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Wieslocher Unternehmen und Bürger bringen Natur in graue Zonen

veröffentlicht: 17. Juli 2013, 5123 mal gelesen, 1 Kommentar bisher

Wiesloch ist eine von drei Modellstädten in Deutschland, in der die bundesweite Kampagne „Natur in graue Zonen“ stattfindet. Mit einer Infoveranstaltung und dem Start eines Wettbewerbs gaben die Bürgerstiftung Wiesloch und der Wissenschaftsladen Bonn (WILA Bonn) am 16.07.2013 den Startschuss für die dreijährige Kampagne, die Unternehmen und Bürger dazu bewegen soll, sich für die naturnahe Begrünung von Firmengeländen zu engagieren.

„Wir möchten Bürger und Unternehmer dafür sensibilisieren, dass man auch vermeintlich triste Firmengelände mit überschaubarem Aufwand zu einem Lebensraum für Vögel, Schmetterlinge und andere Tiere machen kann“, sagt Dr. Anke Valentin, Geschäftsführerin des WILA Bonn. Der WILA Bonn leitet das Projekt, das vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie von der Stiftung Umwelt und Entwicklung und der Stiftung Lebendige Stadt gefördert wird. Für die Kampagne in drei Städten stehen insgesamt 637.382 Euro zur Verfügung.

Info für alle

Angeregte Diskussion der Teilnehmenden
Angeregte Diskussion der Teilnehmenden

Was aber bedeutet naturnahe Begrünung? Und warum sorgt sie dafür, dass Vögel, Schmetterlinge und andere Tiere weiterhin in der Stadt leben können? Welche besondere Bedeutung naturnahe, standorttypische Begrünung hat, konnten die anwesenden Bürger und Firmenmitarbeiter nicht nur bei der Auftaktveranstaltung erfahren; es wird im Verlauf der Kampagne auch mehrere Workshops geben, die der WILA Bonn 2014 und 2015 mit Fachleuten und Bürgern in Wiesloch veranstalten wird.
Hier geht es zum Kampagnen-Faltblatt.

Wettbewerb für alle

Darüber hinaus startete mit der Auftaktveranstaltung ein Wettbewerb, der den Blick dafür schärfen soll, was es in ihrer Stadt bereits an guten und schlechten Vorbildern gibt. Der Wettbewerb, an dem man auf der Webseite www.natur-in-graue-zonen.de bis zum 30. Juni 2014 teilnehmen kann, stellt Wissensfragen, prämiert aber auch die besten Fotos von Orten, die besonders oder besonders wenig naturnah sind.

In Wiesloch machen sich Bürgerstiftung, Unternehmensvertreter sowie die Stadt gemeinsam dafür stark, dass Unternehmen mit Hilfe von Landschaftsarchitekten, Mitarbeitern und Bürgern in den nächsten Jahren Teilflächen entsiegeln und diese so begrünen, dass sie für Vögel, Schmetterlinge, Insekten und andere Tiere attraktiv sind.

Stimmen zum Projekt

Der Vorstand der Bürgerstiftung Wiesloch begrüßt die Kampagne, weil sie bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement verknüpft, indem Unternehmer, Mitarbeiter und Bürger gemeinsam für die Natur aktiv werden. „Unser Anliegen ist es,“ so Vorstandsmitglied Rosemarie Stindl, „mit der Bevölkerung zusammen unsere Stadt zu einem in vielerlei Hinsicht attraktiven Lebensraum zu machen. Und dazu gehört auch ökologische Nachhaltigkeit.“

Dipl. Ing. Rainer Fritz , Geschäftsführer der Fritz Solar GmbH, die sich als erstes Unternehmen mit der Bereitstellung von Fläche an der Kampagne beteiligt, sieht die Kampagne als Chance fürs Unternehmen: „Gerade für unser Unternehmen, das seit 22 Jahren für Ökologie und Nachhaltigkeit einsteht, bietet genau diese Aktion die Möglichkeit, auch unsere Mitarbeiter noch stärker für meine Motive zu sensibilisieren und einen Beitrag zu mehr Natur und Vielfalt in Wiesloch-Schatthausen zu leisten.“

