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Bürgerstiftung: miteinander - füreinander

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Drachen und Scheinriesen

veröffentlicht: 14. Mai 2018, 2629 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Mit so viel Zulauf hatten die Verantwortlichen von Bürger­stiftung und Feldbahnmuseum nicht gerechnet: die Veranstaltung mit Lesestationen zu den Abenteuern von Jim Knopf anlässlich des 10-jährigen Jubiläums unserer Lesepaten­schaften war ein voller Erfolg.

Zum 10. Geburtstag ihres Lesepaten­programms „Buchstabenfüchse“ lud die Bürgerstiftung Wiesloch am 12.05.2018 zu „Wiesloch – Lummerland und zurück“ ins Feldbahnmuseum ein. Drei Stunden lang strömten Kinder von 5 bis 12, ihre Eltern und Großeltern sowie viele Jim-Knopf-Liebhaber bei herrlichem Wetter auf das Museumsgelände.

An insgesamt fünf verschiedenen Lesestationen erzählten und lasen – frei nach Michael Ende – jeweils zwei Lesepatinnen von den Abenteuern, die Jim und Lukas auf ihrer Reise ins Drachenland bestanden.

An den beiden Stolleneingängen schaute mancher Knirps skeptisch, ob es da drin vielleicht doch Spuren vom kleinen Halbdrachen Nepomuk oder von der schrecklichen Drachenlehrerin Frau Mahlzahn gab. Unter dem Schaufelbagger am Gleisbogen erfuhr man Eigenheiten der Menschen aus Mandala; am graslosen Hügel unterhalb des Baggers konnte man sich den Scheinriesen besonders gut vorstellen – zumal die Temperaturen fast wüstenhaft waren. Die fünfte Station war den ganz kleinen Gästen gewidmet. Dort ging es mit Bilderbüchern etwas gemächlicher zu.

Jedes Kind erhielt ein Lesezeichen mit Stempelfeldern: wer an mindestens drei Lesestationen war, bekam eine Freifahrt mit dem kleinen Museumszug von der Bürgerstiftung geschenkt. Diesem Anreiz konnte kein Kind widerstehen – die Patinnen waren fast ohne Pause umringt von großen und kleinen Zuhörern. Und die beiden Museumsloks schnauften unzählige Male vollbesetzt die malerische Strecke durch den grünen duftenden Wald entlang und machten der tapferen Lokomotive Emma alle Ehre.

Die Hauptattraktion waren natürlich die beiden Helden der Geschichte, die von Carsten Gandert und Samuel Dres verkörpert wurden. Passend geschminkt von Rebecca Grieb von Die Maske e.V. und in authentischer Kleidung knipsten die beiden die Fahrkarten, fuhren selbstverständlich immer mit, sicherten die Strecke, und lächelten zwischendurch für unzählige Fotos in die Kameras.

Das Team des Freilichtmuseums bot die passende Verpflegung an, damit man gut gestärkt das gesamte Gelände erkunden konnte. So blieben manche Familien tatsächlich mehrere Stunden da und verabschiedeten sich sogar persönlich und voll des Dankes bei den Vorleserinnen und Organisatoren. Viele leuchtende Augen bei kleinen und großen Besuchern waren ein schöner Lohn für die Mühe, die in die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung geflossen ist.

Wir hoffen, vielen Kindern mit dieser Veranstaltung Lust aufs Lesen gemacht zu haben. Denn: wer liest, kommt weiter – nicht nur mit Museumsbahnen.

Wir danken dem Thienemann Verlag für die freundliche Unterstützung.

 

10 Jahre Lesepatenschaften

veröffentlicht: 13. März 2018, 2596 mal gelesen, keine Kommentare bisher

„Wie weit kommst Du im Leben, wenn Du nicht richtig lesen kannst? Die Bürgerstiftung Wiesloch setzt genau da an, wo im Leben eine der wichtigsten Weichen gestellt wird.“

Das sagte Johannes Büchs, deutscher Journalist und Fernsehmoderator und u.a. aus der „Sendung mit der Maus“ bekannt, über unser Angebot „Buchstabenfüchse“. Bei einem persönlichen Gespräch mit Rosemarie Stindl, zuständige Projektleiterin und Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung, zeigte sich Johannes Büchs sehr beeindruckt von unserem Lesepatenschaftsprogramm: „Wenn Schule sinnvoll unterstützt wird, wenn Kinder neue, spannende Themen entdecken, und wenn Paten für nachhaltige Motivation und Begeisterung sorgen, dann hat die Bürgerstiftung Wiesloch ihre Hände im Spiel. Vielen Dank für ihr wichtiges Engagement!“

