logo

Bürgerstiftung: miteinander - füreinander

Bürgerstiftung WieslochStiftungsarbeitNachhaltigkeit → Seite 2

Sensenmann auf der Streuobstwiese

veröffentlicht: 26. Juni 2019, 1159 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Halbzeit auf der Streuobstwiese: die Beteiligten zogen eine durchweg positive Zwischenbilanz des Mehrgenerationen­projekts. Der Junitermin stand im Zeichen von Sense, Heu und Würzwisch.

Die beiden Pädagogen Ronni Funk und Natasha Lepp fanden kaum ein Ende, als sie die positiven Aspekte unseres Streuobstwiesenprojekts aufzählten. Im Gegensatz zu ihren üblichen Einsätzen in Schulen sei es hier viel intensiver, da die Gruppe an jedem Termin fünf Stunden zusammen sei.

„Wir sind eine schöne Gemeinschaft geworden. Wir haben sogar ein Gruppenlied. Und das gemeinsame Picknick ist ein Muss, es darf bei keinem Termin fehlen“, berichteten sie. Die Teilnehmer seien sehr interessiert und sehr fleißig.

„Die Kinder erfahren, wo die Lebensmittel herkommen, und sehen, wie der Opa gearbeitet hat“, erzählte Ronni. „Mir macht es richtig Spaß“, strahlte Natasha Lepp, „weil es ein so großes vielfältiges Thema ist. Wir können unglaublich viele Aspekte der Natur bearbeiten.“ Dem pflichtete eine der Omas bei: „Das Projekt ist klasse. Meine Enkelin und ich wollen den Termin nicht missen. Auch wir Erwachsene lernen viel.“

Sensenmahd, Dengeln, Würzwisch

Gerade auch an diesem Tag erfuhr man viel Neues.
Zunächst ging es um das Mähen mit der Sense, was für die Kleinlebewesen einer Wiese deutlich schonender ist als mit Maschinen – aber eben auch eine zeitaufwändige und bzgl. Arbeitsstunden teure Methode. Ronni machte geduldig vor, wie man eine Sense führen muss, bevor die Erwachsenen es ausprobieren durften.

Da sie das Gras nur richtig schneidet, wenn sie scharf ist, zeigte er zuvor, wie man „dengelt“, d.h. die Schneide der Sense durch Hämmern glättet und schärft.

Und was macht man mit der Mahd, also mit dem gemähten Gras? Es wird zum Trocknen zuerst mehrfach gewendet und dann auf einen Heubock, „das komisch verschränkte Holzteil dort“ (so Ronni), drapiert. So wird es ganz trocken, weil Luft von unten drankommt und der Regen von oben abperlt, und die Tiere bekommen es später als Futter.

Schließlich wurden noch sogenannte „Würzwisch“ gebunden. Das sind bunte Wedel aus unterschiedlichen Kräutern und Feldblumen, die einem kirchlichen Brauch an Maria Himmelfahrt zufolge Schutz gegen jedwedes Unheil bieten, wenn sie geweiht und dann im Haus aufgehängt werden.

Lob vom Wiesennachbarn

Ein Wiesennachbar, der zeitgleich in seinem Garten arbeitete, bat mit Nachdruck darum, in diesem Bericht zu Wort zu kommen. Er erlebe die Gruppe jeden Monat und wolle bestätigen, dass es sehr wichtig sei, solche Streuobstwiesen und ähnliche natürliche Gelände zu haben, insbes. in den Klimaextremen, die wir mittlerweile erlebten. Solch eine Wiese könne Wasser besser halten, die Pflanzen seien robuster und ertrügen Hitze und Trockenheit besser. Sie seien Lebensraum für alle Wesen, den wir erhalten und pflegen sollten. „Mit Ihrem Projekt machen Sie vor, wie es geht. Es ist wunderbar. Mögen sich viele Menschen ein Beispiel an Ihnen nehmen!“

Kinderyoga auf der Wiese

Zum Abschluss hatte „Oma Edel“ (Projektleiterin Edeltraut Schuckert vom Bürgerstiftungsvorstand) noch eine tolle Überraschung für die Kinder: sie hatte Oliver Fritz engagiert, der ausschließlich mit den Kindern Yoga auf der Wiese machte.