Prof. Dettmar bei seinem locker-informativen Vortrag
Prof. Dettmar bei seinem locker-informativen Vortrag

Wenn Firmen entsiegeln und naturnah begrünen, sind Ökonomie und Ökologie häufig kein Gegensatz. Prof. Dr. Jörg Dettmar von der TU Darmstadt, der die Kampagne evaluiert: „Viel zu oft sind Gewerbe- oder Industrieflächen völlig betoniert und versiegelt, obwohl es für die Funktion meist gar nicht notwendig ist und auch Nachteile wie z.B. eine massive Aufheizung im Sommer mit sich bringt. Mit geringem Aufwand kann man hier kleine Grünflächen schaffen.“

Auch die Stadt unterstützt die Kampagne „Natur in graue Zonen“. Oberbürgermeister Franz Schaidhammer: „Eine grüne Stadt ist eine lebenswerte Stadt. Wir hoffen, dass die Kampagne das Bewusstsein bei ansässigen Firmen und Unternehmen, aber auch bei den Bürgerinnen und Bürgern an ihren Arbeitsplätzen schärft und möglichst viele zum Mitmachen bewegt.“ Die Kampagne des WILA Bonn passe gut zu den bisherigen Aktivitäten der Stadt. So zielten z.B. schon Aktionen wie die subventionierte Sammelbestellung von heimischen Hochstämmen, die Vergabe von Baumpatenschaften oder der „Tag der offenen Gärten“ darauf ab, Bürgerinnen und Bürger in Wiesloch dafür zu gewinnen, an der Begrünung ihrer Stadt mitzuwirken.

Ansprechpartnerin bei der Bürgerstiftung Wiesloch:
Anke Merk, Tel. 06222-38 09 27, vorstand(at)buergerstiftung-wiesloch.de

Die Kampagne wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom Bundesamt für Naturschutz gefördert. Weitere Förderer sind die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sowie die Stiftung Lebendige Stadt.

 

Klimaschutz am Beispiel Tübingen

veröffentlicht: 12. April 2013, 4100 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Klimaschutz als Thema einer Kleinstadt – kann Wiesloch hier von Tübingen lernen?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, luden die Bürgerstiftung und die VCD-Ortsgruppe Wiesloch „Move“ den Oberbürgermeister Tübingens, Boris Palmer, zu einem Vortrag ein. Denn er hat mit ungewöhnlichen Ideen und Aktivitäten unter dem Slogan „Tübingen macht blau“ den Klimaschutz in seiner Stadt ein großes Stück vorangebracht.

Rhein-Neckar-Zeitung, 11.04.2013

Boris Palmer: Ein Entertainer in Sachen Umweltbewusstsein

Tübingens Oberbürgermeister sprach in Wiesloch mit Humor und Überzeugungskraft über die Klimaschutzkampagne seiner Stadt

Wiesloch. (hds) Farbenspiele sind in der Politik die Regel. Dass aus „grün“ aber „blau“ wird, ist eher ungewöhnlich. Nicht so in der Universitätsstadt Tübingen. Des Rätsels Lösung präsentierte Boris Palmer, seit 2007 Oberbürgermeister der schwäbischen Studentenmetropole.

Der grüne Politiker, im blauen Anzug auf Einladung der Bürgerstiftung Wiesloch und von „Move“ ins Kulturhaus der Weinstadt gekommen, präsentierte unter dem Titel „Tübingen macht blau“ die fröhliche städtische Klimaschutzkampagne, die er selbst 2008 ins Leben rief.

Palmer gestaltete seinen Vortrag mit Humor, Charme, Eindringlichkeit und Überzeugungskraft und erläuterte auch die eher ungewöhnliche Farbauswahl. „Blau steht für unseren Planeten, Solarzellen schimmern blau und selbst die heimische Autoindustrie wirbt inzwischen mit dieser Farbe.

Zudem ist blau nicht parteipolitisch besetzt.“ Palmer verzichtete bewusst auf technische Details. „Mir geht es heute nicht um Zahlenspiele und Statistiken, ich will über das umfassende Engagement zum Thema Energieeinsparung und Klimaschutz in unserer Stadt berichten.“

Dies tat er denn auch, zeigte vor allem auf, dass der „gemeinsame Weg“ der Erfolgsgarant ist. „Wir leben unsere Postulate und Anregungen bewusst vor, nehmen dann die Begeisterten mit ins Boot und erreichen damit große Erfolge“, meinte der Tübinger OB. Vorbildlich ist dabei die Stadtverwaltung selbst. Es mache keinen Sinn, Ideen zu konzipieren, ohne diese selbst vorzuleben.

