend gehen sie in Kommunikation mit der Maltherapeutin und vielleicht sogar in der Gruppe darüber sprechen.

Die Lehrerinnen und Lehrer sind sehr froh über diese Möglichkeit und berichten von vielen Erfolgen. Pro Schuljahr können bis zu 12 Kinder teilnehmen, jeweils in Kleingruppen mit 3 Kindern. Eine Gruppe malt 10 bis 12 Mal jeweils zwei Schulstunden lang. Im Moment sind dort Schülerinnen und Schüler der Albert- Schweitzer und der Tom-Mutters-Schulen zu Gast.

Dank der fleißigen ehrenamtlich Aktiven des Wieslocher Werkstatt-Cafés, die ihre Reparaturen auf Spendenbasis durchführen, kann die Mal-Oase weiter durchgeführt werden. Mit den Spenden für diese Reparaturen ist die Finanzierung der Mal-Oase wieder für einige Zeit gesichert.


Märchenzelt

Mittlerweile gibt es unser Märchenzelt seit 14 Jahren. Holprige Jahre liegen hinter uns. Immer wieder mussten neue Lösungen für unser Märchenzelt gefunden werden. In den ersten Jahren fand das Märchenzelt in einem Pagodenzelt auf dem Weihnachtsmarkt, dann in leerstehenden Geschäften und schließlich im Eventzelt statt, in dem das Vorlesen bei lautem Geräuschpegel sich als schwierig erwies. Immer wieder musste eine neue Dekoration und ein neues Konzept entworfen werden.

Mit dem Eröffnen der Geschäftsstelle und den Räumlichkeiten, die in unmittelbarer Nähe zum Weihnachtsmarkt nun zur Verfügung stehen, haben wir nun seit 2019 eine dauerhafte Bleibe gefunden. Eine wirklich gemütlich warme Stube, in der das Märchenzelt zur Weihnachtszeit aufleben kann. Dass wir nun immer da sein können und am gleichen Ort auffindbar sind, hat sich in diesem Jahr wirklich bemerkbar gemacht. Verbunden mit Auftritten in sozialen Medien und guter Werbung, ist die Anzahl unserer ZuhörerInnen auf über 200 angestiegen. Und es gab begeisterte Kinder und Erwachsene, die zum wiederholten Male bei uns zuhörten. Selbstgebackene Plätzchen und guter Tee erwärmten zusätzlich die Herzen.

Auch konnten wir weitere neue begeisterte VorleserInnen finden, sodass ein sehr abwechslungsreiches Programm mit internationalen Geschichten einem Kinderpublikum aus unterschiedlichen Kulturen angeboten wurde.

Die gute Besucherzahl und atmosphärische Stimmung gibt uns, Antrieb das Märchenzelt auch die nächsten Jahre fortzuführen. Danke an alle Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen beitrugen.


Schülerförderpreis

Der Schülerförderpreis der Bürgerstiftung Wiesloch wird an Schülerinnen und Schulen Wieslocher Schulen verliehen, die trotz schwieriger Bedingungen die Herausforderungen des Lebens annehmen und eine schulische Abschlussleistung erzielen, die außergewöhnlich ist.

Es sollen also Jugendliche ausgezeichnet werden, die in Bezug auf Ausdauer, Mut und Willensstärke Vorbildcharakter haben. Für den Schülerförderpreis kommen alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger von weiterführenden Schulen in Wiesloch in Betracht.

Der Schülerförderpreis wurde 2024 zum vierzehnten Mal ausgeschrieben. Insgesamt wurden drei Absolventinnen und Absolventen von drei weiterführenden Schulen in Wiesloch ausgezeichnet. Mehr dazu finden Sie hier.

Schwerpunktthema Nachhaltigkeit

Eine Stiftung hat kein „Verfallsdatum“. Stiftungen sind für die „Ewigkeit“ angelegt. Dies gilt auch für Bürgerstiftungen. Insofern ist es nur folgerichtig, dass das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Bürgerstiftung Wiesloch seit jeher eine große Rolle spielt.

Interkulturelle Gartengemeinschaft Wurzelwerk

Auch im Jahr 2024 haben wir in unserem wunderbaren Garten viel gemeinsam gegärtnert, sind miteinander ins Gespräch gekommen und haben gefeiert.

Wieder einmal ist uns klar geworden, wie wichtig es ist, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft treffen und dass sie sich, so gut es geht, austauschen. Die Sprachbarrieren untereinander sind hin und wieder sehr groß, vor allem wenn Familien erst seit kurzem in Wiesloch sind und hier ihr neues Zuhause suchen. Beim eigenen Gärtnern im gemeinsamen Garten dürfen alle ihre Ideen einbringen, miteinander arbeiten und ernten. Das schafft sehr herzliche Begegnungen, ein friedliches Miteinander und bei Neumitgliedern aus anderen Kulturen das Gefühl, willkommen zu sein.

Im Januar ist es sehr ruhig im Garten. Er befindet sich so zu sagen im Winterschlaf. Die meisten Pflanzen wachsen nicht, ein bisschen Wintergemüse kann hin und wieder geerntet werden. Vor allem sind es die Vögel, die unseren Garten besuchen, weil sie im Vogelhäuschen Futter finden.

Typische Winterarbeiten sind die Vorbereitung der Beete für die kommende Saison sowie das Instandhalten der Wege. Im Februar bekam der Hauptweg eine neue Schicht Rindenmulch, damit er wieder schön aussieht und bei jedem Wetter gut begehbar ist.

Ein großes Dankeschön gilt dem PZN, das uns wieder im Rahmen der WIN-Charta Baden-Württemberg mit 1.000 Euro unterstützte.

Die WIN-Charta des Landes Baden-Württembergs ist bislang bundesweit das einzige Nachhaltigkeitsmanagement-System für Unternehmen, die freiwillig ein klares Bekenntnis zu ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung abgeben wollen.