Während eines imaginären Fluges entführte er die Kinder nach Indien, wo Yoga herkommt. Dort trafen sie Elefanten, Bäume, Frösche und andere Tiere, die sie in Yogafiguren nachahmten. Es war ein gelungener Abschluss eines weiteren, interessanten Streuobstwiesentages. Zufrieden und mit den bunten Kräutersträußen in den Händen gingen die Teilnehmer nach Hause.

Dieses Mehrgenerationenprojekt wurde möglich gemacht durch großzügige finanzielle Unterstützung der Heidehof Stiftung, des Ehepaars Ziegler und des Golfclub Wiesloch Hohenhardter Hof e.V.

 

Streuobstwiesentag im Mai

veröffentlicht: 18. Juni 2019, 677 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Drei Wochen nach dem letzten Streuobstwiesentag traf die fröhliche Streuobstwiesen-Schar schon wieder an der Dorfscheuer zusammen, wo das Streuobstteam mit dem Spezialisten bereits wartete. Der erfahrene Experte, Tobias Lepp, führte die Gruppe wieder durch Hohlwege und Wiesen, nur dieses Mal drehte sich alles um das Thema Kräuter.

Nach einer kurzen Einführung suchten, zupften und betrachteten alle die auf der Obstwiese vorkommenden Wiesengräser und -kräuter. Die mitgebrachten Körbchen waren recht voll, und das Obstwiesenteam untersuchte und sortiere die gesammelten Schätze fachkundig. Ziel war es, die Vielfalt an Pflanzenarten unserer Obstwiese kennenzulernen und essbare Kräuter auszumachen.

Alle vorgefundenen Arten wurden der Gruppe vorgestellt. Man betrachtete staunend die zarten Gebilde: „So viel Schönheit und Anmut! Da geht man sonst achtlos vorüber.“ kommentiere eine Teilnehmerin die Kräuter. Die Gruppe lernte Rotklee, Wiesenstorchschnabel, Glatt- und Goldhafer, Hahnenfuß, Horn- und Hopfenklee, Wilder Dost und vieles mehr kennen.

Wie üblich ging es für den zweiten Teil des Tages zurück in die Dorfscheuer. Dort wartete auf die Kinder eine tolle Bastelarbeit: ein Schmetterling in einem Cocon, gestaltet mit Wäscheklammern, Vliespapier, bunten Kügelchen und viel Farbe. Die Kinder und ihre Begleitpersonen waren begeistert.

Während die einen eifrig bastelten, wuschen und schnitten die anderen die gesammelten und sicher bestimmten essbaren Kräuter. Die wanderten dann in einen Quark. Dieser besonders leckere Kräuterquark-Dip kam auf die ebenfalls frisch geschnittenen Gemüsestäbchen. Mit frischem Brot und nach getaner Arbeit war dies ein richtiges Festmahl, und die ganze Schar ließ es sich kräftig schmecken.

 

Die Streuobstwiese Ende April

veröffentlicht: 23. Mai 2019, 912 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Der 27. April war eine neue Heraus­forderung für die Streuobstwiesen-Gruppe: anders als bisher traf man sich diesmal schon sehr früh am Morgen. Der Grund dafür war der Besuch des Ornithologen Tobias Lepp, der Groß und Klein in die Welt der Vogelkunde entführen wollte.

Pünktlich um 7.30 Uhr ging es los, zunächst durch einen Hohlweg. Dem Vogelexperten entging kein Vogel­zwitschern und er machte unermüdlich auf die verschiedensten Laute und Vogelverstecke aufmerksam. Vom Gartenrotschwanz, der Mönchsgrasmücke bis hin zu den Meisen – sie saßen oft gut getarnt hoch in den Bäumen und hinter den Blättern dichter Büsche oder huschten durch das Gebüsch. Andere Vögel wie Kuckuck oder Goldammer konnten nur durch die mitgebrachten Ferngläser verfolgt werden.