Im November 2008 fanden die ersten Lesepatenstunden der Bürgerstiftung statt. Sieben der aktuell 25 Lesepaten sind seit damals dabei. Mittlerweile ist das Lesepatenprogramm „Die Buchstabenfüchse“ an fast allen Grundschulen der Stadt etabliert. Die Paten berichten, dass ihnen ab und zu ein schlaksiger hochgewachsener Junge oder eine hübsch geschminkte Teenagerin entgegen kommt und grinsend fragt: „Kennen Sie mich noch?“ Dann wird meist schnell klar, „das ist ein ehemaliger Buchstabenfuchs!“

Und wenn der junge Mensch stolz berichtet, er oder sie sei jetzt auf der Realschule, dann merken die Paten, dass sich die Kinder offensichtlich gern an ihre Patenstunden erinnern. Beide Seiten blicken dankbar zurück – die Jugendlichen, weil sie durch ihre Paten wichtige Impulse für ihre Schullaufbahn bekommen haben, und die Paten, weil sie sehen, dass sie ihre Zeit sinnvoll und gewinnbringend einsetzen. Ein bisschen Aufmerksamkeit, Zuhören und Zuwendung kann eben so viel bewirken.

In den zehn Jahren, in denen das Programm nun läuft, wurden viele Freundschaften innerhalb des Patenteams geschlossen. Die gelegentlichen Treffen und Fortbildungen sind immer von einer großen Herzlichkeit und Offenheit geprägt. Ein schöner „Nebeneffekt“, wie es die Paten bezeichnen, denn ihr Ehrenamt bringt nicht nur den Kindern viel sondern auch ihnen selbst.

„Auch wenn die eine oder andere Patenstunde mal frustrierend sein kann, so möchte ich meine Buchstabenfüchse doch nicht mehr missen.“ fasst es eine Patin stellvertretend für das Team zusammen. Eine andere sagt: „Ich werde erwartet. Das tut richtig gut.“ Und als ein Pate altershalber ausscheiden musste, schrieb er: „Es hat mir viel Freude bereitet. Die Jugend der Kinder hat mir geholfen, die Welt mit jungen Augen zu sehen.“

Das Lesepatenjubiläum wollen wir mit einer besonderen Veranstaltung begehen. Siehe hier.

 

Eigener Web-Auftritt für Demokratie-Projekt

veröffentlicht: 6. Februar 2018, 3168 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Mittlerweile ist das neue Projekt „Du bist Demokratie!“ auch selbst im Web präsent. Unter du-bist-demokratie.social stellen wir nach und nach alles Wichtige rund um das neue Angbot zusammen.

 

Auszeichnung für Demokratie-Projekt

veröffentlicht: 20. Oktober 2017, 3836 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Unsere Bewerbung beim Wettbewerb startsocial war erfolgreich. Wir erhalten für „Du bist Demokratie!“ ein viermonatiges Beratungsstipendium.

Wir haben ganz mutig in einer sehr frühen Projektphase das Konzept von „Du bist Demokratie! bei startsocial e.V. eingereicht und freuen uns nun sehr, dass unser Mut und das gute Konzept belohnt werden: wir haben ein startsocial-Beratungsstipendium erhalten – die erfolgreiche Bewerbung dafür gilt als Qualitätssiegel für soziale Initiativen. Wir gehören zu den 100 ausgezeichneten Initiativen, die ab November ein viermonatiges Coaching mit erfahrenen Fach- und Führungskräften erhalten.
Details zum Projekt hier.

Aus dem Feedback der Jury für unser Vorhaben

Drei Juroren gaben uns ihr Feedback und bewirkten damit unser erfolgreiches Abschneiden im Wettbewerb. Gelobt wurde u.a., dass wir ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema aufgreifen würden, dass bereits „viel Expertise in die Initiative geflossen und schon jetzt großartige Arbeit geleistet worden“ sei.

Die Juroren zeigten uns die Stärken und Schwächen des bisherigen Konzeptes auf, gaben uns hilfreiche Anregungen und motivierten uns mit ihrem Lob für die zweifelsohne sehr arbeitsreichen vier Monate, die nun vor uns liegen. So wurde u.a. folgendes geschrieben: „Sobald die ersten Jugendlichen in den Genuss Eurer AG gekommen sind, wird Deutschland dank Euch ein Stück weiter in Sachen wahrer Demokratie und gegen Populismus sein.“ Und „ein überzeugendes Projekt, welches hohe Chancen hat, auch in anderen Regionen erfolgreich zu sein“.