Das PZN ist seit 2020 Mitglied und unterstützt unter Anderem lokale, nachhaltige Projekte. Am 21. März 2024 wurde uns der Spendenscheck überreicht. Gleichzeitig fand im PZN vor der Caféteria die 5. Klimaaktion statt, die von der Klima AG des PZN organisiert wurde. Eingebunden waren drei Projekte der Bürgerstiftung: „Fairtrade Town“, unser Interkultureller Garten „Wurzelwerk“ sowie „Gemeinsam  für die Artenvielfalt“. Brigitte, Angelika und Monika stellten unser Interkulturelles Gartenprojekt an einem eigenen Stand vor.

Im März haben wir wieder an der Gemarkungsreinigung der Stadt Wiesloch teilgenommen. Die wertvollen Grünflächen um unseren Garten herum sowie auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen Sofienstraße und Lempenseite haben wir von Müll und Schrott befreit. Vielen Dank an den Bauhof, der uns für die Aktion Greifzangen, Handschuhe und Müllbeutel sowie einen Container zur Verfügung gestellt hat. Und toll, dass so viele Kinder mitgeholfen haben!

Ein Entenpärchen war regelmäßig im Garten unterwegs und hat sich sichtlich wohlgefühlt.

Zum ersten Mal sind in diesem Jahr Früchte an unseren jungen Obstbäumen gewachsen. Die Rose kletterte prächtig an unserem tollen Eingangstor empor.

Die Hütte hat eine neue Regenrinne bekommen, weil die alte undicht war. Mitglieder des Gartens haben sie ausgetauscht. Über diese Regenrinnen auf beiden Seiten des Dachs wird Regenwasser in ein großes Fass geleitet. Solange es möglich ist, gießen wir mit diesem Regenwasser. Erst wenn es leer ist, nutzen wir das Wasser aus der Trinkwasserleitung.

Dank des Regens und der weniger starken Hitze in diesem Jahr, sind die Pflanzen auf dem Hüttendach gut gewachsen. Aber es ist noch Platz auf dem Dach und die Pflanzen brauchen Pflege.

Für neue Mitglieder finden wir immer Möglichkeiten, wie sich sich einbringen, aber auch sich selbst entfalten können. Meistens können Beete freigemacht und neu zur Verfügung gestellt werden.

Wenn wir neue Mitgärtner*innen begrüßen dürfen, dann häufig ganze Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters. Für alle Generationen in unserer Gemeinschaft bietet der Garten einen Rückzugsort, in dem gearbeitet und gleichzeitig entspannt werden darf.

Mitte des Jahres kamen erstmals zahlreiche Akteure in den Bereichen Klima, Umwelt- und Artenschutz aus Wiesloch und Umgebung zu einem Netzwerktreffen zusammen, um sich auszutauschen und über mögliche gemeinsame Aktivitäten zu beraten. Die Bürgerstiftung ist neben uns, dem Wurzelwerk, auch mit dem Projekt Fair-Trade-Town Wiesloch und dem Werkstatt-Café vertreten. Klaus Klingenfuß, Filmemacher aus Wiesloch, machte den Akteuren das Angebot, Kurzfilme über ihre Projekte zu drehen, um sich vorstellen zu können. Und so wurde ein Film über unser Wurzelwerk gedreht, der sowohl im Vorprogramm des Luxor-Filmpalast platziert ist als auch auf der Homepage der Bürgerstiftung angeschaut werden kann (https://buergerstiftung-wiesloch.de/netzwerktreffen-klima-umwelt-artenschutz).

Am Tag des Filmdrehs waren viele Menschen im Garten, die zunächst gegärtnert haben. Später wurden im Steinofen Pizza und Brötchen gebacken und ein Feuer gemacht. Zu unseren Cooking Partys werden von den Mitgliedern viele leckere selbstgemachte Speisen mitgebracht. Zum Teil stammen die Zutaten aus unserem Garten. Nach dem gemeinsamen Essen lassen wir meistens den Tag mit Liedern und Tänzen ausklingen.

Als Teile des Rasentrimmers nicht mehr funktionierten, suchten wir Hilfe im Wieslocher Werkstatt-Café. Das Café ist ebenfalls eine Initiative der Bürgerstiftung. Haushaltsgeräte, Kleidung, Fahrräder und Vieles mehr werden hier von ehrenamtlichen Expertinnen und Experten repariert. Leider ist die Reparatur des Rasentrimmers nur teilweise gelungen. Dennoch wurden uns wertvolle Tipps mitgegeben, für die wir uns herzlich bedanken.

Danken möchten wir auch den Mitarbeitern der Stadtgärtnerei Wiesloch für ihre zuverlässige Unterstützung das ganze Jahr über. Ob für Reparaturen, der Lieferung von Sand oder Rindenmulch, sie sind stets für uns erreichbar.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen:

Geleitet wird unsere Interkulturelle Gartengemeinschaft von einem 10-köpfigen Leitungsteam.

In diesem größeren Team teilen wir administrative und Projekt bezogene Aufgaben unter uns auf. Auch wenn ein Problem auftritt, kann immer eine Person gefunden werden, die sich diesem annimmt.

Am Ende des Jahres 2024 gehörten 34 Familien und Einzelpersonen der Gemeinschaft an, davon 16 aus Deutschland und 18 aus anderen Nationen. Der interkulturelle Anteil der Teilnehmer*innen ist damit minimal höher als derjenigen, die nicht nach Deutschland eingewandert sind.

Insgesamt 88 Personen aus 10 verschiedenen Nationen trafen sich regelmäßig im Garten, davon 37 Kinder und Jugendliche.

Wir freuen uns auf erneut viele liebe und wertschätzende Begegnungen im neuen Jahr 2025 und hoffen auf gute Verständigungen, ausreichend Regen und Sonnenschein und gute Ernten.