Er belegte dies anhand der umfangreichen Gebäudesanierungen, die in jüngster Vergangenheit durchgeführt wurden – mit Vorbildfunktion der städtischen Immobilien. Ein kommunales Energiemanagement kommt hinzu, in erster Linie dirigiert und organisiert von den eigenen Stadtwerken, der Schnittstelle zur Bürgerschaft.

Was allerorten diskutiert und beraten wird, ist in Tübingen bereits Realität. „Wir reden nicht, wir handeln“, ist dabei die oberste Maxime des Querdenkers Palmer. Beim Erreichen des gesteckten Ziels, im Jahre 2020 nur noch auf einen Jahresverbrauch von drei Tonnen CO2 pro Kopf zu kommen, ist man auf einem guten Weg – auch wenn noch viele Aufgaben und Herausforderungen auf die umweltbewusste Stadt warten.

„Im Bundesdurchschnitt liegt der jährliche CO2-Wert bei etwa zehn Tonnen“, verweist Palmer stolz auf das bisher Erreichte. Und das kann sich sehen lassen: So wurde beispielsweise der Wärmeverbrauch um 25 Prozent reduziert, der „blaue“ Ökostrom verzeichnet einen rasanten Zuwachs. Dies geschieht allerdings nicht von selbst, vielmehr rührt das Team um Palmer kräftig die Werbetrommel. „Entertainment ist auch in Sachen Umweltbewusstsein ein entscheidender Faktor“, verweist er auf den ständigen Dialog mit den Bürgern.

Das einheimische Handwerk ist mit eingebunden, es werden spezielle Aktionen in Sachen Heizungspumpen durchgeführt, Mundpropaganda spielt eine entscheidende Rolle und die Verbindung „umweltbewusst handeln und dabei Geld sparen“ ist in Tübingen der Renner.

Mit großer und wachsender Begeisterung haben sich die Tübinger auch längst für das Thema „Auto teilen“ interessiert, derzeit sind es fast 2000 Nutzer, die sich einen fahrbaren Untersatz im Wechsel gegenseitig zur Verfügung stellen. „Damit haben wir, bei rund 90 000 Einwohnern, eine optimale Dichte in diesem Bereich. Vor allem auch im Vergleich zu anderen Kommunen haben wir da die Nase vorn“, sagte Palmer.

Wolfgang Widder von der VCD-Ortsgruppe „Move“ in Wiesloch konnte da nur neidisch blicken und auch Oberbürgermeister Franz Schaidhammer, auf dessen Vermittlung der Palmer-Besuch zustande kam, fand wenig Gemeinsamkeiten zwischen der Weinstadt und der Vorzeigestadt im Schwäbischen. „Dennoch, es gibt einen gemeinsamen Nenner und der ist das bürgerschaftliche Engagement in beiden Städten“, meinte Wieslochs Rathauschef und hob dabei insbesondere die vielfältigen Aktivitäten der Bürgerstiftung, auch gerade im Umweltschutz, hervor.

In Staunen versetzte Palmer die Zuhörerschaft dann mit Hinweisen auf eher einfache, aber höchst wirkungsvolle Aktionen, die bei der Vorsitzenden der Bürgerstiftung, Annegret Sonnenberg, bereits auf fruchtbaren Boden fielen. Spezielle Begeisterung löste eine „Abwrackprämie“ für energiefressende Kühlschränke aus.

„Wir zahlen bei Neukauf eines umweltfreundlichen Produktes einen Zuschuss, haben unsere lokalen Geschäftsleute intensiv eingebunden und erzielen damit gute Erfolge.“ All die vielen Einzelmaßnahmen sind es nach Ausführungen Palmers, die zum Erreichen der gesteckten Ziele führen. Nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ setzt in Tübingen auf ein durchdachtes Puzzle an Energiesparmaßnahmen.