Im Mittelpunkt der Förderung stehen bei startsocial der Wissenstransfer und die Vernetzung zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Hierfür werden jedes Jahr 200 Fach- und Führungskräfte für startsocial zu ehrenamtlichen Coaches. Jeweils im Tandem begleiten sie die geförderten Initiativen von Anfang November 2017 bis Ende Februar 2018 bei der Verwirklichung oder Weiterentwicklung ihrer Projekte.

Über startsocial e.V.

startsocial ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Unter dem Motto „Hilfe für Helfer“ vergibt startsocial jährlich 100 viermonatige Beratungsstipendien und sieben Geldpreise an herausragende soziale Initiativen.

In jeder Wettbewerbsrunde bringen über 500 Fach- und Führungskräfte als ehrenamtliche Coaches und Juroren ihr Know-how ein. Der Wettbewerb wird seit 2001 veranstaltet und ist damit Pionier in der Beratung ehrenamtlich getragener sozialer Initiativen in Deutschland. Hauptförderer sind die Unternehmen Allianz Deutschland AG, Deutsche Bank AG, Atos, ProSiebenSat.1 Media SE und McKinsey & Company.

 

Du bist Demokratie!

veröffentlicht: 5. Oktober 2017, 2429 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Bürgerstiftung Wiesloch wagt sich mit ihrem neuen Projekt „Du bist Demokratie!“ in einen neuen gesellschaftlichen Bereich.
Demokratie ist ein wichtiges Gut. Ein Charakteristikum der Demokratie ist das Recht auf freie Wahlen. Es gibt Länder, in denen riskieren Menschen sogar ihr Leben, um ihr politisches Wahlrecht auszuüben. Aber bei uns gehen viele Wahlberechtigten nicht zur Wahl; Politikverdrossenheit breitet sich aus.

Projektziel:
Unser Projekt möchte bei Jugendlichen das Interesse an der Politik wecken. Wir wollen ihnen Zusammenhänge vermitteln und sie dahingehend stärken, dass sie erkennen: jeder einzelne ist relevant in unserem politischen Gefüge. Nur wer informiert ist, kann verstehen, wie wichtig die Stimme des Volkes ist, und kann kritisch hinterfragen. Keiner soll das Gefühl haben, „Meine Stimme zählt sowieso nicht“: denn wenn jeder das denkt, passieren Dinge wie in der jüngsten Vergangenheit (z.B. Türkei, Großbritannien).

Konzept:
Im Fach Gemeinschaftskunde wird relativ kompakt gelehrt, wie unser politisches System aussieht und funktioniert. Es geht um Fakten und Abläufe, weniger um Hintergründe und Strategien. Viele Fragen bleiben ungeklärt, z.B.:
Was ist der Sinn und Zweck von Demokratie für den Einzelnen?
Was passiert, wenn eine große Masse nicht wählen geht?
Wofür stehen die einzelnen Parteien?
Warum werden Koalitionen gebildet?

Hier sollen AGs den Jugendlichen die Gelegenheit zu geben, Details zu erfahren, weitreichende Zusammenhänge zu erkennen sowie in Plan- und Rollenspielen Politik zu „üben“. Wir wollen ältere Jugendliche und junge Erwachsene zu Politikbotschaftern ausbilden, die dann mit den AG-Teilnehmern auf Augenhöhe arbeiten (peer group Ansatz).

Namhafte Projektpaten:
Wir freuen uns, dass der Wieslocher Oberbürgermeister Dirk Elkemann die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Wir danken auch den beiden Bundestagsabgeordneten Dr. Lars Castellucci und Dr. Stephan Harbarth aus dem hiesigen Wahlkreis, die unser Projekt als Projektbotschafter aus dem Bundestag wohlwollend begleiten wollen.

Zeitlicher Rahmen:
Wir danken den teilnehmenden Schulen sowie dem Jugendgemeinderat, mit denen wir nun die konkrete Planung in Angriff nehmen. Das Projekt ist langfristig angelegt; die Pilotphase ist für das kommende Schuljahr angedacht.

 

Spenden sichern Mal-Oase

veröffentlicht: 22. September 2017, 3390 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Seit November 2016 gibt es die Mal-Oase in der Gerbersruh-Gemeinschaftsschule. Sie ist ein besonderer Ort: ein kleiner, heller Raum mit Blick in den Himmel unter dem Dach der Schule.