Für die Wurzelwerker*innen: Marion Schmidt


Gemeinsam für die Artenvielfalt

(In Arbeit)


Wieslocher Werkstatt-Café

Für das Werkstatt-Café begann das Jahr mit dem Umzug in das evangelische Gemeindehaus in der Friedrichstraße 5. Der große Raum ist hell und bestens ausgestattet, es gibt eine moderne Küche, der Zugang ist barrierefrei. Bis zu 12 Arbeitsplätze für Elektro-, Mechanik- und Textilarbeiten finden gut Platz, der Wartebereich mit Kaffee- und Kuchenbuffet ist direkt angeschlossen, Fahrräder werden im Vorraum oder Innenhof repariert. So ist die Arbeit der mittlerweile insgesamt 30 Ehrenamtlichen deutlich angenehmer als im vorigen Domizil. Auch die Kunden und Kundinnen fühlen sich im großzügigen Ambiente sehr wohl. Wir danken der Petrusgemeinde, dass wir die Räume nutzen dürfen und dass die Abstimmungen sehr unkompliziert sind. Ein besonderer Dank geht an die Bäckerei/Konditorei Behr, die bei jedem Termin Brezeln und süße Teilchen spendete. Zusammen mit den von uns bereitgestellten warmen und kalten Getränken wird die Wartezeit, zu der es bei großem Andrang kommt, deutlich angenehmer.

Das Werkstatt-Café konnte sich im Vergleich zum Vorjahr auch 2024 noch steigern. Die durchschnittliche Erfolgsquote lag bei 70 %. Insgesamt wurden 307 Reparaturen bei acht Veranstaltungen durchgeführt, im Schnitt 38 pro Veranstaltung. Der größte Bedarf herrschte im Bereich Elektro (über 70% der Reparaturanfragen), gefolgt von Textilarbeiten und Fahrradreparaturen sowie mechanischen Arbeiten.

Auch wenn nicht jede Reparatur erfolgreich war, verließen die Kunden und Kundinnen immer zufrieden das Werkstatt-Café, denn nun wussten sie, dass man das Teil getrost entsorgen konnte. Die Hilfe wurde entsprechend durch Fütterung des Spendenschweinchens honoriert. Die über das Jahr zusammengekommenen Spenden unterstützen die Mal-Oase der Bürgerstiftung im neuen Jahr. Beim letzten Werkstatt-Termin des Jahres wurde die Spende symbolisch übergeben.

Im Juli hieß es „Bitte recht freundlich!“, denn Dreharbeiten zu einem Imagefilm über das Werkstatt-Café fanden statt. Der Film wurde von Klaus Klingenfuß realisiert und im Luxor-Filmpalast Walldorf gezeigt. Ab Januar 2025 läuft er im Karlstorkino.

Im Herbst besuchten uns Gründer und Gründerinnen weiterer Werkstatt-Cafés in der Region. Wir gaben unsere Erfahrungen weiter und konnten so erfolgreich Starthilfe leisten: in Walldorf eröffnete ein Werkstatt-Café im November, Dielheim und Sandhausen beginnen mit ihren Angeboten im Januar 2025.

Im November fand turnusgemäß eine elektrotechnischen Unterweisung statt, in der unser Experte Jürgen Lohnert unentgeltlich das notwendige Fachwissen vermittelte, damit bei uns Reparaturen sicher und qualitativ hochwertig durchgeführt werden und wir den gesetzlichen Anforderungen nachkommen. Wir sind ihm sehr dankbar dafür.

Da uns auch das gesellige Miteinander wichtig ist und der Kontakt zwischen den Teammitgliedern nicht nur fachlicher Natur sein soll, trafen wir uns zu einem entspannten Sommerfest und zu einer stimmungsvollen Weihnachtsfeier.


Fairtrade-Town Wiesloch

Seit dem 15. Mai 2023 ist Wiesloch die 837. Fairtrade-Town in Deutschland. Die Auszeichnung war aber nicht das Ziel, sondern der erste Meilenstein. Mittlerweile besteht die Fairtrade-Town Wiesloch seit einem Jahr, und die Steuerungsgruppe unter Leitung der Bürgerstiftung Wiesloch hat ihr Engagement im Jahr 2024 weiter ausgebaut. Damit steht einer Rezertifizierung 2024/2025 nichts im Weg.

Auch im Jahr 2024 hat sich Wiesloch aktiv für den Fairtrade-Gedanken eingesetzt:

  • Faires Frühstück: Im Februar hat die Steuerungsgruppe in Kooperation mit der Petrusgemeinde ein faires Frühstück veranstaltet. Bei einem gemütlichen Frühstück konnten Besucher faire Produkte kennenlernen und probieren. Darüber hinaus gab es einiges über die Nachhaltigkeitsarbeit der Petrusgemeinde und der Fairtrade-Town Wiesloch zu entdecken.
  • Klimaaktionstage im PZN: Bei den 5. Klimaaktionstage im PZN (Psychiatrisches Zentrum Nordbaden) war die Fairtrade-Town als en Projekt der Bürgerstiftung mit einem eigenem Infostand vertreten.
  • Fairtrade-Torwandschießen: Beim Schweickert Sommercup des VfB Wiesloch hat die Steuerungsgruppe ein Fairtrade-Torwandschießen organisiert. Die Kinder konnten neben den Spielen beim Fairtrade-Town-Stand beim Torwandschießen faire Fußbälle gewinnen und mehr über Fairtrade erfahren.
  • Teilnahme an der Fairen Woche: Im dritten Jahr infolge hat Wiesloch an der jährlichen Fairen Woche teilgenommen. Ein Infostand auf dem Wieslocher Herbstmarkt, organisiert von der Steuerungsgruppe und tatkräftig unterstützt von einigen Schulkindern der Maria-Sibylla-Merian-Grundschule in Wiesloch, informierte Besucher über fairen Handel und aktuelle Projekte.

Diese Aktivitäten unterstreichen das Engagement der Stadt Wiesloch, faire Traditionen zu schaffen und den Fairtrade-Gedanken nachhaltig in der Region zu verankern. Weitere Kooperationen und Veranstaltungen sind in Planung, um das Bewusstsein für fairen Handel weiter zu stärken.