„Wir bauen weiter unsere Radwege aus, sind dabei, einen Plan auszuhecken, wie man den öffentlichen Nahverkehr noch optimal gestalten kann – bis hin zur kostenlosen Nutzung – ich finde es besser, solche Dinge zu finanzieren als unnötiges Geld für Parkhäuser auszugeben“, resümierte Palmer.

Er selbst ist längt auf ein Dienstfahrrad umgestiegen, nachdem bei seinem Amtsantritt noch das Vorzeigemodell einer schwäbischen Nobelmarke vor der Tür stand. Nach untauglichen Versuchen mit spritsparenden Alternativen in kleinerer Ausführung war der Schritt zum Drahtesel für Palmer quasi vorgezeichnet. „Auf meinem einstigen Dienstparkplatz stehen jetzt übrigens zwei Kleinwagen aus dem Projekt ’Autoteilen’. So einfach geht das.“ Beifall für einen interessanten und vor allem kurzweiligen Vortrag.

 

Film zum Wettbewerb „Klimaschutz macht Schule“

veröffentlicht: 24. Juli 2012, 12386 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Zum Wettbewerb gibt es eine kommentierte DVD mit Ausschnitten aus den 52 Wettbewerbs­beiträgen.

Die DVD kostet 5 € (Selbstkosten), die Gesamtdauer beträgt ca. 45 Minuten. Bestellt werden kann die DVD durch eine formlose E-Mail an die Bürgerstiftung Wiesloch. Die Kontaktinformationen finden Sie hier.

Die Lieferzeit beträgt 2-3 Wochen.

Bitte die 5 € auf eines der Konten der Bürgerstiftung Wiesloch unter dem Stichwort „DVD Klimaschutz macht Schule“ überweisen. Die Bankverbindungen finden Sie hier.

 

Alle Wettbewerbsbeiträge im Überblick

veröffentlicht: 24. Juli 2012, 2930 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Logo des Projekts

52 wunderbare und ganz vielfältige Beiträge sind im Wettbewerb entstanden!

Die Ideen kannten keine Grenzen: von Musicals und Songs über Theaterstücke und Projekte bis hin zu Videos und Gemälden ist alles vertreten.

Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!!

Hier sind die Gewinner

Hier sind

 

Junge Klimaschützer zeigten ihre tollen Ideen

veröffentlicht: 18. Juli 2012, 2508 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung vom 17.07.2012 zur Abschlussveranstaltung des Schülerwettbewerbs „Klimaschutz macht Schule“: hier

 

Impressionen von der Abschlussveranstaltung

veröffentlicht: 18. Juli 2012, 2364 mal gelesen, Kommentare deaktiviert für Impressionen von der Abschlussveranstaltung

 

Der Bioenergie-Funke soll überspringen

veröffentlicht: 23. Mai 2012, 12868 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Rhein-Neckar-Zeitung, 23.05.2012

Die Bürgerversammlung in Schatthausen zum Thema „Bioenergiedorf“ fand große Resonanz – Folgeveranstaltung am 11. Juni

Schatthausen. (hds) „Auf die Schatthäuser ist halt immer Verlass“, meinte Oberbürgermeister Franz Schaidhammer gleich zu Beginn der Bürgerversammlung im evangelischen Gemeindehaus zum Thema „Bioenergiedorf“ angesichts des Andrangs. Die Bürger des Stadtteils glänzten jedoch nicht nur durch ihre Präsenz, vielmehr wurde auch spontan am Ende der Veranstaltung ein Folgetermin vereinbart, um noch konkreter und dann vielleicht auch initiativ über die „Umwandlung“ Schatthausens in ein Bioenergiedorf zu sprechen. Am 11. Juni, 19.30 Uhr, wollen sich Interessierte an dem Projekt wieder im evangelischen Gemeindehaus einfinden, um dann vielleicht bereits den Grundstein und die organisatorischen Voraussetzungen für eine selbstständige Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien zu legen.

Ausschlaggebend war der Inhalt des Vortrags von Sebastian Damm, Geschäftsführer der Bioenergie-Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber. Mit dem Projekt „Bioenergie-Region H-O-T“ erfolgt seit September 2009 erstmals eine abgestimmte und kooperative Auseinandersetzung mit dem Thema erneuerbare Energien im Hohenlohekreis, dem Neckar-Odenwald-Kreis und dem Main-Tauber-Kreis.