Die Mal-Oase ist ein maltherapeutisches Angebot für Schüler, die schlimme Erlebnisse hinter sich haben, wie z. B. Flüchtlings- oder Scheidungskinder, und die sich dadurch ihrem Umfeld verschließen und aus dem Schulgeschehen zurückziehen. In der Mal-Oase können sie langsam wieder zurückfinden, in geschützter Atmosphäre, mit unterstützender Begleitung.

Pro Schuljahr können bis zu 12 Kinder teilnehmen, jeweils in Kleinstgruppen zu dritt. Eine Gruppe malt 10 bis 12 Mal, jeweils zwei Schulstunden lang.

Eine traumatische Feuer-Erfahrung wurde hier verarbeitet.

Ziel des Angebots „Mal-Oase“ ist es, dass sich die Kinder durch das Malen öffnen und kommunikativer werden. Malen wird hier nicht als Kunst begriffen, vielmehr können sich malerisch „innere“ Bilder ausdrücken, wo Worte oft nicht mehr oder noch nicht vorhanden sind. Im Lauf der Zeit finden die Kinder die Worte durch die behutsame Führung und umsichtige Ermutigung der Maltherapeutin. Sie wollen sich mitteilen, was zuerst im Bild geschieht und dann in der Kommunikation mit der Maltherapeutin sowie schließlich in der Gruppe.

Spenden machen Umsetzung möglich

Dieses Angebot entstand auf Initiative der Künstlerin und Kunsttherapeutin Angelika Senft-Rubarth. Schulleiterin Bärbel Kröhn stimmte sofort zu, „ein maltherapeutisches Atelier an den Ort zubringen, wo Kinder ohnehin täglich sind – in der Schule.“

Umgesetzt werden konnte es im Schuljahr 2016/17 dank der finanziellen Hilfe der Bürgerstiftung Wiesloch aus einer großzügigen Spende eines Stifters. Bei der Fortführung im Schuljahr 2017/18 helfen uns zweckgebundene Spenden, insbes ein substantieller Beitrag der Familie Haas Stiftung, sowie 3.000 € aus dem Förderfonds des Evangelischen Kirchenbezirks Südliche Kurpfalz, um den wir uns erfolgreich beworben hatten. Wir danken allen herzlich, die uns finanziell hierbei unterstützen.

Besser als Hitzefrei

„Ich ein bisschen, du ein bisschen.“ Malerischer Dialog von Kind und Pädagogin überwindet Blockaden

Im Verlauf des Schuljahres konnte die wohltuende Wirkung der Mal-Oase bei allen teilnehmenden Kindern in ihrem geänderten Verhalten beobachtet werden. Die Kinder waren nach einigen Wochen deutlich ausgeglichener, öffneten sich, fingen an freier zu sprechen. Die anfangs eher düsteren Gemälde wurden heller.

Bei Kindern mit wenig Deutschkenntnissen verbesserten sich Wortschatz und Ausdruck deutlich, da die Darstellungen besprochen und fehlende Wörter und Ausdrucksweisen erarbeitet wurden. Die Lehrer bestätigten, dass die Mal-Oase einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration leistet, und sie sind sehr dankbar für das Angebot.

Für die Kinder hat das die Mal-Oase auch eine sehr große Bedeutung, sonst hätten sie an einem heißen Sommertag sicherlich nicht geseufzt: „ Schade, dass es Hitzefrei gibt. Jetzt haben wir keine Mal-Oase.“

 

Forscherstation Schillerschule

veröffentlicht: 25. Juli 2017, 1828 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Schillerschule Wiesloch ist bekannt für ihr großes Engagement. Nun hat sie sogar die größte Forscherstation der Region, um die Kinder an die Naturwissenschaften heran zu führen.
Sie wurde Mitte Juli 2017 im Beisein von der Vorstandsvorsitzenden Annegret Sonnenberg eröffnet, denn die Bürgerstiftung Wiesloch hat die Patenschaft übernommen und das Vorhaben finanziell unterstützt.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Klaus-Tschira-Kompetenzzentrums für frühe naturwissenschaftliche Bildung gGmbH.

 

Schülerförderpreis 2017

veröffentlicht: 14. Juli 2017, 4613 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Zwei Preise zu je 500 € wurden in diesem Jahr für besondere Leistungen vergeben. Einen erhielt eine Schülerin des Ottheinrich-Gymnasiums, einen ein Schüler der Hubert-Sternberg-Schule.