Stadtgrün für Wiesloch

Schwerpunktthema Pluspunkt Alter

Die Anfänge der Aktivitäten der Bürgerstiftung Wiesloch zur Unterstützung von älteren Menschen reichen in das Jahr 2012 zurück. Seither entstand ein breites Spektrum von Angeboten – stets in enger Abstimmung mit den anderen Akteuren, die in diesem Bereich aktiv sind.

Unsere Arbeit wird unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und aus Mitteln der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Zeitgeschenk

Zeitgeschenk, das sind viele Stunden, die im wahrsten Sinn des Wortes geschenkt wurden. Zeitschenken bedeutet Aufmerksamkeit schenken, wertschätzen und zuhören. Die zeitschenkenden Ehrenamtlichen unseres Besuchsdienstes besuchen Menschen, die auf Grund von Erkrankungen oder ihres Alters nur wenig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

In unserer Gesellschaft leben laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Um dieser Herausforderung zu begegnen und um unsere Gesellschaft demenzfreundlich zu gestalten, wollten auch wir vom Projekt Zeitgeschenk einen Beitrag dazu leisten. So stand das Jahr 2024 ganz im Zeichen dieses Themas „Demenz“ und ihrer Folgen für die Erkrankten, deren Partner, ihren Familien und der Gesellschaft. Mit Fortbildungen versuchten wir unsere Zeitschenker auf den Umgang mit Erkrankten vorzubereiten. Zunächst gab es einen Informationsnachmittag über den Pflegestützpunkt Rhein-Neckar, um die Vielfalt der Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Unter der Federführung der „Initiative Demenzfreundliches Wiesloch“, an der Spitze Anne Sonnenberg und Karin Kircher, wurde ein Kurs zur Ausbildung als Demenzbegleiter/Demenzbegleiterinnen angeboten. Der Kurs umfasste 6 Abende mit jeweils 3 Stunden und endete mit einem Praktikum und einer Abschlussveranstaltung. Dabei wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Zertifikat „Demenzbegleiter“ verliehen werden. Der Kurs umfasste Themen wie Grundlagen der Demenz, verschiedene Formen und ihre Auswirkungen, angemessene Kommunikation, Unterstützung von Angehörigen, Beziehung gestalten, Bedürfnisse erkennen und Grenzen setzen. Das Koordinatoren-Team des Zeitgeschenks übernahm als Ansprechpartner der Bevölkerung für den Kurs „Demenzbegleiter Ausbildung“ den Kontakt, erste Gespräche zum Kennenlernen, sowie die Beratung der Interessierten und Betroffenen. Aus der Gruppe der Zeitschenker wurden 7 Demenzbegleiter ausgebildet. Nach dem Kurs konnten 4 weitere Demenzbegleiter als Zeitschenker neu gewonnen werden. Nach Kurs und Praktikum übernahm das Koordinatoren-Team des Zeitgeschenks die Vermittlung an Demenzkranke.

Mit der Vermittlung von Zeitsuchenden und Zeitschenkern waren viele Besuche, Gespräche, Begleitungen und Betreuungen, sowohl persönlich und telefonisch, einzeln und in der Gruppe verbunden. Die Gruppe der Zeitschenker traf sich dazu 4mal zum Austausch in lockeren Gesprächsrunden wie z.B. bei der Weihnachtsfeier.

2024 waren 39 ZeitschenkerInnen (davon 3 männlich) im Besuchsdienst tätig. 43 ZeitwünscherInnen (davon 10 männlich) wurden begleitet und besucht. Das Koordinatoren-Team besteht aus 4 Personen. Allein im Rahmen des Besuchsdienstes wurden rd. 4500 ehrenamtliche Stunden geleistet. Zusätzlich kamen Gruppentreffen, wöchentliche Sprechstunden, Erstbesuche zum Kennenlernen und Telefonate dazu, so dass von ca. 4.800 Stunden an Freiwilligenarbeit ausgegangen werden kann.

Ausblick 2025: Im neuen Jahr werden wir weiter mit der Initiative Demenzfreundliches Wiesloch zusammenarbeiten. Daneben planen wir Fortbildungen über Depression, Resilienz und Seniorenyoga. Wir werden unsere Austauschgespräche beim Eisessen und in der Winzerrast sowie unsere Adventsfeier gerne beibehalten.


Patientenbegleitung

Die Patientenbegleitung feierte im Februar 2024 ihr 10-jähriges Jubiläum mit einer Veranstaltung in der Volkshochschule Südliche Bergstraße. Bürgermeister Sauer überbrachte im Namen der Stadt Wiesloch ein Grußwort, in dem er auf die große Bedeutung der Patientenbegleitung in einer alternden Gesellschaft hinwies. Den Bedarf belegen die Zahlen: Im Jahr 2024 sind von dem Projektteam insgesamt 28 Begleitungen mit einem Zeitaufwand von 70 Stunden durchgeführt worden.

Nach zehn Jahren gibt es personellen Veränderungen: Die bisherigen Projektleitungen Doris und Jürgen Braun zogen sich aus der Leitung zurück, sie stehen aber weiterhin für Begleitungen zur Verfügung. Sandra Oswald und Annette Steidel führen nun das Projekt.
Auch weitere bisher aktive Begleiterinnen und Begleiter haben sich aus Altersgründen aus den Fahrbegleitungen zurückgezogen. Daher suchen wir jüngere neue Mitglieder, teilweise ist dies in den vergangenen Wochen auch bereits gelungen, so dass der Fortbestand des Projektes mit derzeit sieben Aktiven gesichert ist.

Präsenz und Mitarbeit zeigten die Projektmitglieder beim „Fest für die ehrenamtlich Aktiven“, welches alle zwei Jahre von der Bürgerstiftung organisiert wird. Auch der Jahresausflug im Herbst auf die Warte Heuchelberg war eine gelungene Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit.