Tobias Lepp erklärte, warum und wo welcher Vogel sang. Und wenn einem trotz andächtiger Stille eine Vogelstimme entging, konnte man sie mithilfe eines Hörstifts von einem Vogelbuch nachsingen lassen – was nicht nur für die Kinder etwas Besonderes war. Tobias zeigte auch Neststandorte, Nisthöhlen und andere Spuren im Feld. Es war für alle eine sehr interessante Führung und das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt. Die Exkursion ging bis an die Grenze des Golfclubs Hohenhardter Hof und in großer Runde zurück zur Streuobstwiese.

Dort gab es nach der langen Wanderung, dem anstrengenden Gucken und Suchen und dem Stillsein ein wohlverdientes ausgiebiges Picknick. Dann stellte Ronni Funk mit den Erwachsenen und einigen Kindern den Verbissschutz an den frisch gepflanzten Obstbäumen fertig, während Natascha Lepp mit den Kindern Spiele zum Auflockern und Toben machte. Gemeinsam wurden auch noch einmal die Obstbäume begutachtet und gegossen.

Als dann dunkle Wolken aufzogen, ging es flott zur Dorfscheuer, wo noch fleißig gebastelt wurde. Aufgabe dieses Mal war es, für den heimischen Garten und die Streuobstwiese Behausungen für Ohrenzwicker zu bauen. Natascha zeigte der Gruppe die nötigen Materialien und Handgriffe, und dann stopften die Kinder und die Erwachsenen fleißig Tontöpfchen mit Stroh und Heu aus. Ronni mahnte: „Wenn ihr die Töpfe aufhängt, denkt daran, dass Ohrenzwicker keine Flügel haben. Sie müssen in die Behausung reinkrabbeln können“.

Ein weiterer schöner, abwechslungsreicher Streuobstwiesentag war zu Ende. Nun sind alle gespannt, was beim nächsten Mal geschieht. Für den Heimweg bekamen alle von Ronni noch den obligatorischen Apfel als Wegzehrung in die Hand gedrückt.

 

Wurzelwerk erhält Projektstatus

veröffentlicht: 29. April 2019, 2503 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Bürgerstiftung Wiesloch hat den „Interkulturellen Garten Wurzelwerk“ mittlerweile mit dem Status „Projekt“ in das Schwerpunktthema „ZusammenLeben!“ aufgenommen.

Auch aus diesem Grund gibt es mittlerweile einen neuen Flyer zum Interkulturellen Garten in Wiesloch.

Diesen Flyer und alle weiteren Informationen finden Sie auf der Homepage des Wurzelwerks.

 

Zweiter Mehrgenerationentag auf der Wiese

veröffentlicht: 5. April 2019, 855 mal gelesen, keine Kommentare bisher

„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“. Unter diesem Motto fanden sich zum zweiten Mal obstbegeisterte Kinder mit ihren Großeltern bzw. Eltern in Schatthausen ein, um gemeinsam mit den Streuobstpädagogen Ronni Funk und Natascha Lepp einen aktionsreichen Tag auf „ihrer“ Streuobstwiese zu verbringen. Als Aufgaben standen diesmal auf dem Programm: Obstbäume nachpflanzen und Nisthilfen bauen.

Pflanzregeln für Anfänger

Was beim Pflanzen von Obstbäumen zu beachten ist, erfuhren die Kinder und ihre Begleitpersonen direkt auf der Wiese. So ein hochstämmiger Obstbaum braucht viel Platz, da er als ausgewachsener Baum oft mehrere Meter Kronenumfang hat. Entsprechend muss ein ausreichender Pflanzabstand zu bereits bestehenden Bäumen eingehalten werden.

Nachdem also die Kinder, die Großeltern und Eltern mit vollem Körpereinsatz die perfekte Lage für die Pflanzlöcher der beiden zu pflanzenden Obstbäume ermittelt hatten, ging es mit Spaten und Schaufel ans Werk, um die Pflanzlöcher auszuheben. Dies war ein ordentliches Stück Arbeit, denn die Löcher sollten doppelt so groß wie das Wurzelwerk des Pflanzguts sein.