Zuvor hatte Schaidhammer in seiner Begrüßung darauf verwiesen, wie wichtig eine Preissicherheit durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe vor Ort sei. Dr. Archim Heimann von der Bürgerstiftung Wiesloch, Mitinitiator der Bürgerversammlung, brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass vielleicht „der Funke auf die Schatthäuser überspringt“ und man sich für ein Bioenergiedorf im wahrsten Sinne des Wortes erwärmen könne.

Zurzeit gibt es in der Bundesrepublik 25 Regionen, die sich intensiv mit Bioenergie auseinandersetzen und diese auch bereits schrittweise umgesetzt haben. „Wichtig ist es, die Initiative zu ergreifen, denn die Endlichkeit der fossilen Energien wird uns täglich vor Augen geführt“, erläuterte Damm. Der „Ölknackpunkt“ steht nach seinen Ausführungen unmittelbar bevor und dies bedeutet, dass die Quellen nicht mehr so sprudelnwiefrüher. Steigende Preise sind die Folge und ein schnelles Umdenken und ein konsequentes Handeln unabdingbar.

Der Fokus liegt dabei in erster Linie auf den ländlichen Regionen. Hier ist es möglich, durch Engagement der Bewohner die Energie auf nachwachsende Rohstoffe umzustellen. Am Beispiel des niedersächsischen Örtchens Jühnde zeigte Damm auf, wie eine solche Umstellung vollzogen werden kann. „Dies geht natürlich nicht über Nacht“, so Damm.

Zunächst muss genau analysiert werden, ob die notwendigen Rohstoffe für das Betreiben von Bioenergieanlagen vor Ort zur Verfügung stehen. So beispielsweise die Nutzung von Pflanzen und Gülle für entsprechende Anlagen, Kosten für ein neues Leitungsnetz und die Gründung einer Genossenschaft. Denn: Nach einer solchen Umstellung bleibt ein großer Teil der Gelder in der heimischen Region, nicht wie heute, wo der größte Batzen in arabische Länder fließt.

Die Hälfte des Wärmebedarfs soll in Bioenergiedörfern durch Biomasse abgedeckt werden, wichtig ist auch die Mitbestimmung der angeschlossenen Haushalte und damit der Bürger bei Entscheidungen in ihrer Region.

„Weg von der Abhängigkeit, aber der finanzielle Aspekt ist nur eine Seite der Medaille.“ Viel wichtiger ist es nach Worten Damms jedoch, in sinnvollen Schritten ein solches Projekt anzugehen. Energie einsparen als ersten Schritt, Wärmedämmung und damit bessere bauliche Umsetzung von neuen Häusern und dann natürlich der stetige Ausbau erneuerbarer Energien. Nur im Zusammenspiel aller drei Punkte werde man die zukünftigen Aufgaben erledigen können. Eine der Grundvoraussetzungen, ähnlich wie beim deutschen Pilotprojekt in Jühnde vor einigen Jahren, ist eine möglichst hohe Beteiligung der Bevölkerung, denn so können die anfallenden Kosten sinnvoll auf viele Schultern verteilt werden.

Bei der Bürgerversammlung war es naturgemäß noch nicht möglich, Fragen zum Investitionsaufwand und zur individuellen Belastung der einzelnen Haushalte konkret zu beantworten. Besonders unter dem Aspekt, dass es aus Töpfen des Bundes und des Landes auch nicht unerhebliche Zuschüsse für solche Vorhaben gibt.

Deshalb die Folgeversammlung am 11. Juni. Dann wollen die Schatthausener konkrete Schritte beraten und über das „Ob“ und „Wie“ diskutieren. Die Energieversorgung in die eigenen Hände zu nehmen, ist dabei sicherlich ein großer Anreiz. Jetzt gilt es jedoch erst einmal, über eine genaue Untersuchung die Gegebenheiten in Schatthausen zu prüfen, um dann die nächsten Schritte einleiten zu können.