  • Projektleitung: Sandra Oswald, Annette Steidel
  • Vorstandspatin: Monika Gessat


Initiative Demenzfreundliches Wiesloch

Nach längerer Zeit hat die „Initiative Demenzfreundliches Wiesloch“ wieder Ehrenamtliche auf das spezifische Thema Demenz und den Umgang mit dementiell erkrankten Personen vorbereitet. 

An sechs Schulungsabenden im April und Mai konnten 14 Personen als Demenzbegleiter fortgebildet werden. In der Folge sammelten sie praktische Erfahrung in den Tagesangeboten der kirchlichen Sozialstation und einigen Seniorenresidenzen. Und nun besuchen sie stundenweise an Demenz Erkrankte und unterstützen und entlasten dadurch die Familien.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Betreuung eines Angehörigen mit Demenz, haben Sie Interesse oder Fragen? Bitte wenden Sie sich an das Zeitgeschenk unter 

  • 06222-7733530 (Anrufbeantworter) oder
  • via E-Mail an zeitgeschenk(at)buergerstiftung-wiesloch.de oder
  • persönlich jeweils dienstags zwischen 14 Uhr und 16 Uhr in der Geschäftsstelle der Bürgerstiftung, Rathausgasse 1 in Wiesloch.

Vordere Reihe mitte: Karin Kircher im Kreis der Kursteilnehmerinnen und der an der Durchführung Beteiligten (Foto: my)

Vertreterin der Bürgerstiftung in der Initiative Demenzfreundliches Wiesloch: Annegret Sonnenberg


Singen im Park

Erst „lagen wir vor Madagaskar“ dann unterm „Lindenbaum im Schatten“. Ein bunter Mix aus Schlagern und Volksliedern hörten wir im Juli wieder im Gerbers- ruhpark erschallen. An jedem Donnerstagabend und schönem Wetter waren mindestens 100 Singbegeisterte im Park um mit ihren musikalischen Begleitern fröhlich und lautstark ihre Lieder zu schmettern.

Ohne Zugaben und einem kleinen Präsent durften die engagierten Musiker Herr Ritz, Herr Fandry, Frau Kirsch und der Akkordeonclub Wiesloch nie von der Bühne gehen. Am letzten Abend packten viele Gäste für das legendäre Abschlussevent ihre Picknickkörbe aus. Mit so manchem Gläschen Sekt wurde auf die vergangenen, schönen Singabende angestoßen.

Die Bürgerstiftung Wiesloch bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden, die auch dieses Jahr wieder das „Singen im Gerbersruhpark“ ermöglicht haben: den Musikerinnen und Musikern die die Abende gestaltet haben, der Firma Schuh Wolf für das Sponsoring, und Brigitte Heger-Höfling für die Assistenz sowie allen helfenden Händen.



Schwerpunktthema ZusammenLeben!

Das vierte und in der zeitlichen Abfolge bislang letzte Schwerpunktthema wurde im Herbst 2014 im Rahmen einer Stiftungsratssitzung erarbeitet. Zu diesem Zeitpunkt war absehbar, dass das Thema „Asyl“ in den folgenden Jahren eine große Bedeutung erlangen würde. In weiser Voraussicht wurde das Thema jedoch weiter gefasst, um unmissverständlich klarzumachen, was das Ziel der Anstrengungen der Bürgerstiftung sein soll: das gute Zusammenleben von allen Menschen in unserer Stadt erhalten und fördern.

Netzwerk Asyl

Im Oktober 2014 wurde das Netzwerk im Wieslocher Ratssaal gegründet, im Februar 2025 werden es zehn Jahre, dass die ersten Geflüchteten in der damals neu gebauten Gemeinschaftsunterkunft in der Walldorfer Straße untergebracht wurden. Die Weltlage ist auch im vergangenen Jahr nicht friedlicher geworden, neue Krisengebiete und Kriege sind hinzugekommen und nach wie vor kommen Geflüchtete in Wiesloch an.
Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder die Arbeitsschwerpunkte an die jeweils neuen Anforderungen angepasst, an den bei der Gründung 2014 beschlossen Zielen hat sich aber nichts geändert:

  • die Flüchtlinge und Asylsuchenden bedarfsgerecht zu unterstützen, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und ihre Selbstständigkeit zu fördern,
  • die harmonische, effektive und effiziente Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Einrichtungen sicherzustellen,
  • die Öffentlichkeit zu informieren und einzubinden, um die viel beschworene Willkommenskultur mit Leben zu füllen – denn Verständnis entsteht durch Kennenlernen!

Dementsprechend sind unsere aktuellen Arbeitsschwerpunkte:

  • Im Begegnungscafé, das das Netzwerk zusammen mit der evangelischen Petrusgemeinde jeden Dienstag von 10:00 – 12:00 Uhr und jeden zweiten Freitag von 14:30 – 16:30 Uhr in der Friedrichstraße 5 öffnet, sind alle willkommen und eingeladen bei Kaffee, Tee, Getränken und Keksen zu plaudern. Die Besucher*innen stammen aus aller Herren Länder und Wiesloch, manche kommen vor oder nach dem Einkauf im Tafelladen vorbei, andere nutzen die Gelegenheit, um Deutsch zu üben oder die Feinheiten der deutschen Sprache zu verstehen (z.B. die Frage: Was bedeutet „eigentlich“?), oder befreundete Geflüchtete treffen sich, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen. Für die Kinder gibt es Bilderbücher, die Holzeisenbahn und eine Legokiste zum Bauen.
    Im Rahmen des Cafés organisieren wir seit drei Jahren im Advent im Saal der Petrusgemeinde eine Winterfeier für Kinder mit ihren Familien. In diesem Jahr sorgte ein spontan entstandenes Quartett mit Gesang, Gitarre, Flöte und Klavier für stimmungsvolle Adventsmusik zum Mitsingen und Mitklatschen. Da die Kinder die Lieder aus der Kita oder der Grundschule kannten, haben sie begeistert mitgemacht. Aus Spenden konnte auch in diesem Jahr jedes Kind eine gefüllte Nikolaustüre als Geschenk mit nach Hause nehmen. 
  • Ehrenamtliche Integrationsbegleiter*innen begleiten Geflüchtete beim Ankommen, beraten sie in den vielfältigen Fragen des Alltags und fördern individuell beim Spracherwerb. Über die Jahre sind dabei gute und teilweise persönliche Beziehungen gewachsen.
  • Wie schon nach 2015 findet in der Gemeinschaftsunterkunft in der Walldorfer Straße wieder eine Kontaktstunde statt.
  • Im ehemaligen Hotel Mondial gibt es einmal in der Woche eine Sprechstunde zur Berufsfindung und Unterstützung bei der Bewerbung auf Stellen.
  • Für Erwachsene bieten wir nur noch vereinzelt Sprachkurse an, denn der Beginn der Integrations- und Sprachkurse in der VHS erfolgt in der Regel zügig. Aber einen Kurs besuchen und dann die Deutschprüfungen erfolgreich absolvieren, sind zwei Paar Stiefel. Besonders nach dem A2-Kurs wird es für Erwachsene sehr herausfordernd, andererseits erfordert der erfolgreiche Abschluss einer Berufsausbildung mindestens das B2-Niveau. Daher sind wir sehr froh, dass wir für Erwachsene ehrenamtliche Sprachkursbegleitung anbieten können, sie findet aktuell in den Räumen der MitMacherei der Malteser in der Marktstraße statt.
  • Für Mütter mit Kleinkindern ist es schwer organisierbar, Deutschkurse zu besuchen, selbst mit Kitaplatz passen oft die Abholzeiten der Kita und Kurszeiten der VHS nicht zusammen. Daher sind wir froh, dass es gelungen ist, einen Mutter-Kind-Sprachkurs in Kooperation mit dem Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Wiesloch nach Wiesloch zu holen. Er findet im Mondial statt: In einem Raum lernen die Mütter Deutsch auf dem Niveau A1, im Raum daneben betreuen zwei Damen die Kleinkinder.
  • Kinder lernen die Sprache schnell in der Kita und in der Schule – je jünger, desto schneller. Aber ältere Schulkinder tun sich manchmal schwerer, da hilft dann eine Einzelbetreuung über Schulprobleme hinweg und das kann zu einem schulischen Abschluss verhelfen, der den jungen Menschen eine Lebensperspektive eröffnet.
    Einige Netzwerker*innen sind in den Vorbereitungs- bzw. VABO-Klassen an den allgemeinbildenden Schulen und in den beruflichen Schulen im Einsatz und unterstützen dort im Unterricht oder geben individuelle Nachhilfestunden.
  • Spendenfinanziert sind zwei Kunstprojekte, die das Netzwerk in Kooperation mit der Kinderkunstschule (KiKuSch) unter der Leitung der Kunstpädagogin Angelika Senft-Rubarth anbieten konnte. Die „Pinselinsel“ in der Gerbersruhschule ist ein offenes Angebot am Donnerstagnachmittag für Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte. Dieses Angebot läuft weiter. Für Kinder mit Fluchterfahrung und ihre Mütter gab es in der Unterkunft im Mondial einmal pro Woche die Möglichkeit, unter Anleitung gemeinsam ihre Fluchterfahrung und ihre Geschichte durch Kunst zu bearbeiten.
  • Das Netzwerk Asyl Wiesloch wirkt seit mehreren Jahren als Kooperationspartner bei den „Wochen gegen Rassismus“ und der „Interkulturellen Woche“ mit. Im September 2024 fand Im Rahmen der Interkulturellen Woche ein Begegnungsfest auf dem Kirchplatz statt. Jesidische Frauen hatten ein reichhaltiges Kuchenbüffet gespendet, die Mitglieder der Initiative informierten die Bürger*innen über ihre Arbeit und führten viele anregende Gespräche. 
  • Zum Ende des Jahres wurde das Büro des Integrationsmanagement in der Rathausgasse geschlossen, denn die Stadt hat diese Aufgabe an den Rhein-Neckar-Kreis übergeben.  Aus vielen Rückmeldungen wissen wir, dass die neu in der Stadt untergebrachten Geflüchteten mit ihren Fragen zu Anträgen zum Leistungsbezug, Kindergeld, Wohngeld, Aufenthaltsrecht und vieles mehr dort immer ein offenes Ohr fanden und bestens aufgehoben waren, weil sich die Integrationsmanager*innen lösungsorientiert und professionell um ihre Anliegen gekümmert haben.   Wir hatten eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den verschiedenen Integrationsmanager*innen und konnten so in vielen Fällen schnell und gezielt z.B. mit Überbrückungsdarlehen helfen. Wir haben die drei bisherigen Integrationsmanagerinnen schweren Herzens verabschiedet und wünschen ihnen für ihre berufliche Zukunft Erfolg. Der Rhein-Neckar-Kreis hat den Internationalen Bund (IB) mit der Aufgabe betraut, das neue Büro in der Ringstraße hat im Januar 2025 eröffnet.
  • Damit eine gute Kooperation zwischen Hauptamt und Ehrenamt gewährleistet ist, organisiert der Lenkungskreis alle sechs Wochen ein Treffen mit den Hauptamtlichen des Kreises, dem Integrationsmanagement Wiesloch und den Integrationsdiensten von Caritas, Diakonie und Maltesern. Die Vernetzung der Hauptamtlichen Akteure und des Ehrenamtswird von allen Beteiligten als sehr hilfreich und fruchtbar wahrgenommen.
  • Wir unterhalten auch noch ein kleines Lager, aus dem wir neu in Wiesloch Untergebrachte mit Handtüchern und Bettwäsche, Geschirr und anderem Hausrat ausstatten können.
  • Abschließend noch ein Wort zur finanziellen Unterstützung. Nicht immer funktioniert die Auszahlung der Sozialleistungen reibungslos und zeitnah, aber hungrige Münder sollen gefüllt werden. In solchen Fällen vergibt der Lenkungskreis Überbrückungsdarlehen, die zurückgezahlt werden, sobald die Zahlung der Sozialleistung erfolgt oder auch in kleinen monatlichen Raten. Auch Ministipendien für schulische Aktivitäten werden vergeben. Ganz neu in Deutschland angekommene Kita- und Schulkinder erhalten für die Erstausstattung für Kita und Schule einen einmaligen Zuschuss von 50 €.