Fachmännisch erklärten die Streuobstpädagogen dabei die essentiellen Schritte beim Pflanzen von Obstbäumen. So ist es nicht nur wichtig, die Wurzeln anzuschneiden, sondern auch den Obstbaum mit einem Stützpfahl zu stabilisieren. Dieser sollte im Idealfall bis unter die Baumkrone reichen – bei hochstämmigen Obstbäumen beginnt der Kronenansatz bei etwa 1,80 m. Anschließend wird der Baum in das Loch gesetzt und mit der ausgehobenen Erde bedeckt.

Die vorher abgestochene Grassode kann locker als Gießrand um den Baum verteilt werden. Im Anschluss erhielten die beiden Bäumchen dann noch Ihren Pflanzschnitt. Dieser ist wichtig, um das Anwachsen der Bäume zu fördern und einen ausreichenden Austrieb sicherzustellen. Die Kinder durften die Bäume dann ordentlich gießen.

Alte Sorten für das neue Projekt

Bei den beiden gepflanzten Bäumchen hatte man sich für zwei alte hochstämmige Obstsorten aus Baden-Württemberg entschieden: nun ergänzen eine „Große Rommelter“-Birne sowie ein „Öhringer Blutstreifling“-Apfel die Obstwiese. Die Birnensorte ist eine wertvolle Mostbirne und eine echte Lokalsorte – sie stammt aus Mauer und ist auch unter dem Namen „Heidelberger Champagnerbirne“ bekannt; der gepflanzte Apfel ist „Streuobstsorte des Jahres 2019“.

Solche alten Obstsorten gibt es in der Regel nicht im Supermarkt zu kaufen. Vielmehr sind die gepflanzten Sorten ein erhaltenswertes Kulturgut und als echte Lokalsorten optimal an die jeweiligen Bedingungen von Boden und Klima angepasst. Dadurch sind sie nicht nur robuster, sondern benötigen kaum Pflanzenschutzmittel. „Außerdem schmecken Sie einfach toll oder lassen sich zu leckeren Produkten verarbeiten“, erfuhren die Anwesenden von den Pädagogen.

Ohne die Förderung alter historischer Obstsorten sowie der Erhaltung der extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen ginge ein wichtiger Teil unserer bedeutsamen Kulturgeschichte verloren. Im Vergleich zu Intensivobstplantagen, die bis zu 4000 Bäume pro Hektar beherbergen, finden sich auf Streuobstwiesen meist nur 75 Bäume pro Hektar.

Sie sind wichtige Stellschraube zum Erhalt unserer Biodiversität: sie sichern nicht nur ein reichhaltiges Genreservoir alter, krankheitsresistenter Lokalsorten, sondern sie sind Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten.

Spiel und Spaß gehörte auch dazu

Neben der Pflanzaktion erkundeten die Kinder im freien Spiel die Wiesengrundstücke, begutachteten Baumrinden oder retteten Regenwürmer. Und auch der Baumschnitt der übrigen auf der Wiese vorhandenen Obstbäume wurde durch die erwachsenen Teilnehmer des Mehrgenerationenprojekts vorgenommen. Das beim Schnitt anfallende Reisig wurde aufgeschichtet und Zweige mit Fruchtknospen mitgenommen, um sie daheim zur Blüte zu bringen.

Für die gefiederten Freunde: Nistkastenbau

Nach dem stärkenden Vesper auf der Wiese ging es in die Schatthäuser Dorfscheuer, um sich dem der zweiten Tagesaufgabe, dem Bau von Nisthilfen, zu widmen. Die fertigen Bausätze hatten es in sich. So mussten noch einige Bohrlöcher vorbereitet, Schrauben gesetzt und Dachpappe angenagelt werden. Wie wichtig dabei die richtige Größe des Einflugloches ist, sowie die Größe und Beschaffenheit der Nisthilfe selbst, erklärten Natascha Lepp und Ronni Funk anschaulich.