Seit 2011 vergibt die Bürgerstiftung Wiesloch bis zu drei Schülerförderpreise pro Jahr an junge Menschen, die trotz schwieriger persönlicher Bedingungen einen guten Schulabschluss machen. Sie werden von ihrer Schule vorgeschlagen, wenn sie Leistungen erbracht haben, die so nicht zu erwarten waren. In diesem Jahr hatte die Jury nur über zwei Nominierungen zu beraten und konnte schnell feststellen, dass beide Nominierten die Kriterien für den Schülerförderpreis erfüllten.

An der Hubert-Sternberg-Schule übergab Jurymitglied Dr. Reinhold Miller den Preis an Ahmad Azizi. Eine „riesige und unerwartete Überraschung“ war es für ihn, dass er die Urkunde und den Geldumschlag entgegennehmen durfte. Damit werde er sich seinen großen Wunsch, einen Computer, endlich erfüllen.

Ahmad kam erst im Oktober 2016 in die Klasse VAB 2 der Hubert-Sternberg-Schule. Zunächst konnte er kaum Deutsch. Doch trotz der für ihn als sog. unbegleiteter minderjähriger Flüchtling schwierigen Betreuungssituation schaffte er es, sein Deutsch kontinuierlich zu verbessern, was sich dann auch positiv auf alle anderen Schulfächer auswirkte. Niemand hatte erwartet, dass er so schnell dazu lernen und schließlich die Berufsschule mit solch einem guten Zeugnis abschließen würde. Gleichzeitig zeichnete er sich durch seine angenehme fröhliche und hilfsbereite Natur aus, mit der er eine große Bereicherung für die Klasse war.

Auch Tamara Buzdumovic erhielt den Preis. Er wurde ihr von Jurymitglied Karin Becker im Ottheinrich-Gymnasium – auf eigenen Wunsch – in einer kleinen Feierstunde mit Rektorin Kuhfuß, Konrektor Annuschat und Klassenlehrerin Simon übergeben. Während Frau Kuhfuß wie schon bei diesen Preisverleihungen in früheren Jahren mit Tränen der Rührung kämpfte, ging die Laudatorin auf die schwierige familiäre Situation ein, die für Tamara in den letzten Jahren eine große Belastung war.

Trotz widriger Umstände ist ihr Schulabschluss sehr gut und übersteigt alle Erwartungen. Bewundernswert war in den zurückliegenden Jahren ihre grundpositive Haltung, ihre Hilfsbereitschaft und Offenheit gegenüber ihren Mitmenschen. „Solch einer starken Persönlichkeit gebührt dieser Schülerförderpreis“, waren sich die anwesenden Erwachsenen einig. Ehrfurchtsvoll und strahlend nahm die Preisträgerin dann den großen Geldschein samt Urkunde aus den Händen Karin Beckers entgegen.

 

Sprach(t)räume im Gerbersruhpark

veröffentlicht: 10. Juni 2017, 4073 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Beeindruckende Abschlussveranstaltung eines Sprach- und Kunstprojekts im Gerbersruhpark, das durch die Bürgerstiftung ermöglicht wurde.

Der sonst eher schlichte untere Gerbersruhpark zeigte sich am heutigen Samstag als poetische Landschaft. In einer geführten Prozession ähnlich einem Stationentheater stellten 20 Schülerinnen und Schüler das Ergebnis ihres Pfingstferien-Workshops vor. Sie hatten sich fünf Tage lang künstlerisch in Kleingruppen mit Wort-Theaterspiel und Kunstinstallationen beschäftigt. Heraus kamen höchst interessante Installationen und Wortbeiträge.

Sie alle hatten einen direkten Bezug zum Park. Die drei Kaulquappenteiche wurden mit weißen Tüten umrahmt, die allesamt mit Insekten und Pflanzen aus dem Teichumfeld bemalt waren. Für den unteren Teich hatten einige der Kinder aus Ästen Wasserläufer, Kaulquappen und Libellen gebastelt, mit denen sie sich bewegten.

Im Baumrondell kam es zu Zwiegesprächen zwischen Mensch und Baum, bei denen sich die „Bäume“ etwas wünschen durften. So wünschte sich „Baumfred“, dass viele Tiee in ihm leben wollten, und sein Nachbar wollte eine saubere Umgebung. In den Blumenbeeten steckten Insektengemälde und vieles mehr. Die gesamte Performance setzte den Projekttitel „Sprache sucht (T)Räume“ in beeindruckender Weise um: Die natürlichen Räume wurden mit Texten erschlossen und luden zum Sinnieren und Träumen ein.