Da die Arbeit des Netzwerkes weiter geht, brauchen wir auch in Zukunft ehrenamtliche Mitarbeit. Nach zehn Jahren sind einige aus der Gründungszeit aus Altersgründen aus der aktiven Mitarbeit ausgeschieden und daher möchten wir neue Ehrenamtliche für unsere Arbeit gewinnen. Denn wir haben immer wieder Anfragen nach Lernunterstützung von Schulen oder für die Integrationsbegleitung und auch das Café sucht neue Mitarbeiter*innen.
Sie erreichen uns unter info@asyl-wiesloch.de.


Öffentliche Bücherregale

Das erste öffentliche Bücherregal der Bürgerstiftung Wiesloch wurde bereits 2007 erstellt. Inzwischen stehen auch in den Stadtteilen Baiertal und Schatthausen Bücherregale für die Öffentlichkeit bereit und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Um diese Bücherregale kümmern sich insgesamt sechs rührige Damen, die immer wieder für Ordnung und Sauberkeit sorgen müssen. Zeitweise kam es wieder zu regelrechen Vermüllungen der Regale und auch die Entnahme von neueren Büchern zum Weiterverkauf wurde beobachtet. Darüber haben wir auch in der Presse berichtet und die Bevölkerung um Aufmerksamkeit gebeten.

All diese Probleme erfordern ein regelmäßiges, ausdauerndes Engagement, um die Bücherregale in Ordnung zu halten. Nur dann kann es seinen Zweck erfüllen: zum Verweilen einladen, Begegnung fördern und natürlich den Austausch von Büchern ermöglichen. Dank der geduldigen Arbeit unserer Betreuerinnen ist nach wie vor immer noch reger Betrieb bei unseren Bücherregalen.

Die Bürgerstiftung hofft, dass auch unsere zwei hölzernen Dauergäste wieder an ihren Platz zurückkommen und den Standort des Wieslocher Bücherregals wieder verschönern.

  • Betreuerinnen der Bücherregale:
    • Wiesloch Kernstadt: Sigrid Sauter-Gaa, Rosemarie Stindl                                              
    • Baiertal: Petra Schöniger, Sandra Behrens
    • Schatthausen: Sibylle Schuckert-Zuber, Sabine Teutenberg    
  • Vorstandspatin:



Wiesloch für Alle

Die intensive Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt zeigte auch dieses Jahr wieder erfolgreiche Umsetzungen einiger unserer Hinweispunkte zur Barrierefreiheit in Wiesloch:

  • Die Skulptur „Selbstbildnis“ von Mario de Lima wurde im Gerbersruhpark weiter nach innen versetzt und der Fußweg an der Kurve der Parkstraße so ausgebaut, dass Fußgänger und Rollstuhlfahrer nun eine bessere Sicht in die Parkstraße haben.
  • Ebenfalls wurden vor kurzem einige Gehwege im Park gepflastert, sodass man nicht mehr im Matsch laufen muss, was besonders Rollstuhlfahrern entgegenkommt.
  • An der Bushaltestelle „ Schillerpark“ weist nun ein Schild auf den barrierefreien Weg hinter der Haltestelle zur Altwieslocher Straße hin.
  • Der Gehweg beim „Stoll’s“ zur Altwieslocher Straße wurde für Sehbehinderte mit einer Abgrenzungsschiene zur Heidelbergerstraße versehen.
  • Da die Behindertentoilette im Kubus wieder verschlossen war und kein dort ansässiges Geschäft einen Schlüssel besaß, kam nach Reklamation bei Merz Objektbau die Zusage, in den Geschäften wieder Schlüssel zu hinterlegen.
  • Die störenden Abgrenzungspfosten am Kreisel bei der Stadt-Galerie wurden entfernt. Damit können Personen mit Rollstuhl, Einkaufstrolley, Rollator und Blindenstock endlich problemlos entgegenkommenden Fußgängern ausweichen.
  • Inzwischen sind auch die Bushaltestellen im Neuen Sträßel und der Spitzwegstraße barrierefrei ausgebaut.

Weitere Aktionen:

Im Mai wurde beim Treffen mit Frau Ornau von einem Fernsehteam anlässlich des „Diversity Day“ ein Film über die Alltagsprobleme von Behinderten gedreht mit Annette Steidel als Hauptdarstellerin.

  • Im Juni nahm unsere Gruppe bei der Begutachtung der Schillerstraße vom VDC teil.
  • Am 01.10.24 stellte Sandra Oswald unser Projekt beim Kreisseniorentag in Heidelberg vor.
  • Am 26.10.24 lud Sandra Oswald im Rahmen der VHS zu einer barrierefreien historischen Stadtführung ein.
  • Am 22.11.24 trafen wir uns zu einer gemütlichen Adventsfeier bei Sandra Oswald.

Zwischendurch fanden immer wieder einzelne Arbeitstreffen mit dem Tiefbauamt und innerhalb der Gruppe zur Koordinierung der Verbesserungsmöglichkeiten statt.

Weitere Ziele für 2025:

  • Barrierefreier Zugang zu Kinderspielplätzen in Wiesloch und Frauenweiler.
  • Umbau der Führungsrillen bei der Sparkasse und bei der Bäckerei Rutz – in der jetzigen Form Nonsense.
  • Nochmaliger Besuch der Geschäfte, um sie für das Aushängen unseres Plakats und evtl. Anschaffung einer Rampe zu gewinnen.
  • Optimierung im Rathaus bezügl. der Barrierefreiheit
  • Begehung des Friedhofs: Kieswege, Toiletten etc.
  • Auflistung der Bordsteine, die noch abgesenkt werden sollten.