 

Kretschmann zu Besuch bei den Kreisschulen in Wiesloch

veröffentlicht: 6. Mai 2012, 2702 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Schülerinnen und Schüler der Kreisschulen in Wiesloch präsentierten beim Besuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Beiträge zum Wettbewerb „Klimaschutz macht Schule“.

Kretschmann zu Besuch bei den Kreisschulen

 

Videos vom Wettbewerb

veröffentlicht: 24. April 2012, 5642 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Hier finden sie Videos über die Wettbewerbsbeiträge, die für die Nachhaltigkeitstage in Baden-Württemberg am 20. und 21. April 2012 erstellt worden sind. Die Beiträge wurden auf den Monitoren im Foyer des Palatin Kongresszentrums und Hotels in Wiesloch gezeigt.

Klimalied
Die Schülerinnen und Schüler der Louise-Otto-Peters-Schule haben ein Lied zum Klimaschutz gemacht.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/Klimalied.flv

Klimatipps
Die Schülerinnen und Schüler der Schillerschule Wiesloch haben Klimatipps gemalt, die dann auf Bierdeckel gedruckt worden sind und in Wieslocher Gaststätten verteilt worden sind.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/Schillerschule-Wiesloch.flv

Strom aus Hefe
Die Expedition Nachhaltigkeit der Baden-Württemberg-Stiftung war in Wiesloch zu Besuch und die Schülerinnen und Schüler des Ottheinrich Gymnasiums haben Strom aus Hefe erzeugt.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/Strom-aus-Hefe.flv

„Alles dicht“ ein Wasserkrimi
Die Theatergruppe die Blinklichter hat in 4 Vorstellungen für 800 Wieslocher Grundschüler den Wasserkrimi „Alles dicht“ aufgeführt.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/Alles_dicht.flv

Energieberater
Am Ottheinrich Gymnasium sind die Schülerinnen und Schüler zu Energieberatern geworden.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/Energieberater.flv

Brennstoffzelle
Die Schülerinnen und Schüler der Hubert-Sternberg-Schule haben die Brennstoffzelle in Rennwagen getestet.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/HSS_Brennstoffzelle.flv

Klimaschutz macht Schule
Die Hubert-Sternberg-Schule stellt den Wettbewerbsbeitrag zur Solartechnik vor.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/HSS_Photovoltaik.flv

Vom Spacemüll bis zum Spydermüll
An der Johann-Philipp-Bronner-Schule gibt es ein ehrgeiziges Projekt, um den Müll zu verringern.

https://buergerstiftung-wiesloch.de/wp-content/images/muelltrennung.flv

 

Schülerfragen sorgten für spannende Debatte

veröffentlicht: 24. Dezember 2011, 11527 mal gelesen, Kommentare deaktiviert für Schülerfragen sorgten für spannende Debatte

Rhein-Neckar-Zeitung, 17./18.12.2011
Im Truck der „Expedition N“ nahmen Politiker zu einer Vielzahl praktischer Fragen der Nachhaltigkeit Stellung

Wiesloch. (hds) Der Truck der „Expedition N“ der Baden-Württemberg-Stiftung ist seit einem Jahr unterwegs und macht vor allem Halt in der Nähe von Schulen. Er ist derzeit mit Themenfeldern zu Energie und Umwelt bestückt und beim dreitägigen Halt in Wiesloch waren es genau diese Inhalte, die den Schülern vermittelt werden sollten (die RNZ berichtete bereits am Mittwoch).

Expeditionsmobil Podiumsdiskussion

Nicht nur die interaktive Ausstellung im Erdgeschoss des Infomobils zog die Interessenten an. Die Bürgerstiftung Wiesloch, verantwortlich für den Wettbewerb „Klimaschutz macht Schule“, hatte zur Diskussionsrunde eingeladen. Schüler des Abiturjahrgangs am Ottheinrich-Gymnasium hatten einen umfassenden Fragenkatalog in Sachen Nachhaltigkeit zusammengestellt – und eine prominente „Zielgruppe“ damit konfrontiert: die beiden Landtags­abgeordneten Karl Klein (CDU) und Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr (Grüne) und Wieslochs OB Franz Schaidhammer. Die angesetzte eine Stunde im Versammlungsraum hoch über den mächtigen Achsen des Trucks wurde im Sinne der Sache überzogen, es ging spannend zu. Das Fazit nach fast 90 Minuten: Bewusstsein in Sachen Nachhaltigkeit ist weit verbreitet, die Notwendigkeit des Umdenkens wird auch nicht in Frage gestellt, allein es fehlt nach wie vor an der konsequenten Umsetzung.