So bevorzugen selbst die einzelnen Meisenarten verschiedene Einfluggrößen: die kleinen Blaumeisen schaffen es durch ein Einflugloch mit 28 mm Durchmesser, wohingegen die größere Kohlmeise mindestens 32 mm Durchmesser benötigt. Die Nisthilfen wurden von den Familien mit nach Hause genommen.

Dass eine Vogelfamilie in diesem Jahr noch einziehen wird, konnten die Obstpädagogen nicht versprechen, aber „spätestens im nächsten Jahr werden sie ganz bestimmt bezogen“.

Dieses Mehrgenerationenprojekt wurde von der Bürgerstiftung Wiesloch initiiert und wird unterstützt von: Heidehof Stiftung GmbH, Ehepaar Ziegler, Golfclub Wiesloch Hohenhardter Hof e.V.

Projektleiterin Edeltraut Schuckert wurde am zweiten Aktionstag von ihrer Vorstandskollegin Dr. Brigitta Martens-Aly vertreten.

(Text von Natascha Lepp)

 

Streuobstspaß für drei Generationen

veröffentlicht: 18. Februar 2019, 1325 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Der erste Tag unseres neuen Mehrgenerationenprojekts auf einer Streuobstwiese war ein voller Erfolg. 14 Kinder mit jeweils einer erwachsenen Begleitperson erlebten abwechslungsreiche Stunden mit einem Naturpädagogen.

Zum Auftakt des auf zehn Monate angelegten Projekts trafen sich am 16.02.19 erstmals die 5- bis 8-jährigen Kinder mit ihren Omas, Opas, Papas oder Mamas vor der Dorfscheuer Schatt­hausen.

Den Startschuss gab Edeltraut Schuckert, Projektleiterin und Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Wiesloch, zusammen mit Ronni Funk, der als Streuobstpädagoge das Projekt fachmännisch betreut. Unterstützt wird er von seiner Kollegin Natasha Lepp, die allerdings am ersten Tag nicht dabei sein konnte.

Voller Erwartung und Tatendrang machte sich die Gruppe bei strahlendem Sonnen­schein mit allerlei Gartengerätschaften und ausreichend Proviant auf den kurzen Fußmarsch zur wunderschönen Streuobstwiese, die von der Familie Berberich zur Verfügung gestellt wird. Wie Ronni gleich zu Anfang betonte, sei der Schutz der Streuobstwiesen sehr wichtig, nicht nur für die Pflanzen, sondern auch für die Insekten und Vögel, denen die Wiesen als Lebensraum dienen. Und deswegen sei dieses Projekt so bedeutend.

„Es ist so wichtig, die Natur zu achten und zu schützen“, sagte eine Teilnehmerin, „und das möchte ich meinen Kindern unbedingt vermitteln. Am besten geht das durch Erlebnisse wie diese.“ Eine Oma erklärte mit leuchtenden Augen: „Es ist so schön, dass ich einmal etwas allein mit meiner Enkelin machen kann. Sie ist sehr interessiert an der Natur. Nun machen wir zwei Frauen das gemeinsam.“ Solche Aktionen, sagte ein Opa, würden die Kinder nie vergessen, und dankte der Bürgerstiftung für das Angebot.

Die erste Aufgabe für den Tag war der Baumschnitt. Warum Bäume beschnitten werden müssen, erklärte Ronni sehr anschaulich: „Was tut ihr Kinder denn, wenn ihr allein zu Hause gelassen werdet?“ Betretenes Schweigen, dann ein Vater: „Unsinn.“ Ronni: „Ganz genau. Jeder tut, was er will. Die Bäume auch, wenn man sie lässt. Aber sie sollen erzogen werden so wie ihr Kinder.“

Das leuchtete allen ein, und so machte man sich an die Arbeit. Die Großen schnitten die Äste nach fachlicher Anleitung ab, die Kleinen schnippelten sie klein und banden Reisigbüschel. Extra kleine Büschel gab es später für zu Hause.

Später suchte man Platz für neue Bäume, die gepflanzt werden sollen; Baumrinden wurden untersucht und Sorten bestimmt. Spiele auf der großen Wiese fehlten natürlich nicht, und auch das gemeinsame Picknick bei herrlichstem Wetter fehlte nicht.