Die Verantwortlichen in der Bürgerstiftung Wiesloch

Das „eigentliche“ Kapital der Bürgerstiftung Wiesloch bilden die vielen ehrenamtlich Aktiven. Hierzu gehören auch diejenigen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen für ein Projekt, ein Thema, eine Gruppe.

Stiftungsrat

Die Mitglieder des Stiftungsrats in der Amtsperiode von 2022 bis 2026 sind:

V.l.n.r.: Matthias Haberbosch, Annette Feuchter, Adrian Seidler, Katrin Floegel (Vorsitzende), Michael Weimer, Rosemarie Stindl (Stellvertretende Vorsitzende), Maria Francesca Peroni, Jutta Werbelow, Anke Merk, Patrik Streib, Anton Dillinger

Kurzporträts aller Mitglieder des Stiftungsrats finden Sie hier.

Vorstand

Die Mitglieder des Vorstands in der Wahlperiode von 2024 bis 2027 sind:

V.l.n.r.: Kai Schmidt-Eisenlohr, Monika Gessat (stellvertretende Vorsitzende), Johann Gradl (Vorsitzender), Edeltraut Schuckert, Franz Schaidhammer

Kurzporträts aller Mitglieder des Vorstands finden Sie hier.

Teamleiterinnen, Teamleiter, Verantwortliche

  • Benefizkonzert: Edeltraut Schuckert
  • Buchhaltung: Manfred Stindl
  • Datenschutzbeauftragter: Wolfgang Lehner
  • Direkte Unterstützung: Das DU-Team, bestehend aus Ulrike Escherle, Melitta Wernecke, Annegret Sonnenberg, Brigitta Martens-Aly, Edeltraut Schuckert, Jule Jungmann, Marianne Wermescher, Johann Gradl
  • Gala-Ball: Katrin Floegel
  • Gemeinsam für die Artenvielfalt: Brigitta Martens-Aly, Caroline Dürk
  • Initiative Demenzfreundliches Wiesloch: Annegret Sonnenberg
  • Interkulturelle Gartengemeinschaft Wurzelwerk: Ein 10köpfiges Leitungsteam
  • Lese- und Rechenpatenschaften: Rosemarie Stindl
  • Leseclub Frauenweiler: Rosemarie Stindl
  • Mal-Oase: Edeltraut Schuckert
  • Märchenzelt: Anke Merk
  • Netzwerk Asyl: Annegret Sonnenberg, Monika Gessat
  • Öffentliche Bücherregale: Sigrid Sauter-Gaa, Rosemarie Stindl, Petra Schöniger, Sandra Behrens, Sibylle Schuckert-Zuber, Sabine Teutenberg
  • Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation: Das KOMM-Team, bestehend aus Rosemarie Stindl, Meike South, Lena Padeken, Monika Gessat, Irmgard Mittenzwey, Brigitte Heger-Höfling, Johann Gradl
  • Patientenbegleitung: Sandra Oswald, Annette Steidel
  • Shared Reading: Wolfgang Widder
  • Singen im Park: Edeltraut Schuckert
  • Werkstatt-Café: Karin Nachtigal, Sigrid Sauter-Gaa
  • Wiesloch für Alle: Sandra Oswald, Erika Schultze
  • Zeitgeschenk: Patricia Schaidhammer, Gerda Oehmann, Berthold Enz, Lilo Krieg-Sieber

Eine Übersicht aller Kontakte zur Bürgerstiftung Wiesloch finden Sie hier.

Finanzielle Zuwendungen an die Bürgerstiftung Wiesloch

Sie entscheiden, wie Ihr Geld verwendet werden soll, und erhalten in jedem Fall hierfür eine Zuwendungsbescheinigung, die Sie steuerlich geltend machen können. Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, der Bürgerstiftung Geld zukommen zu lassen:

Zustiftungen

Sie leisten eine Zustiftung. Dies geschieht dadurch, dass Sie bei einer Überweisung als Verwendungszweck „Zustiftung“ angeben.

Zustiftungen fließen in das Stiftungskapital und bleiben damit auf Dauer erhalten. Sie erwirtschaften Jahr um Jahr Erträge, die für die Förderungen im Rahmen der Satzungsziele eingesetzt werden.

Wenn Sie in Summe 1.000 Euro oder mehr zugestiftet haben, werden Sie Mitglied im Stiftungsforum und können dort durch Ihr Stimmrecht Einfluss auf die Geschicke der Bürgerstiftung nehmen.

Spenden

Sie leisten eine Spende. Dies geschieht dadurch, dass Sie bei einer Überweisung als Verwendungszweck „Spende“ angeben oder keine Angabe machen.

Sie können darüber hinaus im Verwendungszweck festlegen, für welches Projekt oder welchen Förderzweck die Spende eingesetzt werden soll.

Spenden werden direkt für die Förderungen und Projekte im Rahmen der Satzungsziele eingesetzt und erhöhen nicht das Stiftungskapital.

Eine besondere Form der Spende ist die „Anlass-Spende“, bei der Sie z.B. bei runden Geburtstagen, besonderen Hochzeitstagen oder einem Firmenjubiläum ihre Gäste bitten, eine Spende an die Bürgerstiftung Wiesloch zu entrichten.

Auch der letzte Wille kann verfügen, dass der Bürgerstiftung Wiesloch ein Vermächtnis zukommen soll, sodass man sein Geld über den Tod hinaus in seinem Sinne Gutes tun lassen kann.

Für Zuwendungen an die Bürgerstiftung Wiesloch verwenden Sie bitte eines der beiden folgenden Konten:

  • Volksbank Kraichgau – IBAN: DE71 6729 2200 0030 8088 00
  • Sparkasse Heidelberg – IBAN: DE54 6725 0020 0009 0837 66

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Impressum

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Bilder ohne Kennzeichnung: Bürgerstiftung Wiesloch.

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