Die einzelnen Abschnitte der Aufführung wurden mit viel Szenenapplaus und einem langanhaltenden Schlussapplaus gewürdigt und machte die Künstlertruppe sichtlich stolz. Beim anschließenden Umtrunk gab es noch viel Gelegenheit, sich über die Kunstwerke und vor allem über den Weg ihres Werdens auszutauschen.

Der große Erfolg des Ferienangebots ist zwei Künstlerinnen zu verdanken, die die jungen Kunstschaffenden anleiteten, ihre Stärken erkannten und förderten, motivierend Möglichkeiten aufzeigten. Die Künstlerin und Theaterpädagogin Angelika Senft-Rubarth hatte den Schwerpunkt bildende Kunst und räumliche Wahrnehmung, die Schauspielerin und Sängerin Gerda Maria Eislmair arbeitete mit den Teilnehmenden an Rhythmik, Laut- und Wortbildung.

Dieses Zusammenspiel der Disziplinen war für das Ziel des Workshops besonders wertvoll, sollte doch der praktische Sprachunterricht als Kunstprojekt verpackt sein. Während sich die Kinder künstlerisch-performativ betätigten, wurden sie an Texte herangeführt, zum Texten animiert und so zum sprachlichen Austausch motiviert.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Senft-Rubarth eine fähige künstlerisch-pädagogische Projektleiterin gewinnen konnten“, sagt Edeltraut Schuckert als zuständiges Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Wiesloch. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und insbesondere der Gerbersruh-Gemeinschaftsschule sei sehr zufriedenstellend gewesen, so Schuckert weiter, und sie freue sich, dass es das Angebot noch mindestens zwei weitere Jahre geben werde.

Die Veranstaltung war der Abschluss eines neuen Pfingstferienangebots für Kinder und Jugendliche, das von der Bürgerstiftung Wiesloch durchgeführt und von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg im Programm „Sprache verbindet – spielend Deutsch lernen“ über drei Jahre hinweg gefördert wird.

 

Die Mal-Oase

veröffentlicht: 8. März 2017, 1798 mal gelesen, keine Kommentare bisher

Die Mal-Oase in der Gerbersruh-Gemeinschafts­schule ist ein besonderer Platz für Schüler.

Seit November 2016 gibt es den kleinen, hellen Raum mit Blick in den Himmel unter dem Dach der Schule. Es ist ein mal-therapeutischer Raum, in dem Schüler mit besonderem Bedarf, wie z. B. Flüchtlings- oder Scheidungskinder, die Möglichkeit haben, in geschützter Weise ihr inneres Gleich­gewicht wiederzufinden und unterstützende Begleitung zu erfahren.

Dieses Angebot entstand auf Initiative der Künstlerin und Kunsttherapeutin Angelika Senft-Rubarth. Schulleiterin Bärbel Kröhn stimmte sofort zu, „ein mal-therapeutisches Atelier an den Ort zubringen, wo Kinder ohnehin täglich sind – in der Schule.“ Umgesetzt werden konnte es dank der finanziellen Hilfe der Bürgerstiftung Wiesloch aus einer großzügigen Spende eines Stifters.

Blick in den Raum während der ersten Gruppe dieses Jahres: Drei Schülerinnen malen stehend an großen Sperrholz­wänden und nehmen sich leuchtende Farben aus der großen Palette in der Mitte des Raumes. Malen wird hier nicht als Kunst begriffen, vielmehr können sich malerisch „innere“ Bilder ausdrücken, wo Worte oft nicht mehr oder noch nicht vorhanden sind.

Im Laufe der Zeit finden die Kinder die Worte durch die sanfte Art und die umsichtige Ermutigung der Mal-Therapeutin. Schon nach kurzer Zeit konnte die Mal-Therapeutin die wohltuende Wirkung des regelmäßigen Malens in dem geänderten Verhalten der Schüler beobachten.

In einem bestimmten Rhythmus wechseln pro Schuljahr die Teilnehmer, so dass möglichst viele Kinder in den Genuss dieses Angebots kommen. „Welch ein Glück, dass wir diese Möglichkeit den Kinder zur Verfügung stellen können!“ freute sich Frau Senft-Rubarth im Interview.

 

 

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