Dr. Archim Heimann von der Bürgerstiftung Wiesloch, der die Runde moderierte, verteilte die von den Schülern zusammengestellten Fragen an die Politiker und den Rathauschef. Dabei ging es um mögliche Einbußen an Lebensqualität, sollte man eine nachhaltige Lebensführung einschlagen. „Das muss man individuell sehen“, meinte Schmidt-Eisenlohr, verwies jedoch darauf, dass man durchaus umweltbewusst handeln könne, ohne Einbußen zu erleiden. Dies verdeutlichte er am Beispiel der Mobilität, das Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad sei nun wahrlich keine nennenswerte Veränderung der Lebensqualität.

Das Spektrum der Fragen ließ – fast – nichts aus. Was denn die Politik tun könne, damit sah sich Karl Klein konfrontiert. „Wir können Rahmenbedingungen setzen und dadurch Veränderungen herbeiführen“, erklärte Klein und verwies auf die Optimierung von Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen. Von Verboten halte er nichts, so Klein auf die Frage, ob man große, umweltbelastende Autos verbieten solle. „Wir müssen die Bürger mitnehmen, sie überzeugen“, betonte der CDU-Politiker. Technik und Forschung müssten weiter intensiv unterstützt werden, nur so könne man etwas erreichen. Am Rande war zu hören, dass sich Kai Schmidt-Eisenlohr wohl im kommenden Jahr ein elektrobetriebenes Vehikel anschaffen wird. „Diese Autos werden immer besser, damit sinnvoll, zumal die Auswahl ständig größer wird“, begründete er seine Entscheidung.

Für Franz Schaidhammer waren naturgemäß die Wieslocher Themen aufgespart worden. Ihm fühlten die Schüler auf den „Zahn“, wie denn die Stadt mit Themen wie Verbrauch von Energie umgehe und wie er die Situation bei den Radwegen einschätze. „Wir beziehen Ökostrom, versuchen, uns von fossilen Brennstoffen unabhängig zu machen, setzen auf Fernwärme und Blockheizkraftwerke“, so der OB. Er erläuterte, dass nachhaltiges Bauen auch über den Bebauungsplan positiv beeinflusst werden könne. Aus Schülersicht verständlich: Es wurde nachgefragt, ob es sinnvoll sei, für die Parkplätze entlang des Schulzentrums zu kassieren. „Man könnte stattdessen ja den öffentlichen Nahverkehr ausbauen“, wurde von Schülerseite betont. Es gab da Beruhigendes zu hören. Die Versorgung in Wiesloch in Bezug auf den Nahverkehr sei gut und das mit den Parkgebühren sei ja noch nicht entschieden. Bei den Fahrradwegen sei man auf einem guten Weg und es stehe jetzt an, entlang des Leimbachs eine Kommunen verbindende Lösung umzusetzen.

Erfreulich war die Vielfalt der Fragen, erfreulich zudem das Engagement der Schüler, die es oft nicht bei den vorformulierten Fragen beließen, sondern nachbohrten und mehr wissen wollten. Einig waren sich alle und dies wurde auch von der Vertreterin der Expedition N nochmals hervorgehoben: In der Öffentlichkeit sind die Nachhaltigkeitsthemen längst angekommen, die persönliche Betroffenheit sei in vielen Fällen noch nicht vorhanden.

Franz Schaidhammer bedankte sich bei der Bürgerstiftung Wiesloch. „Hier wird ein toller Versuch unternommen, mit einem Wettbewerb noch mehr Sensibilisierungzuerreichen.“ Jetzt ist Handeln angesagt. „Wir wollen mit unserem Truck vor allem auf die jeweils vorhandenen lokalen Erfordernisse eingehen. Dafür sind Veranstaltungen wie heute ein sehr gelungenes Beispiel“, freute sich Dr. Andreas Weber von der Stiftung Baden-Württemberg über den kurzweiligen Abend.

 

 

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