Anschließend ging es für die Nach­mittagsstunden in die Dorfscheuer, wo alle gemeinsam aus den gesammelten und zurecht geschnittenen Ästen kleine Kunstwerke bastelten. Und damit die Klebenamensschilder beim nächsten Treffen nicht wieder abfallen, gestalteten die Kinder noch Namensbuttons.

Alle Beteiligten waren sich einig, dass das ein sehr schöner Tag war, und halfen beim Aufräumen kräftig mit. Alle freuen sich auf das nächste Treffen in einem Monat. „Mal sehen, wie die Wiese und die Bäume dann aussehen!“

Wenn Sie mit ihren (Enkel)Kindern jeden Monat einige erlebnisreiche Stunden auf der Streuobstwiese verbringen und dabei gemeinsam unterschiedliche Aktivitäten unternehmen möchten, können Sie sich noch anmelden. (Anmeldeformular)

Hier geht es zum Projekt-Infoblatt.

Wir danken den Unterstützern: Heidehof Stiftung GmbH, Ehepaar Ziegler, Golfclub Wiesloch Hohenhardter Hof e.V.

Fotos vom ersten Streuobstwiesentag hier

 

Leute machen Kleider

veröffentlicht: 22. November 2018, 2123 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Bürgerstiftung Wiesloch unterstützt gern Initiativen, die den bewussten Umgang mit der Welt, die uns umgibt, fordert. Die Themen Nachhaltigkeit und Bewusstseinsbildung sind uns sehr wichtig. Und so haben wir gern einen finanziellen Beitrag geleistet, um die Autorin Imke Müller-Hellmann zu einer Lesung in die Buchhandlung Eulenspiegel zu holen.

„Kleidungsstücke trage ich lange, sie sind Teil meines Lebens.“ Als sich die Autorin Imke Müller- Hellmann das bewusst macht, fasst sie den Entschluss herauszufinden, welche Leute ihre Kleidung gemacht haben. Sie nimmt ihre 10 Lieblingskleidungsstücke aus dem Schrank und fährt los: Bangladesch, Vietnam, Portugal, Schwäbische Alb, Thüringen, China… Ihre Eindrücke und Erfahrungen fließen in ihr neuestes Buch „Leute machen Kleider“.

Das Buch zeigt überraschende Einblicke in die globale Textilproduktion, in eine weltweit vernetzte, gigantische Industrie. Ein Buch voller sehr persönlicher Begegnungen, das von den 10 Menschen erzählt, die so weit weg zu sein scheinen, es aber eigentlich nicht sind – tragen wir ihre Arbeit doch täglich auf unserer Haut. Es ist ein Plädoyer für bewussten Einkauf. Eine Liste guter Labels, die von der Autorin akribisch recherchiert und hinterfragt wurden, gibt den Lesern am Ende des Buchs Entscheidungshilfen für den Kleiderkauf.

Dem Buch ist zu wünschen, dass es – vielleicht mit einem fair produzierten T-Shirt – auf vielen Gabentischen landet.

 

Käfer und Co. sind eingezogen

veröffentlicht: 18. Juli 2018, 5159 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Blüten, Blätter und Beete aus der gleich­namigen Ausschreibung bieten nun in insgesamt sieben Schulen und Kindergärten und -tagesstätten vielen Kleinstlebewesen ein neues zu Hause und den Schülern einen neuen Zugang zur Natur.

Von Mai 2017 bis Juli 2018 entstanden vielfältige neue Areale in Kindergärten/ -tagesstätten und Schulen, die von der Bürgerstiftung Wiesloch finanziell gefördert wurden. Vertreter der Stiftung konnten sich jeweils vor Ort überzeugen, dass das Geld bestimmungsgemäß und sehr gut eingesetzt wurde. Die teilnehmenden Institutionen betonten ausnahmslos, dass sie sehr dankbar für die Ausschreibung waren; ohne die Förderung wären sie nicht in der Lage gewesen, die Maßnahmen durchzuführen. Oft waren zwar Ideen vorhanden gewesen, aber die Mittel für die Umsetzung hatten immer gefehlt.

Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung haben die einzelnen Projekte nicht nur das Naturbewusstsein der Kinder gestärkt. Sie haben ebenso in vielerlei Hinsicht die Kinder dazu angehalten, ihre Umgebung näher zu betrachten und auf neue Weise wahrzunehmen. Die Kinder lernen durch das eigene Tun die Natur in ihrem unmittelbaren Umfeld zu schätzen und sie erkennen, dass die Natur unsere Hilfe und unseren Respekt braucht. Außerdem wird das Verantwortungs­bewusstsein für die „Garten-/Pflanzenbeauftragten“ in der Schülerschaft auf besondere Weise gestärkt.

Blitzlichter aus den einzelnen Projekten

Ganz links wohnt die verpuppte Raupe

Große Aufregung herrschte kürzlich im Waldkindergarten Zipfelmützen, als man eine verpuppte Raupe im neu erstellten und toll bepflanzten Hochbeet entdeckte. „Da kommt bestimmt bald ein Schwalbenschwanz raus“, waren sich die Kinder sicher, denn sie hatten einige Zeit zuvor einen über das Beet flattern gesehen. Nun schauen sie täglich nach, ob der neue Schmetterling bald schlüpft. Zwischenzeitlich ernten sie Schnittlauch und Petersilie, um selbst Kräuterbutter herzustellen.

Büsche für die Hecke werden gepflanzt

Die Maria-Sibylla-Merian-Grundschule setzte ein sechsteiliges Schulgartenprojekt um, mit Bienen- und Schmetterlingspflanzen, Vogel- und Insektenunterschlupf, Vogelfutterspender für den Winter, Beerenhecken, Sonnenblumenbeet und Nutzgarten. 800 Frühjahrsblüher wurden im Herbst eingepflanzt, und die Freude war groß, als ein halbes Jahr später ein herrliches Blumenmeer erblühte. Für den Nutzgartenbau wurden sogar Eltern und Geschwister aktiviert.

Einweihung des Hochbeets

Praxisnaher Heimat- und Sachkundeunterricht findet seit geraumer Zeit sehr anschaulich im Schulhof der Grundschule Schatthausen statt. Der eher triste Hof wurde mit dem Fördergeld der Bürgerstiftung umgestaltet. Eine Hecke bietet nun den Kindern eine Trennung zur Straße und vielen Insekten Unterschlupf und Nahrung. Ein ausladendes Hochbeet wird von den Kindern zusammen mit ihren Lehrerinnen gepflegt und ab und zu auch abgeerntet. Die Pflegearbeiten werden als Schulprojekt von Klasse zu Klasse weitergereicht. Der Förderkreis und viele anpackende Eltern haben zur schnellen Umsetzung erheblich beigetragen.

Noch im Sommer 2017 schafften es die Schüler des Wahlkurses „Schulhofgestaltung“ der Gerbersruh-Gemeinschaftsschule, den sehr in die Jahre gekommenen Steinlehrpfad zu restaurieren und neu zu bepflanzen.
Es war harte Arbeit, die großen völlig überwucherten Steine vom Gestrüpp zu befreien, und auch die vielen Tonnen Kies schippten sich nicht alleine an die vorgesehenen Plätze. Da war das Anlegen zahlreicher Blumenbeete eine echte Erholung.
Besonders schön ist an diesem Projekt, dass der Steinlehrpfad begehbar und für Schüler und die Öffentlichkeit nutzbar ist.

Hochbeet im Bau

Beim Schulfest der Berta-Benz-Realschule konnte die neue Kräuterschnecke und der Rohbau des Hochbeets bereits bewundert werden. Gemüse und frische Kräuter sollen von den Schülern verarbeitet werden und Anschauungsmaterial für den Biologie­unterricht liefern. Die beiden neuen Bereiche ergänzen den bestehenden Schulgarten hervorragend, der sich über Jahre hinweg in der Schule bewährt hat – nicht zuletzt dank des hohen Engagements der zuständigen Lehrerin.


Das Ottheinrich-Gymnasium pflanzte drei Weidentipis, die durch Gänge verbunden sind. Schüler und Bienen erfreuen sich gleichermaßen an diesem Rückzugs- und Spielort. Die Tipis werden von der Schulgarten-AG gepflegt und instandgehalten. Sie sind Teil der Schulhofumgestaltung, in deren Rahmen auch noch ein Bauerngarten und eine Bienenwiese entstehen werden.

Aufgrund akuten Personalmangels konnte die siebte mit einer Förderung bedachte Institution, der Kindergarten St. Gallus Baiertal, seine Pläne einer Kräuterspirale sowie eines Insekten- und Bienenhotels noch nicht umsetzen.

 

Verschnaufplätze für Käfer und Co.

veröffentlicht: 25. Mai 2017, 5511 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Sieben Kindergärten und Schulen werden im Rahmen der Ausschreibung „Blüten, Blätter, Beete“ bei der Gestaltung naturnaher Flächen mit insgesamt 6.000 € gefördert.

Von 2013 bis 2016 entstanden in Wiesloch durch die Initiative der Bürgerstiftung Wiesloch mehrere sehr schöne naturnah bepflanzte Flächen im Rahmen der Kampagne „Natur in graue Zonen“. Davon inspiriert wollten wir Anreize geben, noch mehr solche Flächen im Stadtgebiet einzurichten, die dann nachhaltig als „Käferkneipen“, „Bienenbistros“ u.ä. für die Kleinstlebewesen in unserer Stadt bereit stehen.

Und so richteten wir die Ausschreibung Blüten, Blätter, Beete. Verschnaufplätze für Käfer und Co. an Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren sowie gemeinnützige Körperschaften und Gruppen aus Wiesloch inkl. Stadtteilen.

Wir freuen uns sehr, dass wir fünf Bewerbungen vollumfänglich fördern können: Grundschule Schatthausen, Merian-Grundschule, Waldkindergarten Zipfel­mützen, Kindergarten St. Gallus und Berta-Benz-Realschule. Zwei weitere Bewerbungen, von OHG und Gerbersruh-Gemeinschaftsschule, qualifizierten sich für jeweils einen Teilbetrag.

Die geförderten Maßnahmen sind erfreulich vielfältig, und man darf auf die Ergebnisse gespannt sein: Schmetter­lings­weide als Hochbeet, Schul- bzw. Bauerngarten, Hochbeete für die Aufzucht von essbaren Blumen, Gemüse und Biokräutern zur Verwendung für das gemeinsame Mittagessen, Insekten- und Vogelunterschlüpfe, Kräuterspiralen, Bienenhotels. Besonders positiv wurde bei der Fördervergabe bewertet, dass die Pflanz- und Pflegearbeiten in den Schulalltag integriert werden, dass Eigenarbeit eingeplant ist, und dass die Kinder durch diese Maßnahmen einen praktischen Bezug für das Gelernte bekommen.

Wir wünschen allen geförderten Institutionen viel Erfolg bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

 

Jahresprojekt 2016 der UN Dekade Biologische Vielfalt

veröffentlicht: 28. Februar 2017, 3303 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Kampagne „Natur in graue Zonen“ wurde als Jahresprojekt 2016 der UN Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.
Eine kurze filmische Zusammenfassung

Am 31. Januar erhielt das Modellprojekt des Wissenschaftsladen (WILA) Bonn e. V. die Auszeichnung aus den Händen von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth in Berlin.
Die Jury der UN-Dekade Biologische Vielfalt würdigte vor allem die Idee, Bürgerstiftungen und Unternehmen zum gemeinsamen Handeln für mehr Grün und biologische Vielfalt in ihren Städten zusammenzubringen. Die Initiative habe gezeigt, dass es vielerorts möglich sei, innerstädtische Gewerbeflächen ohne Funktionseinbußen und zum Nutzen für die Allgemeinheit zu entsiegeln und zu grünen Oasen umzugestalten. Das Projekt sei besonders beispielhaft, zukunftsweisend und zur Nachahmung empfohlen. Mehr dazu hier.

 

 

software WordPress(modifiziert) | Anmelden